Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Geithain Runder Tisch will Tierpark retten – Verein allein überfordert
Region Geithain Runder Tisch will Tierpark retten – Verein allein überfordert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:24 28.02.2018
Sandra Händler spricht am runden Tisch zur Rettung des Geithainer Tierparks. Quelle: Ekkehard Schulreich
Anzeige
Geithain

Weiter mit mit dem Geithainer Tierpark! Darin waren sich die knapp 50 Geithainer allen Alters, die am Sonnabend zu einem Runden Tisch des Tierparkvereins zusammenkamen, ganz offensichtlich einig. Hinsichtlich der Wege zu diesem Ziel gingen die Auffassungen offensichtlich auseinander. Während die einen von der Kommune ein höheres Engagement erwarteten, legten andere dem Verein nahe, seine Kräfte zu bündeln. Ob sich die Solidarität, die der Verein erfuhr, künftig in mehr ehrenamtlich Aktiven – an denen es mangelt – niederschlägt, wird sich zeigen.

35 Tiere ehrenamtlich gepflegt

Tierpark Geithain: Schwan Bärbel besucht immer die Männer an der Futterküche. Quelle: Jens Paul Taubert

35 Tiere, 52 Patenschaften, 31 Vereinsmitglieder, darunter lediglich acht, die sich in die tägliche Pflege der Tiere und den Erhalt der Anlagen teilen: Das sind die Zahlen der 1985 durch die Stadt eröffneten, 2005 aus Kostengründen an den Verein abgegebenen beliebten Einrichtung. Ihr Betrieb wird durch die Kommune mit 2500 Euro im Jahr bezuschusst. Hinzu kommen 4200 Euro aus Spenden, 3100 durch Patenschaften, 4200 Euro durch Veranstaltungen. „Wir sind geradeso kostendeckend. Großer Dank gilt unseren Ehrenamtlichen. Ohne die würde es nicht funktionieren“, sagte die Vereinsvorsitzende Sandra Händler. Man müsse neue Mitstreiter gewinnen. Und man müsse sich positionieren zur Forderung der Stadt, die Zahl der Tiere und die genutzte Fläche zu reduzieren. „Je kleiner wir werden, desto unattraktiver werden wir, desto weniger Spender gibt es“, warnte Händler.

Tierpark ist Aushängeschild

Wenn die Stadt einen Teil des Stadtparks zurückfordere, um ihn als Park zu pflegen, dann könne sie doch gleich den Verein bei dieser Pflege unterstützen, folgerte Marcel Guth. Namens der Elternvertreter der Kindereinrichtungen sagte er zu, für den Verein zupackende Helfer zu werben. Gegen eine nochmalige Reduzierung des Tierbestands sprach sich Anett Börner aus. Adelheid Müller bedauerte, dass die Stadt lediglich 2500 Euro zu zahlen bereit sei: „Unsere Lebensqualität in Geithain ist nicht so hoch, dass wir auf irgendwas verzichten könnten.“ Von einem Aushängeschild sprach Thomas Muhl. Bernd Gnant nannte die Forderungen der Kommune nicht plausibel.

„Es geht im Leben nicht vorwärts, wenn beide Seiten stur sind“, plädierte Veronika Niemann für eine Konzentration des Tierparks. „Wenn wir ihn erhalten wollen, müssen wir Kompromisse finden“, pflichtete Uwe Schiener bei. Die Stadt sollte in der Tat eine größere Verantwortung übernehmen, meinte Thomas Lang. Vor allem aber: „Viele nutzen den Tierpark, aber sie tragen nicht dazu bei, ihn zu erhalten. Dort müssen wir in den Hebel ansetzen.“

Kommune steht hinter der Einrichtung

Dem mehrfach geäußerten Vorwurf, Bürgermeister Frank Rudolph (UWG) wolle den Tierpark schließen, widersprach Ludbert Schmuck nicht nur in seiner Funktion als dessen Stellvertreter. Die Stadt engagiere sich für das Areal, werde im Sommer den Teich entschlämmen. Unterstützung erhielt er von Steffen Harzendorf: Der Verein müsse sich Gedanken machen, wie er effizienter arbeite und eine größere Unterstützung erfahre. „In diese Richtung sollte die Diskussion gehen.“ Mit dem ersten Runden Tisch in dieser Sache ist sie gerade erst eröffnet.

Von Ekkehard Schulreich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Positiv hat der Narsdorfer Ortschaftsrat den Entwurf des Geithainer Haushaltplanes aufgefasst. Ortsvorsteher Andreas Große hebt hervor, dass sich viele geplante Projekte der bis zum Jahreswechsel selbstständigen Gemeinde im Dokument wiederfinden.

27.02.2018

Spielhallen haben derzeit einen schweren Stand. Weil seit dem Vorjahr strengere Regeln gelten, müssen auch im Landkreis Leipzig Spielotheken schließen – allein fünf in Borna. Betreibern, die sich widersetzen, drohen hohe Bußgelder.

26.02.2018

Die gewerbliche Wirtschaft im IHK-Bezirk Leipzig zeigt sich zum Jahresbeginn 2018 weiter in ausgezeichneter Verfassung. Die Unternehmen beurteilen sowohl ihre derzeitige Geschäftslage als auch ihre Geschäftsaussichten so gut wie nie.

23.02.2018
Anzeige