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Geithain Reizvoller Colditzer Forst: Mehr als 500 Teilnehmer kommen zur 20. LVZ-Wanderung in Thierbaum
Region Geithain Reizvoller Colditzer Forst: Mehr als 500 Teilnehmer kommen zur 20. LVZ-Wanderung in Thierbaum
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11:48 15.09.2013
Bestes Wanderwetter, gute Laune: Zwölf Kilometer legten die Gruppen durch den Colditzer Forst zurück. Quelle: Jens Paul Taubert

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Malerisch kletterte am Sonnabend kurz vor sieben die Sonne über den Thierbaumer Horizont, als Reinhard Saupe radelnd als Erster am Wander-Startort eintraf. Im Gepäck hatte der Bad Lausicker erneut mehr als ein Dutzend selbst gestalteter Wanderstecken, einen mit der Jubiläums-20 aus Aluminiumblech. Später waren seine Stöcke in den Wandergruppen zu sehen. "So lange die Beine mitmachen, bin ich dabei", sagte der 59-Jährige.

"Für uns ist die LVZ-Wanderung ein Muss", lachte Marita Dammfeld aus Schönau. Ihr Mann ist sogar das 16. Mal mittenmang, womit er mit zu den Rekordhaltern zählen dürfte. Er ist aus einer anderen Ecke, lernte auf diese Weise vieles in seiner neuen Heimat kennen. "Und vor allem können wir mit den mitwandernden Verwandten klönen. Man sieht sich doch so selten."

17 Gruppen machten sich, begleitet von Wanderführern, auf die zwölf Kilometer lange Strecke. Vor der aus Bohlen neu gefügten Schutzhütte am Weißen Stein informierten Sachsenforst-Waldpädagoge Ulrich Zillmann und Kollegen über die Veränderungen, die der Waldumbau im Colditzer Forst mit sich bringt. "Die Leute sind sehr aufgeschlossen, wollen vieles wissen. Ein gelungener Vormittag", urteilte Zillmann. Ein Kompliment, das Sabine Mäding aus Zedtlitz zurückgab: "Was ein Phänologischer Garten ist oder ein Polterplatz, da hatte ich keinen Plan." Nun hatte sie ihn, entscheidend auch, um alle Wanderquiz-Fragen lösen zu können. Helga und Werner Michaelis aus der Nachbarschaft meinten: "Einfach super. Wir wandern sehr gern im Colditzer Forst." Den lieben auch Jürgen und Karin Wächtler aus Geithain: "Vor allem im Herbst, wenn er so schön bunt ist."

Fasziniert war Franz von Andreas Zwalinas Arbeit mit der Kettensäge. Der Fünfjährige aus Neukirchen verfolgte von der Schulter seines Vaters Tobias Geppert herunter, wie der Holzschnitzer an einer Weggabelung zur Sache ging und den Wanderern seine naturverbundene Handwerkskunst demonstrierte. Extra für die Jubiläumswanderung schälte der im Glastener Forst Wohnende eine auf einer Zeitung ruhende Eule aus einem Stamm. "Man sieht mal was anderes. Als Landwirt bin ich ja die letzten acht Wochen kaum vom Trecker gekommen", freute sich Geppert über diesen Wandertag.

"Wir sind gern zu Fuß in der Natur unterwegs", bekannten Ursula Przikopp und Klaus Breitenborn aus Oschatz, die mit einem befreundeten Paar teilnahmen und die Anreise nicht bereuten. Tausende Kilometer entfernt von Thierbaum ist Kayla Lombardi zu Hause. Dass die 18-Jährige aus Rhode Island nördlich von New York mit der LVZ wanderte, liegt an Familie Dimke aus Geithain, bei der die Austauschschülerin zurzeit lebt.

Als sich die Wandergruppen dem Altteich näherten, drangen Hornsignale durch die Bäume. Die Hainichener Jagdhornbläser hatten vor der kleinen Schutzhütte Aufstellung genommen. Ein Ort, der sich wegen seiner Akustik hervorragend eignete. "Wir halten das jagdliche Brauchtum hoch und nehmen so an den Jagden von Sachsenforst teil", sagte Tilmann Klein. Zu jenen, die vorgestern auf den Fürst-Pless-Hörnern bliesen, gehörte Elisa Christine Wolf; die gebürtige Mölbiserin war 2008 bis 2010 Sächsische Waldkönigin.

Über den Marktweg ging es zurück nach Thierbaum, nicht ohne bei Michael Klose und Hartmut Bauer zu verweilen. Die beiden Imker erläuterten am Waldrand ihr süßes Hobby. "Wobei es mir weniger um den Honig geht, vielmehr um die Faszination Biene", sagte der Hohnbacher Bauer, der seit 1965 Bienenvölker hat. Einen Blick in einen Stock hinein ermöglichte der Thierbaumer Klose, in dessen Schaukasten es rings um die Königin dicht an dicht krabbelte und summte. Auf den letzten anderthalb Kilometern hatten einige etwas mehr zu tragen - das eine oder andere Honigglas nämlich. Für Behältnisse dieser Art waren die Gürteltaschen natürlich nicht konzipiert, die die LVZ aus Anlass der Jubiläumswanderung jedem Teilnehmer auf den Weg gab.

"Das hat wirklich Spaß gemacht. Und der Weg war nicht zu lang. Im nächsten Jahr bin ich wieder dabei", meinte Felix Merkel (9) aus Ballendorf, als er den Friedelhof erreichte. Für ihn war es eine Premiere, nicht so für seine Oma Karla Sittner: "Mein Mann ist Wanderführer. So bleiben wir in Bewegung." Hans und Christa Ritter aus Pödelwitz warteten mit einem Vorschlag auf: "Diese Wanderungen sollte die LVZ auf unsere Region ausdehnen. Auch im Groitzscher Raum gibt es vieles zu entdecken."

Auf dem Friedelhof in Thierbaum klang der Tag mit einem Wanderfest aus. Der Kultur- und Heimatverein kümmerte sich um die Gastronomie. Auf der Bühne sorgten das Trio "Familie Opitz" und der Sportverein Ebersbach für Unterhaltung.

"Als vor zwei Jahrzehnten 70 Teilnehmer zur allerersten Wanderung kamen, waren wir überrascht. Viel erstaunlicher ist, was daraus geworden ist", sagte Regina Heinze. Für die Geschäftsführerin des Fremdenverkehrsverbandes Kohrener Land, der von Beginn an Mitveranstalter ist, sind diese Touren "identitätsstiftend, ein Stück Heimatpflege. Das setzen wir fort."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.09.2013

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