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Geithain Rettung naht für alte Greifenhainer Schule
Region Geithain Rettung naht für alte Greifenhainer Schule
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18:54 07.09.2018
Die alte Greifenhainer Schule hat Käufer gefunden, die das markante Gebäude retten wollen. Quelle: Jens Paul Taubert
Frohburg/Greifenhain

Seit der Jahrtausendwende ruht der Schulbetrieb in Greifenhain, und ebenso lange bemüht sich die Stadt Frohburg, für das markante Gebäude eine neue Nutzung zu finden. Die große Hürde dabei war nicht der Bauzustand des Hauses, sondern der aus der Geschichte wie in vielen Dörfern herrührende Status als Kirchschullehen: Haus, Grund und darauf liegende Rechte, etwa für eine Kantoren-Wohnung, müssen zwischen Kommune und Kirchgemeinde geklärt werden. Ohne Bereinigung der Eigentumsverhältnisse kein Verkauf.

Leipziger bekommen das Haus für einen Euro

Dank gemeinsamer Anstrengung gelang es Kommune und Kirche, sich zu verständigen. Besser noch: Es gibt einen Kaufinteressenten, ein Ehepaar aus Leipzig. Der Stadtrat beschloss Donnerstagabend deshalb einstimmig, betreffende Flurstücke ins kirchliche Eigentum zu übertragen und den Leipziger Interessenten die Immobilie zum symbolischen Preis von einem Euro zu überlassen. Als Ausgleich will die Stadt für Friedhofs- und Kirchenbesucher bis Ende 2021 Parkplätze bauen.

Umfangreiche Sanierung notwendig

„Es gibt große Hoffnung, dass es jetzt vorwärts geht“, sagte Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW). Er könne nur allen danken, die sich dafür einsetzten, diesen schwierigen Einigungsprozess zu diesem Ergebnis zu führen, namentlich die damals amtierende Superintendentin Barbara Vetter. Die Kommune habe für das eindrucksvolle, 1911 erbaute Schulgebäude keine öffentliche Nutzung. Inzwischen sei dessen Substanz stark angegriffen. Umfangreiche Sanierungen seien unverzichtbar. Die Unterhaltung verursache erhebliche Kosten.

Käufer wurden durch Artikel aufmerksam

Der Sturm Friederike habe 8000 Euro teure Reparaturen am Dach erforderlich gemacht – allerdings: „Aufgrund eines Zeitungsartikels darüber wurden die Leipziger auf das Objekt aufmerksam.“ Um das Gebäude doch noch zu retten, würde es die Stadt sogar verschenken, hatte Hiensch in der LVZ im Februar gesagt: „Für den Eigentumsübergang des Gebäudes an die Kirche oder auch an einen anderen Eigentümer verlangt die Stadt keinen Cent.“ Viel wichtiger wäre es doch, die alte Schule einer neuen Nutzung zuzuführen; immerhin sei dieses Kirchschullehen das von der Substanz her wertvollste im an leer stehenden Kirchschulen überreichen Frohburger Stadtgebiet.

Erwerber verpflichten sich zum Erhalt

Da das Grundstück zu einem symbolischen Preis verkauft werde, verpflichteten sich die Erwerber „zum Erhalt des Einzeldenkmals Greifenhainer Schule und zur Sanierung“. Innerhalb von fünf Jahren nach Beurkundung des Vertrages müsse das Dach instandgesetzt und das Gebäude in Teilbereichen nutzbar sein. „Falls die Erwerber dieser Verpflichtung nicht nachkommen, steht der Stadt ein Rücktrittsrecht zu.“

Vor einem Jahrhundert unmittelbar auf dem Kirchhof errichtet, bildet die Schule zusammen mit der doppeltürmigen Kirche ein eindrucksvolles Ensemble. Vor einem Jahrhundert errichtet, war das Haus in der DDR-Zeit Zentralschule, dann POS. Seit der Einstellung des Betriebs im Sommer 2000 war die Schule, durch die Generationen von Greifenhainern gingen, verwaist.

Von Ekkehard Schulreich

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