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Geithain Rock, Fußball und Striptease in Flößberg
Region Geithain Rock, Fußball und Striptease in Flößberg
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00:27 24.05.2018
Fußball stand im Mittelpunkt beim Vereinsfest in Flößberg. Hier das Spiel Lok Leipzig gegen Gnadstein, das die Blau-Gelben mit 8:0 gewannen. Quelle: Katja Senier
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Flößberg

Wenn die Flößberger erst einmal loslegen, dann wird geklotzt und nicht gekleckert. So betreiben sie entweder überhaupt keine Landwirtschaft, oder sie züchten Superkühe wie die „Simmentaler“ von Thomas Eydner. Zu Pfingsten hatten die Einwohner anlässlich des 25. Flößberger Sportfestes ein dreitägiges Programm auf die Beine gestellt, dass in einem 600-Seelen-Dorf eher nicht zu erwarten ist. Neben Fußball, Fußball und noch einmal Fußball – von der E-Jugend bis zu den Herren und vom Rasenspiel bis zur Großübertragung des DFB-Pokals – durften die RB-Leipzig-Fans auch das Maskottchen „Bulli“ hautnah erleben. Die Kindertagesstätte und die Feuerwehr boten ein Programm, und Seifenblasenartist Jörg Müller aus Naunhof verzauberte nicht nur die Kinder. Außerdem rückten am Sonnabendabend die Rocker von „Four Roses“ aus Leipzig mit gut eingespielten und abgehangenen Coverversionen von Tom Petty bis zu den Rolling Stones an, gefolgt von elektronischer Musik der DJ`s Robbex und Patrick Hoffmann, die dann auch die jüngeren Semester auf die Tanzfläche brachten.

Fest hat viele Besucher

Eigentlich begeht der Sportverein schon seinen 118. Geburtstag, aber richtig gefeiert wird erst seit 25 Jahren. „Und der Besucherandrang wächst von Jahr zu Jahr“, erzählte Markus Walter, 44. Der Anwalt für Sozialrecht sitzt seit den Anfängen im Jahr 1993 im Vorstand des SV Flößberg. „Damals gab es nur ein Fußballturnier und dann eine Feier im Dorfsaal.“ Heute findet das Fest mit umfangreichem Programm ausschließlich auf dem Sportplatz mit dem herrlichen Rasen statt. Dort tobten dann auch unermüdlich die Kinder auf zwei riesigen Hüpfburgen, umschwebt von Bratenduft aus riesigen Pfannen.

Zur Musik von Four Roses wurde abgerockt. Quelle: Katja Senier

Dass die Betreiber des Festzeltverleihes zum Vorstand gehören, macht vieles einfacher und wahrscheinlich billiger. Der dynamische Eindruck täuschte nicht:

Ein ganzes Dorf zieht mit

„Es gibt eigentlich kaum Arbeitslose bei uns“ sagte Markus Walter, „und gäbe es mehr Bauland, würden sicher noch mehr junge Familien hierherziehen.“ Und der Pressesprecher des Vereins, Johannes Herbrich (27), fügte hinzu: „Unser Leben ist sehr gemeinschaftlich. Ohne die vielen Ehrenamtlichen würde das hier nicht gehen.“ Leider musste er die Feier mit einem kürzlich gebrochenem Schlüsselbein überstehen. Er ist einer der Jungen, die den Staffelstab der Organisation von den Älteren übernommen haben. „Wir sind sehr froh, dass wir so viele junge Leute für den Vorstand gewonnen haben“, freut sich Markus Walter.

Damit kann Flößberg in der ganzen Umgebung punkten. Auf dem Beachvolleyballfeld tummelten sich die Geithainer „Paragraphenreiter“, die aufgrund ihrer Berufswahl so heißen, und die jungen „Favoriten“ aus Bad Lausick.

Nach dem Auftritt des auch überregional bekannten Leipziger DJs Marc Werner (Spring Break Festival) folgte am Sonntagabend noch eine Nummer, von der Johannes Herbrich zugibt, dass sie jedes Jahr für Diskussionen im Vorstand sorgt: eine erotische Strip-Show.

Von Katja Senier

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