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Regionalexpress von Geithain nach Leipzig: Oft drängende Enge und Verspätungen

Regionalexpress von Geithain nach Leipzig: Oft drängende Enge und Verspätungen

„Zug-Lotto“ spielen jeden Morgen aufs Neue alle Geithainer und Bad Lausicker, die mit der Deutschen Bahn um 7.27 Uhr am Leipziger Hauptbahnhof ankommen wollen.

Geithain/Bad Lausick. Am Donnerstag fuhr der Regionalexpress nahezu pünktlich, zwei Waggons boten allen Reisenden zumindest genug Stehplätze – so das Ergebnis der LVZ-Testfahrt. Drängende Enge und Verspätungen machen den Menschen aus der Region den Weg zur Arbeit nach Leipzig jedoch oft schwer, ergab die Umfrage unter Fahrgästen. Der Fahrplan des Regionalexpress 6 sei seit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember wieder zuverlässiger geworden, erklärte Bahn-Sprecher Jörg Bönisch am Dienstag auf LVZ-Anfrage. „Allerdings ist das Fahrplangefüge mit immer noch anspruchsvollen Reisezeiten zwischen Leipzig und Chemnitz sehr empfindlich, was bei Störungen zu Verspätungen führen kann“, räumte er ein. „Wirklich pünktlich ist der Zug kaum“, sagte Birgit Heinich aus Rochlitz, die sich gestern 6.45 Uhr in Geithain als Erste eine Fahrkarte am Automaten holte. Erst am Montag sei der Zug mit 20 Minuten Verspätung in Geithain angekommen, habe in Bad Lausick warten müssen, sodass es in Leipzig 45 Minuten Verzug gewesen seien. Ab 20 Minuten Verspätung komme er unpünktlich zum Unterricht in der Leipziger Angerstraße erzählte ein 23-Jähriger Geithainer. Das passiere in letzter Zeit öfter. Für Kathrin Fischer aus Bad Lausick wird es ab einer Viertelstunde später schwierig. Wie viele andere muss auch sie nacharbeiten, wenn sie zu spät zur Arbeit kommt. Gestern hatte der Zug nur drei Minuten Verspätung. Noch mehr als Unpünktlichkeit macht vielen Fahrgästen allerdings die Enge zu schaffen, denn manchmal besteht der Regionalexpress aus zwei Waggons – oft genug aber nur aus einem. Zusammengedrängt stehen, keine Luft mehr zu bekommen, das ist für die Geithainerin Romy Wagler-Kuplin das Schlimmste. Erst Mittwoch früh sei ihr wieder übel geworden. „Da war der Zug kurz, es war wieder sehr eng“, bestätigte der Geithainer Andreas Zeppok, der montags bis freitags jeden Morgen 7 Uhr fährt. Schlimmer geworden sei die Situation seit die Neigetechnik ausgeschaltet sei, so seine Beobachtung. Seit es im November kalt wurde, kämen oft nur Kurzzüge, sagte Manuel Lennartz aus Kohren-Sahlis, der jeweils mit dem Auto bis Geithain fährt. Schlimm findet der Kohrener, bei Verspätung „im Kurzzug noch extra lange zu stehen“. Letzte Woche sei es ganz extrem gewesen, so eine Pendlerin aus dem Raum Rochlitz: Kurze Züge von Montag bis Donnerstag. Gerade der Montag sei extrem gewesen, zumal da zahlreiche Pendler mit viel Gepäck unterwegs seien. „Da hätt’ keiner umfallen können“, erzählte sie. Daniela Neumann, die in Bad Lausick zusteigt, war an dem Montag auf die Regiobahn ausgewichen, die deutlich später ankommt. „Wenn wir in Bad Lausick einsteigen, stehen wir im Zug grundsätzlich. Bis jetzt haben wir uns aber immer noch reingeschoben“, so die Prießnitzerin. „Nur ein Zugteil kommt, ist schon voll und alle müssen noch rein“, beschrieb Jörg Fischer die Situation der Kurstädter. Im Vorjahr erlebte er auf der Rückfahrt, dass ein überfüllter Regionalexpress in Leipzig nicht losfuhr, bis einige Fahrgäste ausgestiegen wären. „Wir hatten in der extrem kalten Phase jetzt einen Fahrzeug-Engpass“, räumte gestern auf LVZ-Nachfrage Bahnsprecherin Änne Kliem ein. Weil die Fahrzeuge zuvor mehrere Stunden auftauen müssten, habe es Rückstau bei Inspektionen gegeben, das Personal sei aufgestockt. Kliem: „Es entspannt sich wieder, aber nach wie vor ist Winter.“ Hintergründe zum Thema und einen Kommentar veröffentlicht die Leipziger Volkszeitung am Freitag.

Inge Engelhardt

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