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Geithain Rüdigsdorf: Bakterien reduzieren Schlamm, doch das reicht kaum
Region Geithain Rüdigsdorf: Bakterien reduzieren Schlamm, doch das reicht kaum
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17:02 29.05.2018
Idyllisch wirkt der Rüdigsdorfer Teich nahe der Kirche. Doch mit dem Ergebnis der Entschlammung ist man im Ort nicht zufrieden. Quelle: Ekkehard Schulreich
Frohburg/Kohren-Sahlis

Libellen gleiten über die unbewegte Oberfläche des Rüdigsdorfer Teichs. Das üppige Grün des Ufers spiegelt sich. Aus dem Schilf dringen Vogellaute. Frösche sind deutlich zu hören. Wer das kleine Gewässer gegenüber der Zufahrt zum Schwindsaal so sieht, empfindet es als Idylle. Im Kohren-Sahliser Ortschaftsrat indes betrachtet man den Teich eher mit Stirnrunzeln. Der Autobahn-Bauer Deges hatte sich, zu einem Ausgleich für Eingriffe in die Natur in der Pflicht, entschlossen, die Schlammlast im Teich zu reduzieren. Allerdings sollte das nicht auf herkömmliche Art mit Hilfe eines Baggers geschehen, sondern mithilfe des Hungers von Bakterien.

Ernüchternde Bilanz trotz Verbesserung

Das war eine Art Pilotprojekt. Wir waren skeptisch“, blickt Siegmund Mohaupt, damals Bürgermeister, heute Ortsvorsteher, auf das Jahr 2015 zurück. „Ein spezielles Belüftungssystem soll in das Gewässer eingebaut werden, um die organischen Bestandteile im Bodensatz beziehungsweise dessen Stärke zu reduzieren”, hatte seinerzeit Deges-Sprecherin Etta Weiner das Verfahren erläutert. Mohaupts Unbehagen dabei: „Die Sedimente im Teich, alles Nichtorganische, bleibt dabei drin.“ Heute sehe man, es wäre besser gewesen, nicht nur Teile des Schlamms abzubauen, sondern ihn herauszuholen – auch wenn das teurer und aufwendiger gewesen wäre. Dann hätte man für viele Jahre Ruhe. „Jetzt aber ist erkennbar, der Teich wächst wieder zu.“

Schlammlast deutlich verringert

„Das sogenannte Drausy-Verfahren ist nicht geeignet, den im Teich vorhandenen anorganischen Sedimentanteil zu reduzieren“, sagt Brigitte Laux, Sprecherin des Landkreises Leipzig. Das sei allen Beteiligten von Beginn an klar gewesen, dem Umweltamt des Kreises wie der Stadt Kohren-Sahlis. Die Technische Universität Berlin habe die Durchführung des Verfahrens begleitet. Ihre Dokumentation zeige, dass es tatsächlich gelungen sei, die Schlammlast im Teich zu verringern. Das sei an Ergebnissen von sechs punktuellen Messungen erkennbar. Dort, wo der Schlamm mit 1,30 Metern am mächtigsten war, sei er auf 91 Zentimeter gebracht worden. An anderer Stelle sank die Schlammschicht von 75 auf 33 Zentimeter. Was im Umkehrschluss aber bedeutet: Noch immer ruhen etliche Kubikmeter Schlamm im Teich und überziehen den Grund in einer Stärke von 33 Zentimetern bis zu einem knappen Meter.

Fischzucht soll zurück

„Nach Beendigung des Verfahrens wurde die geringe Wassertiefe des fast verlandeten Teichs auf deutlich über einen Meter erhöht“, so Laux. Aus Gründen einer nachhaltigen Teicherhaltung sei im Rahmen einer ordnungsgemäßen Teichbewirtschaftung ein regelmäßiges Ab- und Anstauen nötig, Fischzucht inklusive. Unterbleibe das, verlande der Teich binnen Kurzem erneut. Das sei ihm bewusst, sagt Siegmund Mohaupt: „Wir müssen den Teich wieder in die Verpachtung bekommen. Das muss der nächste Schritt sein.“ Richtig glücklich ist er mit dem Erreichten trotzdem nicht: „Ein bisschen mehr hätte sich die Deges ins Zeug legen können.“ Im Sinne eines Mehrwerts für die Kommune. Der Ablauf des Teiches werde in Ordnung gebracht, wenn demnächst der Ausbau der Schulstraße erfolge.

Von Ekkehard Schulreich

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