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Geithain "Riff" bekommt ein neues Herz
Region Geithain "Riff" bekommt ein neues Herz
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15:11 19.05.2015
Die Firma Enertec aus Mühlhausen baut die alte Heizanlage aus, bevor die neuen Blockheizwerke montiert werden. Quelle: Jens Paul Taubert

Nach 18 Jahren sind die Aggregate, die Strom und Wärme liefern, verschlissen. Der Wechsel erfolgt ohne Einschränkungen im Bad. Zwei Wochen Bauzeit sind veranschlagt.

BHKW, dieses Kürzel steht für Blockheizkraftwerk, das Herzstück der "Riff"-Technik. Genau genommen handelt es sich um zwei. Seit der Eröffnung des Wellnesstempels kurz vor Weihnachten 1995 sind sie in Betrieb. "Sie laufen rund um die Uhr. Üblicherweise beträgt ihre Lebensdauer zehn bis 15 Jahre", sagt Henry Heibutzki, Geschäftsführer der Kur GmbH Bad Lausick, die das Freizeitbad betreibt. Es werde deshalb höchste Zeit, die Aggregate auszutauschen. Sie hätten ihre Aufgabe gut erfüllt, doch inzwischen sei die Technik anfällig geworden. 450 000 Euro investiert das kommunale Unternehmen in zwei neue BHKW, die von ihren Ausmaßen etwas kleiner sind als ihre Vorgänger. Die Motoren stammen künftig von MAN, bisher waren sie österreichischen Fabrikats. Für den Wechsel muss eine Zwischenwand im Untergeschoss des Bades geöffnet werden. Um Ausbau und Montage kümmert sich das Mühlhäuser Unternehmen Enertec Kraftwerke GmbH. Finanziert wird die Anschaffung per Kredit. "Die günstigen Zinsen kommen uns da sehr entgegen", so der Geschäftsführer.

Die beiden BHKW werden mit Erdgas betrieben. Sie produzieren Wärme und Strom. Letzterer deckt rund 85 Prozent des "Riff"-Eigenverbrauchs. Die übrigen 15 Prozent werden zugekauft. Jetzt, während des Aggregate-Austauschs, kommt der gesamte Strom aus dem Netz. "Den Strom selbst zu erzeugen, hat sich bewährt. Es ist deutlich kostengünstiger und umweltfreundlich. So können wir die ständig steigenden Strompreise etwas mildern", sagt Heibutzki. Die Wärme, die bei der Stromproduktion im "Riff"-Keller anfällt, wird im Bad selbst genutzt. Es dient der Erwärmung des Wassers in den Duschen und unterstützt die Heizung der Schwimmbecken. Allerdings reicht diese Abwärme bei Weitem nicht aus, so dass das Gros der Heizenergie durch Erdgaskessel erzeugt wird.

Im vergangenen Jahr erzeugte das Freizeitbad mit seinen beiden BHKW rund 2,6 Millionen Kilowattstunden Strom für den Hausgebrauch. Die neuen Aggregate sollen noch effizienter arbeiten. "Wir wissen jetzt genau, wie viel Strom wir brauchen, und haben sie so konzipiert, dass sie immer unter Volllast laufen können", so Heibutzki. Steigende Energiekosten könne man bisher abfangen, so dass die Eintrittspreise in Spaßbad, Saunen und Wellnessbereich bis auf Weiteres unverändert blieben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.11.2013
Ekkehard Schulreich

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