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Geithain Rund um die Töpferscheibe: Werkstätten laden ein zum Schauen und Ausprobieren
Region Geithain Rund um die Töpferscheibe: Werkstätten laden ein zum Schauen und Ausprobieren
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11:19 10.03.2016
Töpfermeisterin Gundula Müller aus Kohren Quelle: Jens Paul Taubert
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Landkreis Leipzig

„Schauen, anfassen, staunen“: Das Motto des 11. Tages der offenen Töpferei ist Programm. Deutschlandweit laden keramische Werkstätten am Wochenende ein – genau genommen also nicht zu einem Tag, sondern zu zwei – Sonnabend und Sonntag. Allein im Freistaat beteiligen sich 67 Unternehmen an der Veranstaltung, die die sächsische Innung einst maßgeblich initiierte. Im Landkreis Leipzig und der Stadt selbst ist Publikum in mehr als einem Dutzend Töpfereien an der richtigen Adresse. Zwei Wochen vor Ostern ist das zudem eine passable Gelegenheit, kleine Geschenke und österlichen Schmuck zu erwerben.

„Wer möchte, kann sich an die Drehscheibe setzen und selbst etwas gestalten. Das ist sonst nur auf Anmeldung möglich“, sagt die Kohren-Sahliser Töpfermeisterin Gundula Müller, die sich von Anfang an an diesem besonderen Tag beteiligt. Weil er dem Jahrhunderte alten Handwerk eine erhebliche Aufmerksamkeit beschere: „Wir haben hier nicht nur Besucher aus der Region, sondern auch aus Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die stellen sich an diesem Wochenende Touren zusammen, um neue Werkstätten kennenzulernen.“ Für das Kohrener Land, wo Töpferhandwerk und Töpferkunst seit Alters her eine Heimat hätten, bringe diese Veranstaltung viel. Tag der offenen Töpfereien, Kohrener Töpfermarkt, der Kunstmarkt an der Lindigtmühle – drei Veranstaltungen zögen im Frühjahr die Leute an. Auf der Mitteldeutschen Handwerksmesse im Februar habe man gezielt dafür geworben, so Müller: „Die Messebesucher entdecken weniger die einzelnen Betriebe als vielmehr unsere ganze Region. Darauf kommt es an.“

„Der Tag der offenen Töpferei wird gern von jenen Kunden angenommen, die uns schon lange kennen. Und es kommen neue hinzu. Es gibt Gelegenheit für Gespräche. Wir erfahren Wünsche, erhalten Anregungen“, sagt Töpferin Heidi Steglich, Geschäftsführerin der Töpferhaus Arnold GmbH in Kohren-Sahlis, ein Betrieb, dessen Wurzeln bis 1548 zurückreichen. Keramik-Liebhaber erlebten unmittelbar, wie die Stücke entstünden, genössen das Flair - nicht nur bei Führungen mit Peter Ruf vom Dachboden bis zum Keller, sondern auch bei selbst gebackenem Kuchen und Kaffee. Auch Steglich betrachtet das Wochenende als Schaufenster, denn trotz der Lage zwischen Leipzig und Chemnitz sei Kohren-Sahlis manchem (bisher) kein Begriff.

„Wir sind seit Anfang an beim Tag der offenen Töpferei dabei“, sagt Matthias Jäkel vom Keramikgut Naunhof. „Der Tag hat sich mittlerweile fest etabliert, die Besucher kommen und schauen, was wir an neuen Produkten zu bieten haben. Sie kommen auch nicht nur zu uns, sondern machen oft eine kleine Rundreise, um möglichst viele Töpfereien zu besuchen.“ Das Keramikgut, welches es seit nunmehr 13 Jahren gibt, begeistert seine Kunden vor allem mit Pflanz- und Schmucksäulen, Garten- und Blumensteckern und Zimmerbrunnen. Aber auch filigrane Stücke sind bei Matthias Jäkel zu finden: „Ich habe früher als Porzellanmaler in Meißen gearbeitet. Gebrauchskeramik, etwa Geschirr, verziere ich mit Glasuren in verschiedenen Farben und auch Keramikschmuck gehört bei uns zur Produktpalette. So findet hier jeder sein individuelles Ostergeschenk.“ Für die Besucher gibt es Kaffee und Kuchen, Führungen durch die Werkstatt, Vordrehen an der Töpferscheibe und wer mag, kann eine eigene Keramiktasse bemalen.

„Für uns ist der Tag der offenen Töpferei immer eine tolle Möglichkeit, den Leuten zu zeigen, dass Töpfern mehr ist als ein bloßes Hobby – nämlich ein richtiger Handwerksberuf, der durchaus auch schweißtreibend sein kann“, erklärt Sylvia Müller von der Töpferei Uhde & Müller in Altenbach. Sylvia Müller und ihr Mann Gregor führen ihr Unternehmen bereits seit 25 Jahren. „Das Tolle ist ja auch, dass jede Werkstatt etwas anderes zeigt – so wird die Vielfältigkeit des Töpferns perfekt präsentiert“, findet Müller. Bei der Töpferei Uhde & Müller kann man an diesem Tag in die Vergangenheit eintauchen: „An einer alten Fußdrehscheibe zeigen wir das Töpferhandwerk, wie es vor 100 Jahren war: Völlig ohne Strom.“ Sie und ihr Mann produzieren unter anderem Geschirr, Schalen, Vasen oder Gartenkeramik. Diese werden dann mit Fayence, einer filigranen Verziertechnik verschönert oder mit Engobe, einer bestimmten Glasur überzogen.

„Das Künstlergut Prösitz ist dieses Jahr zum ersten Mal dabei“, sagt Ute Hartwig-Schulz, Geschäftsführerin des Vereins. „Im Rahmen des Tages der offenen Töpferei stellt der polnische Künstler Mateusz Grobelny am Sonntag ab 15 Uhr im Pfarrhaus Mutzschen sein neues Projekt vor“, so Hartwig-Schulz. Der Künstler plant im Juni den sogenannten Leuchtturm von Mutzschen. Dabei handelt es sich um einen meterhohen Freibrandofen aus Glas. Er soll auf dem Marktplatz in Mutzschen stehen und auch nach Ende des Projektes weiter als Kunstwerk im Muldental bleiben. Auch auf dem Künstlergut wird es an den beiden Tagen eine kleine Keramikausstellung geben.

Geöffnet sind die Töpfereien am 12. und 13. März von 10 bis 18 Uhr. Diese Unternehmen sind im Landkreis Leipzig dabei: Töpferhof Ulrike Rost, Markranstädt, Ortsteil Schkölen; Töpferei Heike Blechschmidt, Groitzsch, Ortsteil Löbnitz-Bennewitz; Töpferhaus Großpösna; Keramikgut Naunhof, Töpferei Uhde & Müller, Altenbach; Künstlergut Prösitz, Grimma, Ortsteil Prösitz; Töpferei Mandry, Bad Lausick, Ortsteil Glasten; Töpferei Gundula Müller, Kohren-Sahlis; Töpferhaus Arnold, Kohren-Sahlis.

Details: www.tag-der-offenen-töpferei.de

Von Tatjana Kulpa und Ekkehard Schulreich

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