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Riesiger Baubedarf und keine Geldquelle

Riesiger Baubedarf und keine Geldquelle

Groß ist teilweise der Sanierungsbedarf an kommunalen Gebäuden der Stadt Geithain. Das Geld dafür aufzubringen, dürfte der Kommune sehr schwer fallen, weil kaum Fördermöglichkeiten bestehen.

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Ohne eine Grundrenovierung kann das Zollhaus nicht vermietet werden, auch der Keller des Gebäudes ist nass.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain. Der Stadtrat hat die Problemlage vor einem knappen Jahr lediglich zur Kenntnis genommen.

 

 

Eine Liste der kommunalen Gebäude mit ihrem Sanierungszustand hat das Rathaus dem Stadtrat im Mai vorgelegt, und seitdem hat sich an der Situation kaum etwas geändert. Ein grob geschätzter Sanierungsbedarf von rund 80 000 Euro besteht am Bürgerhaus in der Louis-Petermann-Straße. Im Rahmen der Sanierung Ende der 90er Jahre erfolgte nur eine teilweise Trockenlegung der Kellerwände. Sicher habe es damals auch am Geld gelegen, vielleicht sei das Problem aber auch als nicht so wichtig erachtet worden, hatte Bauchefin Kerstin Jersierski im Stadtrat erläutert. 1999 war die Sanierung damals abgeschlossen worden. "Mit dem Problem leben wir bis heute", so die Fachbereichsleiterin Bau. Besonders deutlich zeige sich das Problem in den Künstlergarderoben, die genauso trockengelegt werden müssten, wie der Keller des Vordergebäudes. Rund 60 000 Euro könnte das nach Rathausschätzung kosten. Weitere etwa 20 000 Euro wären erforderlich, um die Zufahrt für Rollstuhlfahrer zum Haus zu sanieren, die laut Jesierski "bröselt".

 

 

Richtig nass ist der Keller des Zollhauses. Während der Allgemeinzustand als "zufriedenstellend" eingeschätzt wird, würde die Trockenlegung des Kellergeschosses nach Rathaus-Schätzung rund 50 000 Euro kosten. Im Falle einer Vermietung wäre auch eine Grundrenovierung erforderlich. In der Einwohnerversammlung hatte Geithains Bürgermeisterin Romy Bauer (parteilos) daran erinnert, dass dieses Gebäude vor dem Stadttor von der Verwaltung für den Verkauf vorbereitet worden war, eine Stadtratsmehrheit hatte sich jedoch dagegen ausgesprochen (die LVZ berichtete). Die Meinung der Stadträte sei zu respektieren, bekräftigte Bauer. Doch nun brauche man für das Haus eine Nutzungskonzeption, denn Leerstand verschlechtere den Zustand eines Gebäudes immer.

 

 

"Viel, viel Handlungsbedarf" besteht laut Bauchefin Jesierski am denkmalgeschützten Gebäude der Paul-Guenther-Schule. Noch steht der Abschluss der Trockenlegung aus, was die Verwaltung mit rund 80 000 Euro veranschlagt hat. Größter Brocken mit rund 800 000 Euro Kosten ist laut Rathaus die Erneuerung der Dacheindeckung. In den 1980er Jahren sei das Dach zuletzt neu gedeckt worden. Bei den Holzfenstern stehe die Kommune im Rahmen der Unterhaltung immer in der Verpflichtung, hatte die Bauchefin im Stadtrat erklärt. Notwendig ist laut Verwaltung außerdem die Sanierung einzelner Klassenräume, Fachkabinette und Schulkorridore.

 

 

Eine Komplettsanierung sowohl des Innenbereiches, als auch der Außenhaut ist für das Gebäude in der Colditzer Straße 2 erforderlich, das neben Wohnungen auch die Räumlichkeiten des Bauhofes beherbergt. Das Rathaus geht von einem Teilrückbau des ehemaligen Wohnbereiches und einer Sanierung des Außengeländes aus. Der Antrag für ein neues Fördergebiet Dresdener Straße ist, wie berichtet, zunächst gescheitert. Damit hat sich auch eine mögliche Förderung für das benachbarte Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr zerschlagen. Als dringendste Aufgaben stehen hier die Erneuerung der Dacheindeckung an, die Wärmedämmung der Fassade und eine Außenhautsanierung der Nebengebäude.

 

 

Erheblicher Sanierungsbedarf besteht beispielsweise auch im Geithainer Freibad. In diesem Jahr steht der Anschluss des Grundstückes an das zentrale Abwassernetz an. Die Sanitärbereiche sind zu erneuern und Duschen einzubauen. Die Außenhülle des Gebäudes, das unter anderem Toiletten und Umkleideräume beherbergt, wäre komplett zu sanieren. Auch eine Teilerneuerung der technischen Anlagen des Bades macht sich nach und nach erforderlich.

Ein besonderes Kapitel sind leer stehende kommunale Gebäude. Das betrifft beispielsweise den ehemaligen Kindergarten in der Grimmaischen Straße 12. Die Ausschreibung zur Veräußerung blieb bislang ohne Erfolg. Die vor einer Nutzung notwendige Komplettsanierung könnte rund 500 000 Euro kosten, schätzt die Stadtverwaltung. Kritisch ist der Zustand des Gebäudes Grimmaische Straße 14. Die Stadt würde es gern abreißen, doch da legt die Denkmalbehörde ihr Veto ein. Gleiches gilt für die Hospitalstraße 13 a/b, das ehemalige Armenhaus steht ebenfalls unter Denkmalschutz. In kritischem Zustand sind auch die Gebäude Dresdener Straße 17 sowie Tautenhainer Straße 1 bis 3. Beide stehen leer und würden eine umfangreiche Sanierung erfordern. Der Abriss beider Objekte erscheint im Rathaus denkbar.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.04.2014
Inge Engelhardt

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