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Sachsens Schlossherren treffen sich in Frohburg, um über Strategien zu sprechen

Schloss Frohburg Sachsens Schlossherren treffen sich in Frohburg, um über Strategien zu sprechen

Vernetzung ist wichtig, will man ein Schloss oder ein Herrenhaus sanieren und einer neuen Nutzung zuführen. Dieser Notwendigkeit trägt der Freundeskreis Schlösserland Sachsen Rechnung. Er lud nach Frohburg ein zu einem Erfahrungsaustausch.

Zweiter Schlössertag in Frohburg.

Quelle: Jens Paul Taubert

Frohburg. Wer ein Faible für ein Baudenkmal hat, für den verbinden sich Lust und Last. Das betrifft nicht nur jene Schlösser und Herrenhäuser, die sich im Freistaat in Landeseigentum und damit unter Regie des Staatsbetriebes Schlösserland Sachsen befinden. Viel schwerer sind Erhaltung und Betrieb einer solchen Immobilie für Private, für Vereine, für Kommunen. „Starke Freunde“ lautet deshalb das Leitmotiv des Freundeskreises Schlösserland Sachsen. Zu seinem zweiten Schlössertag lud er am Wochenende nach Frohburg ein. „Es ist sinnvoll und unverzichtbar, alle Kräfte zu bündeln – unabhängig von der Eigentumsform eines Objektes“, sagt Matthias Donath, Vorsitzender des Vereins, erfahrener Netzwerker auf diesem Gebiet, Kunsthistoriker und Autor unter anderem der Buchreihe über Sachsens Schatz mit 1114 Schlössern und Herrensitzen. Nach der Premiere des Schlössertages 2015 in Weesenstein habe der Wunsch bestanden, diese Veranstaltung zu wiederholen. Für Frohburg habe man sich entschieden, weil das von der Stadt in den Jahren seit der Wende sanierte und neuen Nutzungen zugeführte Schloss seinesgleichen suche: „Hier lässt sich ablesen, was möglich ist. Hier können sich viele eine Scheibe abschneiden.“

Ein halbes Hundert Eigner denkmalgeschützter Bauten dieser Art waren zum Treffen gekommen, unter ihnen auch Vertreter von Fördervereinen, die den Betreibern mit eigenen Projekten und bei der Beschaffung von Mitteln zur Seite stehen. Außerdem war das Regionalmanagement Land des Roten Porphyrs vertreten.

„Ich sehe für viele Schlösser in Sachsen keine gute Zukunft voraus. Für Kommunen sind alte Schlösser vielfach eher eine Last als ein Segen“, sagte Frohburgs Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) als Gastgeber. Die Stadt habe in dieser Hinsicht reichlich Erfahrungen sammeln müssen. Um solchen Bauten überhaupt eine Chance zu geben, brauche es eine sinnvolle Nutzung. Doch das genüge nicht, denn: „Denkmalschutz ist vielfach vollkommen realitätsfremd und lässt die finanzielle Leistungsfähigkeit der Eigentümer und Kommunen außer Acht.“ Hiensch kritisierte die Regelungen in Sachsen, dass investive Schlüsselzuweisungen, Infrastrukturpauschalen und ähnliches „nur für Maßnahmen der infrastrukturellen Grundversorgung verwendet werden dürfen“. Kultureinrichtungen gehörten ausdrücklich nicht dazu. Die Landespolitik müsse umsteuern. „Ansonsten wird vielen Kommunen nichts anderes übrig bleiben, als derartige Gebäude verfallen zu lassen.“ Kritik übte er zudem an öffentlichen Eigentümern, die historisch wertvolle Gebäude verkauften, nur um sie so loszuwerden – ohne Nachweis von Finanzierungs- und Nutzungskonzepten.

Fachvorträge widmeten sich der Netzwerk-Arbeit und Erfahrungen aus Veranstaltungen wie dem vom Schlösserland im Juli auch in Frohburg veranstalteten Picknick. In Arbeitsgruppen wurde über Themen wie Wirtschaftlichkeitsfragen, Marketing und ehrenamtliches Engagement gesprochen. Es gab eine Führung durch das Schloss und den Park sowie eine stilvolle Kaffeetafel im Innenhof, gestaltet durch das Schlosscafé. Für Museumsleiterin Konstanze Jurzok, die mit ihrem Team am selben Tag parallel zwei historische Schulstunden, eine Führung und die Betreuung individueller Museumsbesucher absichern musste, zog ein positives Fazit: „Jetzt kennt man unser Schloss auch in der Oberlausitz.“

Von Ekkehard Schulreich

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