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Rundes landwirtschaftliches Familienunternehmen aufgebaut

Rundes landwirtschaftliches Familienunternehmen aufgebaut

Wunschlos glücklich ist Ulrich Wiesehügel keineswegs. Doch zufrieden mit dem, was ihm bisher gelang. Er hat sich eingerichtet in der Landwirtschaft, beziehungsweise in dem Betrieb seines Vaters und diesen zu einem „runden“ landwirtschaftlichen Familienunternehmen aufgebaut, das seine Söhne Daniel und Tony mal übernehmen sollen.

Greifenhain. „Damals wie heute bin ich auf der Suche nach weiterem Ackerland, welches wir bewirtschaften können“, schildert Ulrich Wiesehügel die Situation. Gebrauchen könnte er zu der im Moment bearbeiteten Betriebsfläche, auf der Getreide. Mais, Zuckerrüben als Energiepflanzen angebaut würden, noch einiges, so der gelernte Agrotechniker aus Greifenhain. „Doch wir können uns als Familienbetrieb schlecht entwickeln, weil immer noch viele auch in der Politik ausschließlich den Agrarfabriken ihr Vertrauen schenken. Dabei hat sich doch gezeigt, wie leistungsfähig bäuerliche Familienbetriebe sind.“ Als Beispiel nennt Wiesehügel die Pachten die bei ihm heute schon höher sind als bei den meisten Großbetrieben.

Nichtsdestotrotz ist der Greifenhainer durchaus stolz, was er seit damals hier vor Ort auf die Beine stellte. Dabei machte er gewissermaßen aus der Not eine Tugend. Als er kurz nach der Übernahme des Betriebs Ausschau nach weiterem Ackerland hielt, stieß er auf das Elbisbacher Objekt des ehemaligen Volksguts Kohren. Hier war einst Geflügel aufgezogen worden. Damals verfügte die Treuhand über das Gelände. Eine bundesweite Ausschreibung fand statt.

Wiesehügel bewarb sich – und erhielt den Zuschlag. Allerdings hing an der Pacht der Ackerflächen noch etwas dran: der Kauf des Geländes mit landwirtschaftlichen Gebäuden. Mit seiner Frau Ramona investierte er Mitte der 90er Jahre in Elbisbach, ließ alte Betriebsanlagen auf eigene Kosten abreißen. In der bereits existierenden Broilerhalle wurden Lüftung, Energieanlagen und Futtertechnik erneuert, moderne Broilerställe eingerichtet. 2000 kam bei Kohren-Sahlis eine weitere Anlage dazu.

„Bis 2006 produzierten wir Broiler. Dann aber stellten wir komplett auf Entenmast“ um, beschreibt Wiesehügel eine Zäsur. Das passe besser zur Produktion mit erneuerbaren Energien. Enten seien pflegeleichter, benötigten weniger Futter, kämen ohne unnatürliche „Wachstumsmittel“ aus, begründet der inzwischen 47-Jährige das. Die Tiere werden als Eintagsküken eingestallt und mit drei Kilo an den Schlachtbetrieb abgegeben.

Das Unternehmen – inzwischen sechs Mitarbeiter zählend – sorgt dabei auf den eigenen Flächen für das entsprechende Futter. Es nutzt Abwärme und erneuerbare Energien. 2006 wurde auf dem Gelände in Elbisbach eine Biogasanlage errichtet, die den Kreislauf noch besser schließen hilft: Getreide und Stroh wird für die Entenmast eingesetzt; der Mist kommt in die Biogasanlage, deren Abprodukte wieder auf die Äcker. „Ich denke, nur so kann auch der Produktionskreislauf in Zukunft funktionieren“, ist das Vorstandsmitglied des sächsischen Geflügelwirtschaftsverbands überzeugt.

Zwar verliere auch sein Betrieb durch den geplanten Autobahnbau etwa elf Hektar Land, was sehr schmerzt. „Aber man muss auch an die Entwicklung der Region denken, an die Menschen die uns ihr Land anvertrauen und nicht in der Landwirtschaft arbeiten“, so Wiesehügel.

Am Ziel werde deshalb nicht gerüttelt: Den Betrieb so zu erweitern, dass er für drei Familien – seine und die der Söhne – Lohn und Brot abwirft. Dazu werde versucht, weiteres Land zu pachten. Zudem soll die Biogasanlage im nächsten Jahr erweitert werden.

Thomas Lang

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