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Roboter übernehmen in Ballendorf bald das Melken

Roboter übernehmen in Ballendorf bald das Melken

Die Getreideaussaat ist gut über den Winter gekommen. Dem Raps allerdings hat die Nässe des vergangenen Jahres zugesetzt, und sie ist auf manchen Feldern noch immer ein Problem.

Ballendorf. Durchaus mit Zuversicht blickt man in der Agrargesellschaft in Ballendorf auf das neue Erntejahr. Und will für den Neubau eines Milchviehstalls in Ballendorf endlich die Weichen stellen.

Der Milchpreis macht Arnd Mothes, anders als in vergangenen Jahren, zumindest aktuell wenig Sorge: „34 Cent pro Liter, das ist schon in Ordnung. Vor zwei Jahren waren es zehn Cent weniger. Allerdings fehlt es uns ein bisschen an der Milchmenge." Standen üblicherweise 220 Milchkühe im Stall des in Ballendorf ansässigen Landwirtschaftsunternehmens, ist die Zahl auf 180 Tiere gesunken. Spielraum bei der Milchquote bestehe da durchaus, so der Geschäftsführer: „Es wäre doch schade, wir würden sie nicht ausnutzen. Das hieße Geld verschenken." Bis zum Jahresende wolle man deshalb den Milchviehbestand auf das ursprüngliche, in Ballendorf eingeführte Niveau heben. Und bei der abgelieferten Milchleistung auf 8400 Liter pro Kuh und Jahr wachsen.

In unmittelbarem Zusammenhang mit diesen Zielen steht der Bau eines neuen Stalls. Sein Herzstück sollen modernste Melk-Roboter sein, ausgelegt auf 250 Tiere. „Wir wollen in diesem Jahr den Förderantrag stellen", sagt Mothes. Der Bau müsse kommen, um einen gewissen Investitionsstau aufzulösen. Vor allem aber, um einem in den nächsten Jahren drohenden Mangel an Fachkräften mittels Technik entgegenzuwirken und um effizienter zu produzieren. Dabei legt der Betrieb mit seinen zwei Dutzend Mitarbeitern Wert darauf, den beruflichen Nachwuchs möglichst selbst auszubilden. Eine junge Frau qualifiziert sich zurzeit zur Tierwirtin. Die Lehrstelle Landwirt blieb bisher umbesetzt. „Ich würde gern jemanden einstellen, doch unter den Bewerbern war kein Geeigneter", sagt Mothes. An der Ausbildung halte man fest, setze vor allem auf junge Menschen aus dem Dorf oder der unmittelbaren Umgebung, denn da sei die Bindung an den Betrieb einfach enger. Der Bau einer Biogas-Anlage, eine Idee, die es ebenfalls seit einem Jahr gibt, ist in einem zweiten Schritt geplant. Die Energieerzeugung aus eigenen Ressourcen könnte dazu beitragen, das Unternehmen wirtschaftlich breiter zu etablieren.

Die witterungsbedingten Probleme, mit der die Landwirtschaft der Region im Sommer und Herbst 2010 zu kämpfen hatte, wirken bis in dieses Frühjahr hinein. Da macht der Ballendorfer Betrieb keine Ausnahme. „Weil wir wegen der Nässe damals Probleme hatten, den Weizen vom Feld zu bekommen, verzögerte sich die Rapsaussaat", sagt Arnd Mothes. Die Pflänzchen seien daher nicht so kräftig wie sonst in den Wintergegangen. „Und wir haben nasse Ecke, wo der Raps gar nicht aufgegangen ist. 20 bis 25 Hektar müssen wir wohl umbrechen." Dann soll Mais auf diesen Schlägen wachsen. Dem Verlust beim Raps steht ein guter Raps-Preis gegenüber, auch bei Weizen und Gerste lassen sich wohl gute Erlöse erzielen. Mothes: „Die Gerste sieht gut aus. Ich verspreche mir einiges davon." Raps bleibt mit 400 Hektar die Ballendorfer Kultur Nummer zwei knapp hinter Weizen (420) und vor Gerste (220). Außerdem werden Mais und Vermehrungsgras produziert.

Ekkehard Schulreich

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