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Geithain Robert Lange zeigt in Bad Lausick geheimnisvolle Unterwasser-Welten
Region Geithain Robert Lange zeigt in Bad Lausick geheimnisvolle Unterwasser-Welten
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07:00 03.12.2016
Robert Lange in seiner ersten Foto-Schau, die jetzt in der Bad Lausicker „Riff“-Galerie eröffnet wurde. Quelle: Jens Paul Taubert
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Bad Lausick

Einen trefflicheren Ort als die „Riff“-Galerie konnte Robert Lange gar nicht finden für seine erste Ausstellung: Der Leipziger Tauchlehrer und Unterwasser-Fotograf war oft schon in faszinierenden Meerestiefen vor Australien, vor Bali und Südafrika unterwegs, kennt Riffe also wie kaum ein Betrachter seiner Bilder. Im Bad Lausicker Kur- und Freizeitbad aber zeigt er nicht nur Fotografien, die in fernen Ozeanen entstanden, sondern Frappierendes aus Gewässern im Leipziger Umland: aus Steinbrüchen und aus Seen, die noch vor zwei Jahrzehnten Kohlelöcher waren. An einem, dem Zwenkauer See, unterhält er seit wenigen Monaten eine Tauchbasis. Die Schau wurde in dieser Woche eröffnet.

Unterwasser-Fotografie in brillanten Farben ist seit dieser Woche und noch bis März in der Galerie im Bad Lausicker Kur- und Freizeitbad „Riff“ zu sehen. Robert Lange, der die Tauchbasis Zwenkauer See betreibt, gibt erstmals Einblicke in sein fotografisches Schaffen.

„Zum Fotografieren komme ich kaum, jedenfalls nicht in dem Umfang, wie ich es mir vorstelle“, sagt Robert Lange, in Leipzig aufgewachsen. Dass die IT-Branche, für die er sich nach der Schule entschied, nicht sein Feld ist, merkte er bald, hielt sich längere Zeit in Australien und – um präzise zu sein – vor Australien auf, bis zu mehrere Dutzend Meter unter der Meeresoberfläche. Hier, in dieser einzigartigen Unterwasserwelt des Roten Kontinents, entdeckte er das Tauchen für sich und als ihm adäquates Berufsfeld. Nach der Rückkehr eröffnete er eine Tauchschule in Leipzig, ist jetzt am Zwenkauer See vor Ort. Wer diesem einstigen Tagebau auf den Grund gehen möchte, kommt an dem 39-Jährigen nicht vorbei: „Wir von der Tauchbasis Zwenkauer See sind sozusagen für das Tauchen hier im See verantwortlich. Wer hier tauchen möchte, muss sich bei uns anmelden.“

Wenn es die Zeit erlaubt, nimmt Lange seine Fotoausrüstung mit unter Wasser, eine Vollformat-Canon, zwei spezielle Blitze. „Damit die Bilder gelingen, musst Du ordentlich Licht in das Dunkel bringen“, sagt er. Das herrsche auch bei klarstem Wasser in Tiefen von bis zu mehreren Dutzend Metern. Langes Fotografien eröffnen so dem Betrachter der Bad Lausicker Schau völlig neue Räume. Auge in Auge sieht er sich mit einem brillant gefärbten Zackenbarsch, der – trabant-groß – Langes Unterwasserweg vor Südafrika kreuzte. Der dreistachlige Stichling aus dem Zwenkauer See ist mit gerade einen Zentimeter Länge ein Winzling dagegen – und trotzdem ein sehr lebendiges, attraktives Fotomotiv.

„Die Vielfalt, die in den Leipziger Seen zu entdecken ist, unterschätzen viele. Gerade im Makro-Bereich kann man eine Menge sehen, vom Krebschen bis zum Zweieinhalb-Meter-Wels – wenn man sich die Zeit dafür nimmt.“ Selbst Schwämme gebe es, etwa im Kulkwitzer See, auch wenn sie mit jenen der Südsee natürlich kaum vergleichbar seien. Für ein Karpfen-Porträt, in Nordthüringen entstanden, lag Lange geduldig „eine Dreiviertel Stunde im Dreck“. Vor Malta stieg er zum Wrack eines gesunkenen Öltankers herab. Überraschend das Vexierbild, das er aus Südafrika mitbrachte: Der Skorpionfisch ist vor dem aquarellhaften Hintergrund erst beim dritten oder vierten Blick zu erkennen.

Dass Tauchen immer mehr Freunde findet, Robert Lange nimmt es mit Freude zur Kenntnis. Seine Tauchschule, Teil des internationalen Padi-Netzwerkes, bildet das ganze Jahr über Interessenten aus. Die Fotografien, die er in der „Riff“-Galerie zeigt, sind deshalb durchaus eine Einladung, denn: „Fotografieren oder filmen wollen sie alle.“ Allerdings sei das der zweite Schritt und ebenso Arbeit.

Die Fotografien sind bis März im „Riff“. Da ist Lange längst wieder unterwegs: in Borneo, sich zu qualifizieren, um künftig selbst Tauchlehrer ausbilden zu können. Dass er neben der Tauchausrüstung seine Fototechnik mit in den Flieger nimmt, versteht sich von selbst.

Von Ekkehard Schulreich

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