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Risse im Anbau: Flößberger Feuerwehr kann Schulungsraum und Duschen nicht nutzen

Bauschäden Risse im Anbau: Flößberger Feuerwehr kann Schulungsraum und Duschen nicht nutzen

Zuerst waren es nur kleine Risse, doch inzwischen haben sie bedrohliche Ausmaße angenommen: Der Anbau des Flößberger Feuerwehr-Depots darf nicht mehr genutzt werden. Der Verein Dorfgemeinschaft gewährt den Ehrenamtlichen ein Dach auf Zeit. Doch klar ist: Frohburg muss außer der Reihe investieren – und zwar möglichst bald.

Der Anbau links ist aufgrund starker Risse gesperrt, Schulungsraum, Duschen und Toiletten können derzeit nicht genutzt werden. Die Fahrzeughalle ist nicht betroffen.

Quelle: Ekkehard Schulreich

Frohburg/Flößberg. Sie helfen, wenn Menschen in Not geraten, und sind plötzlich selbst in Nöten: Die Ehrenamtlichen der Freiwilligen Feuerwehr Flößberg können Schulungsraum, Dusche und Toiletten nicht mehr nutzen. Im Anbau neben dem Depot haben sich derart starke Risse in den Wänden gebildet, dass das Gebäude gesperrt wurde. Dass es sogar abgerissen werden muss, will Frohburgs Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) nicht mehr ausschließen. In Frage gestellt werde die Existenz der Flößberger Wehr allerdings nicht: „Bauamt und Wehrleitung haben sich das Ziel gestellt, schnellstens eine gemeinsame Lösung zu finden - möglichst innerhalb der nächsten zwei Jahre.“

Auf der Rückseite des Anbaus haben sich starke Risse gebildet

Auf der Rückseite des Anbaus haben sich starke Risse gebildet.

Quelle: Ekkehard Schulreich

Mit kleinen Rissen im Schulungsraum habe das Malheur vor einem Jahr begonnen, sagt Wehrleiter Ronny Eydner. „Die wurden aber immer größer, sind zum Teil zwei Zentimeter breit.“ Eine Ecke drohe gänzlich abzurutschen; selbst kurzfristig gezimmerte Stützen könnten diesen Prozess nicht stoppen. Er vermute, dass die Streifenfundamente des in den Siebziger-, Achtzigerjahren errichteten Anbaus gebrochen seien. Ob die Absenkung des Grundwasserspiegels während der Kanalarbeiten in der nahen Wassergasse eine Ursache dafür seien, wie mancher munkele, nannte Eydner „reine Spekulation“. Was zu den massiven Schäden führe, werde zurzeit von Fachleuten untersucht.

Ohne der fälligen Bauzustandsanalyse vorzugreifen, spricht der Bürgermeister bereits davon, dass die Behausung „wider allgemeinen baulichen Sachverstand errichtet worden und insbesondere die Gründung unvollkommen“ sei. Er stützt sich bei dieser Lageeinschätzung auf einen Gutachter. Angesichts der Schäden sei ein Abriss und Neubau unter Umständen die wirtschaftlichste Lösung. Die Fahrzeughalle selbst sei glücklicherweise nicht betroffen, und er fürchte auch nicht, dass die Schäden auf das Depot übergriffen. Die Feuerwehr sei uneingeschränkt einsatzbereit. Hiensch hält es für denkbar, dass die Setzungen Spätfolgen des Hochwassers 2013 sind. Wie auch immer eine Lösung aussehe, sie werde auf jeden Fall kostenintensiv. Frohburg brauche dafür, aus welchem Topf auch immer, Fördermittel. Und es sei wohl unverzichtbar, dass einige der in die bis 2021 reichende Finanzplanung aufgenommenen Vorhaben auf den Prüfstand kämen und gegebenenfalls zurückgestellt würden.

„Wir haben uns mit dem Verein Dorfgemeinschaft kurzgeschlossen. Wir können seine Räume für Schulungen nutzen“, sagt Ronny Eydner. „Bei allem Entgegenkommen ist das natürlich nur eine Notlösung. Und dass wir uns künftig nach Einsätzen, etwa nach einem Brand, nicht mehr duschen können, ist höchst unerfreulich.“ Den 25 Mitgliedern der aktiven Wehr stehe nur noch eine Toilette in der Fahrzeughalle zur Verfügung. Betroffen sind aber auch die zwölfköpfige Ehrenabteilung, die mit Prießnitz gemeinsam betreute Jugendwehr (25 Mitglieder) und die Jüngsten von den „Feuerflitzern“ (17). Der Wehrleiter ist dankbar, dass die Stadt Frohburg die Kameraden unterstützt. Eine Durststrecke von bis zu zwei Jahren müsse und könne man wohl oder übel überstehen. „Wenn wir zumindest 2019 eine Lösung hätten, wäre das nicht schlecht: Dann feiern unsere Feuerflitzer ihr Zehnjähriges.“

Von Ekkehard Schulreich

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