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Geithain Rekord-Spender wünscht sich mehr Mitstreiter
Region Geithain Rekord-Spender wünscht sich mehr Mitstreiter
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14:16 19.05.2015
Auf sagenhafte 175 Rot-Kreuz-Blutspenden kommt Hansjörg Lipfert aus Frohburg, hier gratuliert ihm Heike Naumann, die Geschäftsführerin des DRK-Kreisverbandes Geithain. Quelle: Thomas Lang

Damit dürfte er in der Region Geithain der Erste mit einer so stattlichen Zahl sein. Doch auch für alle anderen gab es ein großes Dankeschön und die Bitte: Weitermachen!

"Nimmt man all den Lebenssaft zusammen, den Herr Lipfert spendete, um anderen Menschen in Not zu helfen, kommen wir auf sagenhafte 87,5 Liter", hatte Frank Bläser vom Institut für Transfusionsmedizin Leipzig den "Nestor der hiesigen Blutspender" gewürdigt. Seit 1957 geht Lipfert Blut spenden, zuerst in Bad Lausick, später in Frohburg. Und der Senior erinnert sich genau an seine Premiere. "Animiert hatte mich meine damalige Freundin. Die war Krankenschwester. Ein schöner Nebeneffekt war zudem in den Anfangsjahren, dass Spender dadurch zusätzliche Lebensmittelmarken für Butter, Zucker und Fleisch erhielten." Seither liegt der bekennende Countrymusik-Fan nahezu ohne Unterbrechung alle zwei, drei Monate einmal auf der Pritsche, um Lebenssaft abzugeben und damit Menschen in Not zu helfen. "Ich wünschte mir, es würden viel mehr als kleine humane Geste Blut spenden. Denn wir wissen ja alle, dass der Bedarf immer höher wird", sinniert er. Geschadet hat es ihm noch nie. "Im Gegenteil. Ich fühle mich hinterher gesünder. Denn der Körper wird ja veranlasst, frisches Blut zu bilden", begründet er das und schiebt jeden Gedanken ans Aufhören auch jetzt weit von sich. "Solange es die Gesundheit erlaubt, gehe ich."

Genau das ist auch bei Jörg Boritz aus Frauendorf, Manrico Biedermann aus Geithain und Uwe Liebing aus Frohburg so. Das Trio wurde für jeweils 100 Spenden geehrt. "Seit der Armeezeit spende ich regelmäßig Blut. Und finde es schön, anderen damit helfen zu können. Denn jeder von uns kann ja mal in eine solche Situation kommen", ist der 51-jährige Boritz, selbstständiger Handwerker, mit sich zufrieden. Auch Biedermann (49), bei BMW in Leipzig arbeitend und seit den 1980er Jahren Spender, hat jetzt ein weiteres Ziel: "Natürlich peile ich nun das 125er Jubiläum an." Dem Radio- und Fernsehtechniker Liebing aus Frohburg waren die Eltern bei dieser Art von humanistischer Tat Vorbild. "Die gingen früher auch immer. Mein Bruder spendet ebenfalls regelmäßig. Und wenn ich gesund bin, verpasse ich keinen Termin", so der 48-Jährige.

Nicht nur Heike Naumann, seit Januar Geschäftführerin des DRK-Kreisverbandes, freut sich über solche Worte. "Schließlich kann man bis heute Blut nicht künstlich herstellen, so dass wir auf recht viele Blutspender angewiesen sind. Es ist ein unschätzbarer Dienst, schwerstkranken Patienten und solchen, die auf Blut oder Blutpräparate angewiesen sind, dadurch zu helfen, dass sie weiterleben beziehungsweise gesunden können", hob sie hervor.

Insgesamt wurde im vorigen Jahr an den 20 Abnahmeterminen, die in Geithain, Frohburg, Bad Lausick und Langenleuba-Oberhain das Institut für Transfusionsmedizin Leipzig und der Geithainer DRK-Kreisverband organisierte, 1091 Blutabnahmen realisiert. Das waren immerhin 25 Spender mehr als im Jahr zuvor. "Wir hoffen natürlich, dass diese Tendenz 2014 anhält", so Anja Grießer, die Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit des Instituts. "Schön wäre es zudem, wenn sich auch weitere Neuspender zu den Terminen einfinden. Denn wir brauchen Nachschub."

2013 konnten neben den Genannten elf Spenderinnen und Spender auf 50 Abnahmen, neun auf 40, elf auf 25 und 16 auf geleistete 15 Spenden verweisen. Seit 1954 ist es in der Region Geithain Tradition, diese Jubiläen zu würdigen. Ebenfalls anerkannt wurde die Arbeit der Helferinnen des DRK-Kreisverbands, die sich zu den Abnahmeterminen um die kulinarische Betreuung der spendewilligen Bürger kümmern.

Am 9. April sind die nächsten Gelegenheiten zum Blutspenden, in Frohburg und in Langenleuba-Oberhain.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.03.2014
Thomas Lang

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