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Geithain Regis und Neukieritzsch streiten über Standort für gemeinsame Schule
Region Geithain Regis und Neukieritzsch streiten über Standort für gemeinsame Schule
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08:00 03.05.2016
Die Oberschule Regis-Breitingen müsste dringend saniert werden. Quelle: Foto: Thomas Kube
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Regis-Breitingen/Neukieritzsch

Die Stadt Regis-Breitingen und die Gemeinde Neukieritzsch ringen weiter um den Bau einer gemeinsamen Oberschule. Allerdings sind die Kommunen auch nach Vorliegen des Kostenvergleichs für unterschiedliche Varianten noch längst nicht auf einem gemeinsamen Weg. Jetzt wird um den Standort gestritten.

Ursprünglich hatten beide Seiten einen Schulneubau in Deutzen ins Auge gefasst. Nach dem Variantenvergleich wird deutlich: Sowohl die Sanierung der vorhandenen Schule wäre in Regis-Breitingen günstiger zu haben als auch der Neubau, weil es in der Pleißestadt schon eine moderne Zweifeldsporthalle gibt, die in Deutzen erst noch gebaut beziehungsweise erweitert werden müsste. Aus Sicht etlicher Regiser Stadträte sind die Messen damit gesungen: Gebaut wird in Regis.

Das aber, gibt Neukieritzschs Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) zu bedenken, wäre mit dem Neukieritzscher Gemeinderat nicht zu machen. Wie sich umgekehrt auch in Regis-Breitingen derzeit voraussichtlich keine Mehrheit für einen gemeinsam zu finanzierenden Neubau in Deutzen finden würde. Bürgermeister Wolfram Lenk (Linke): Die Stadträte haben aus den Zahlen gelesen, dass es bei uns billiger wäre.

Konkret haben die Planer die Sanierung in Regis mit 5,4 Millionen Euro berechnet, in Deutzen wären 6,9 Millionen erforderlich. Ein Neubau in Deutzen kostet mit Abbruch der alten Schule und dem Bau einer neuen Einfeld-Turnhalle 9,4 Millionen Euro. Für die Turnhalle sind dabei rund 1,2 Millionen Euro veranschlagt. Als gemeinsame Ober- und Grundschule würde der Neubau in Deutzen 11,7 Millionen Euro kosten.

Regis-Breitingen hat eine dringend sanierungsbedürftige Oberschule, in Deutzen steht ein großes Schulgebäude mit einer wackeligen Grundschule. Außerdem besteht zwischen den Kommunen die erklärte Absicht, sich bis zum Jahr 2024 – zehn Jahre nach der Eingemeindung von Deutzen nach Neukieritzsch – zu einer Großkommune zu vereinigen. Vor diesem Hintergrund war der Gedanke geboren worden, am jetzigen Schulstandort in Deutzen eine gemeinsame ländliche Oberschule zu errichten. Dass Regis als Standort mit untersucht wurde, geht auf eine Forderung des dortigen Stadtrates zurück, die erst aufgemacht wurde, als die Kosten für die Studie entsprechend der Einwohnerstärke anteilmäßig verteilt werden sollten.

Die damals gefundene Sieben-Elftel-Regelung soll auch für den Bau gelten. Hellriegel geht davon aus, dass ein Schul- und Turnhallenneubau mit 80 Prozent gefördert wird. Wenn Regis-Breitingen auf die Grundwassersanierung seiner Oberschule durch die LMBV verzichtet, würde die voraussichtlich rund 400000 Euro in den Schulneubau stecken. Auf diese Weise, rechnet Hellriegel seinem Amtskollegen vor, käme die Stadt „mit 400000, vielleicht 500000 Euro zu einer neuen Oberschule.“

Gebaut in Regis in der Nähe der Sporthalle wären es 100000 Euro weniger. Und selbst wenn vieles dafür spricht, dass der Standort Deutzen der günstigere sei – zentraler gelegen, gerechtere Verteilung der Schulen in der künftigen Großkommune, kein Grundwasseranstieg –, so wirft Lenk doch die Vorbehalte seiner Stadträte in die Wagschale: Ohne Oberschule wird die Sporthalle weniger stark ausgelastet, was auch den Sportverein finanziell deutlich stärker belasten würde.

Am 9. Mai trifft sich die gemeinsame Arbeitsgruppe beider Kommunen, die die Vereinigung langfristig vorbereiten soll, zu ihrer nächsten Beratung. Hellriegel fürchtet, dass dort noch keine Einigung über den Schulbau erzielt wird, bringt aber einen neuen Denkansatz ins Spiel: Wenn beide Kommunen es schaffen, sich schneller als bisher vorgesehen zu vereinigen, noch vor dem Bau der Schule, dann könnte, sagt Hellriegel, die neue Stadt „sich im Stadtteil Deutzen eine Schule bauen“.

Von André Neumann

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