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Geithain Renate und Otto Weigel in Geithain sind seit 65 Jahren verheiratet
Region Geithain Renate und Otto Weigel in Geithain sind seit 65 Jahren verheiratet
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07:00 01.12.2016
Renate und Otto Weigel aus Geithain haben am 1. Dezember vor 65 Jahren geheiratet. Im Familienkreis gefeiert wird am Sonnabend im Schützenhaus. Quelle: Jens Paul Taubert
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Geithain

Hoch türmte sich der Schnee im Dölitzschtal, als Renate und Otto Weigel am ersten Dezembertag des Jahres mit dem Pferdeschlitten zur katholischen Trauung nach Wechselburg fuhren, und in der Farbe des Schnees leuchteten die Chrysanthemen des Brautstraußes. Dass dieser Tag inzwischen exakt 65 Jahre her ist, das Paar, das am Donnerstag seine eiserne Hochzeit feiert, mag es kaum glauben. Und wer die beiden erlebt, agil und voll Lebensfreude, dem geht es kaum anders.

Viele Gäste werden sich am Donnerstag in der Wohnung in der Geithainer Bahnhofstraße, wo Weigels zu Hause sind, die Klinke in die Hand geben. Dann wird es eng in der gemütlichen Stube, ein Zustand, der häufig im Jahreslauf eintritt, wenn die Großfamilie zu einer Feier zusammenkommt. Die eiserne Hochzeit indes wird im Familienkreis erst am Sonnabend im Schützenhaus gefeiert.

„Positiv denken“ antwortet Renate Weigel (82) prompt, nach der Kunst zu altern befragt. Ihr Mann Otto (85) schwört „auf viel Bewegung an der frischen Luft“. Und beide sind sich einig darin, dass eine intakte Familie und ein verlässlicher Freundeskreis maßgebliche Faktoren von Lebensqualität sind. Für die 82-Jährige, die mehr als ein halbes Jahrhundert aktive Keglerin in Rochlitz war (1999 noch wurde die Seniorin im Kreis Rochlitz Sportlerin des Jahres!), zählt diese sportliche Gemeinschaft dazu, der sie sich noch immer verbunden fühlt. Und die lustige Truppe, die sich einmal in der Woche im Bad Lausicker Freizeitbad „Riff“ zum Saunieren trifft. Otto freut sich über den Zusammenhalt jener, mit denen sich Weigels über Jahre im Geithainer Bürgerhaus zum Tanztee trafen: „Wir tanzen zwar nicht mehr, aber kommen noch immer zusammen. Das macht Spaß.“

Dass sie ein erfülltes Leben würden haben können, war in den Kinderjahren beider nicht absehbar. Renate, in Schlesien aufgewachsen, musste in den frostklirrenden letzten Kriegstagen ihre Heimat verlassen. Otto, der Sudetendeutsche, musste nach den ersten Friedenswochen raus aus dem Böhmischen. Ihre Familie kam in Dölitzsch unter, seine in Mutzscheroda.

In der Mutzscherodaer Schule kreuzten sich beider Wege – ohne Nachhall, sagt sie, die damals kaum zwölf war: „Ich habe ihn gesehen. Er mich nicht, ich war noch zu jung.“ Das änderte sich, als beide in ihrer Lehrzeit nach Rochlitz mussten. „Jung gefreit hat nie gereut“, kommentiert der Senior und lacht. Der Stellmacher und Karosseriebauer ging später zur Polizei, leitete erst in Borna, dann in Geithain die Kriminalpolizei, ehe er 1989 in den Ruhestand ging. Renate war im Handel tätig, leitete bis zur Wende ein Spielwaren-Geschäft in der Innenstadt.

1960 war die Familie dann nach Dölitzsch gezogen, empfand die erste Wohnung hier als einen Fünfer im Lotto. Sie bot Komfort und Platz für die sechs Kinder. Die haben längst selbst Nachwuchs und der wiederum auch. Elf Enkel und elf Urenkel zählen inzwischen dazu. „Wir haben fast alle Hochzeiten unserer Enkel mitgemacht. Das erleben zu dürfen, ist ein Glück“, sagten Renate und Otto Weigel. Und dass sie sich aufgehoben fühlen können in diesem großen Kreis, auch wenn der weit gefasst ist - „von Hamburg bis Zürich, von Gera bis Berlin!“

Von Ekkehard Schulreich

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