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Russische und deutsche Jugendliche finden in Buchheim gemeinsame Sprache

Bad Lausick Russische und deutsche Jugendliche finden in Buchheim gemeinsame Sprache

Nach acht erlebnisreichen Tagen sitzen sie heute im Flieger nach Moskau: Der Russisch-deutsche Jugendaustausch, der in Buchheim begann, erfährt jetzt in der russischen Hauptstadt seine Fortsetzung. Seit Jahren schon geht es in der Jugendherberge international zu: Neben Russen sind hier gern Tschechen zu Gast. Kontakte mit Weißrussland werden jetzt angebahnt.

Jugendbegegnung (v. l.): Eric, Alexej, Sarah und Lena an der Tischtennisplatte in der Jugendherberge in Buchheim: Die jungen Russen und die jungen Deutschen verstehen sich nicht nur hier hervorragend.

Quelle: Jens Paul Taubert

Bad Lausick/Buchheim. Austausch statt Abgrenzung: Jugendliche aus Russland und Deutschland verbrachten eine gemeinsame Ferienwoche in der Buchheimer Jugendherberge. Angefüllt war die mit Besuchen von Leipzig und Dresden, mit einer Bootsfahrt auf der Mulde und einer Belantis-Visite, vor allem aber mit unzähligen Gesprächen, mit dem Kennenlernen anderer Kulturen und Weltsichten und – nicht zuletzt – mit dem Vertiefen fremdsprachlicher Kenntnisse.

Dass junge Menschen sich austauschen über das, was sie bewegt, was ihnen wichtig ist im Leben, über ihre Her- und über ihre Zukunft, das ist für Denis Leonow sehr wichtig. Der 14-Jährige aus Moskau nahm bereits mehrfach an Jugendbegegnungen in Deutschland teil, und er genoss die Tage in Buchheim – allen Konfrontationen zwischen beiden Staaten auf politischer Bühne zum Trotz: „Es ist an uns, am Nachwuchs, es besser zu machen.“

Eine Auffassung, die Alexej Zubets (14), ebenfalls Moskowiter, teilt. Sprachen zu können, sei die Grundlage für eine solche Verständigung, das betreffe Deutsch ebenso wie Englisch. Deutschland sei für junge Leute attraktiv wegen seiner beruflichen Perspektiven. Internationalität werde im Schulalltag durchaus gepflegt. Sinnbild für das gute Miteinander in Buchheim ist für Alexej das Volleyballspiel am Anfang: Die beiden ursprünglich getrennten Teams hätten sich schon bald durchmischt.

„Eine schöne Freizeit haben“ wollte Eric Angelstein aus Leipzig, als er sich für die Teilnahme an diesem Austausch entschied. Der Elfjährige kennt keine Sprachbarrieren, wächst er doch in einem deutsch-russischen Elternhaus auf. Für Adriana Küster, in der Nähe von Bad Liebenwerda zu Hause, ist diese besondere Ferienwoche das Jugendweihe-Geschenk. Die 13-Jährige, die Russisch in der Schule lernt und gern reist, ist angetan: „So einen Austausch mache ich noch mal.“ Finja Seitz scheute nicht die Anreise von Köln nach Sachsen. „Eine fremde Sprache eröffnet einen ganz anderen Blick auf eine andere Gesellschaft, als es eine bloße Urlaubsreise kann“, so die 15-Jährige, die im vergangenen Jahr mit Jugendlichen in Japan weilte und das ebenfalls sehr genoss.

„Was hier im Kleinen passiert und funktioniert, ist eine wunderbare Sache und sollte auch in der großen Politik möglich sein“, sagt Horst Juhlemann. Dass der Bad Lausicker mehrfach den Kontakt zu den Jugendlichen suchte, liegt nicht nur an seiner Tätigkeit als AfD-Stadtrat. Seit mehr als einem halben Jahrhundert verbindet ihn eine enge Freundschaft mit Wolodja Sobolew; ein Kontakt, der 1961 aus einem Schüler-Briefwechsel mit Kuibyschew (heute Samara) erwuchs. Er zollte Herbergsleiterin Silvia Steinbach und ihrem Team Dank für ihr Engagement, ebenso der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch.

Die internationalen Begegnungen gehörten in Buchheim seit Jahren zum Programm, sagt Silvia Steinbach. Sie würden nicht nur fortgesetzt, sondern möglichst ausgebaut. Vor den russischen Gästen verbrachten junge Tschechen und Deutsche hier eine gemeinsame Woche. „Wir sind jetzt dabei, Kontakte nach Weißrussland zu knüpfen.“ Für Adriana, Finja und viele andere endet der Austausch mit der heutigen Abreise mitnichten: Sie steigen in den Flieger nach Moskau, um dort eine zweite Woche anzufügen.

Von Ekkehard Schulreich

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