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Rodas Heimatverein baut Brücke zwischen gestern und heute

Zusammenhalt im Dorf Rodas Heimatverein baut Brücke zwischen gestern und heute

28 Mitglieder zählt der Heimatverein Roda aktuell, doppelt so viele wie zu seiner Gründung. Die 900-Jahr-Feier war die erste große Bewährungsprobe für den Verein. Er legte die Chronik vor, gestaltete den großen Umzug mit. Heute kümmert er sich neben dem Historischen um das Gesellige, richtet zwei Busfahrten im Jahr aus und eine Weihnachtsfeier für die Älteren.

Ein Modell der Rodaer Kirche steht gut sichtbar vor der Heimatstube.

Quelle: Jens Paul Taubert

Frohburg/Roda. Ein Raum, der angefüllt ist mit Geschichte: Das ist die Heimatstube, die der Heimatverein Roda in der ehemaligen Schule des Dorfes betreibt. Das Haus befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft der von einer massiven Bruchsteinmauer umfassten Kirche. Christa Kipping hat das Ensemble vor Augen, wenn sie aus dem Fenster schaut. Die 80-Jährige ist Vorsitzende des kleinen, aber agilen Heimatvereins. Das Faible für die Heimatpflege hat sie möglicherweise von ihrem Großvater. Richard Fröhlich betrieb nicht nur eine Fleischerei. Er tat mit in einem jener Gesangvereine, von denen es im Laufe der Jahrzehnte einige gab in Roda.

Seit dem jüngsten Frühjahrsputz durch die Mitglieder des Heimatvereins steht die historische Landtechnik wieder vor der Schule, macht neugierig auf die kleine Schau zu Landwirtschaft, Handwerk und dörflichem Alltag im Inneren. „Ich hab’ den Schlüssel, und wenn einer sehen will, was wir so zusammengetragen haben, gehe ich mit ihm rüber“, sagt Christa Kipping. Wer sich darüber hinaus für die Kirche interessiert – ein Modell steht gut sichtbar vor der Heimatstube, ist bei Anita Schmalfuß an der richtigen Adresse. Sie arbeitet genauso im 1998 gegründeten Heimatverein mit wie etwa Bernd Reuß, der Rodaer Ortschronist.

28 Mitglieder zählt der Verein aktuell, exakt doppelt so viele wie zu seiner Gründung. Einmal im Vierteljahr trifft man sich, um über heimatgeschichtliche Themen und gemeinsame Vorhaben zu sprechen. Natürlich, sagt Kipping, seien es in erster Linie die Älteren aus dem Dorf, die sich für das Historische erwärmen könnten. Dass das Interesse aber durchaus größer sei, habe der Verkauf des 50 Seiten starken Heftes zur Ortsgeschichte gezeigt. Zur 900-Jahr-Feier 2005 erarbeitet, sei es trotz der starken Auflage längst vergriffen.

Dass der Verein sich zusammenfand, liegt vor allem an Hans-Günther Schuster. Dessen Vater war Lehrer in Roda; er selbst betrachtet, obwohl inzwischen nach Leipzig gezogen, das Dorf noch immer als seine Heimat. „Er hat sich für die Geschichte begeistert – und uns auch“, erinnert sich Christa Kipping, die wie Schuster Gründungsmitglied war. In der alten Schule mit dem einen Klassenzimmer wurde sie bis zu deren Schließung 1950 unterrichtet; dann mussten die Rodaer Kinder nach Greifenhain. Der Klassenraum wurde unterteilt; ins hintere Zimmer zog der Bürgermeister ein. Heute treffen sich dort Verein und Ortschaftsrat, während die Ausstellung im vorderen Bereich aufgebaut ist.

Die 900-Jahr-Feier war die erste große Bewährungsprobe für den Verein. Er legte die Chronik vor, gestaltete den großen Umzug mit. Heute kümmert er sich neben dem Historischen um das Gesellige, richtet zwei Busfahrten im Jahr aus und eine Weihnachtsfeier für die Älteren. Wenn das Rodaer DRK traditionell Ende Mai das Eichenfest feiert – 2016 ist das am 28. Mai –, ist der Verein mit dabei. Die Rodaer Freiwillige Feuerwehr begeht am 20. August ihr 70-jähriges Bestehen. Christa Kipping: „Da backen wir Kuchen und spenden den Erlös.“ Der Heimatverein verstehe sich als eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, wolle in besonderer Weise die Gemeinschaft fördern im Ort, der vor vielen Jahren schon Teil der Stadt Frohburg wurde: „Und wir können uns in Roda nicht beklagen. Der Zusammenhalt im Dorf ist gut.“

Von Ekkehard Schulreich

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