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Sachsens Stärkste im Schottenrock

Sachsens Stärkste im Schottenrock

Prießnitz. Das war ein Saison-Ausklang (fast) nach Maß: Bei der 1. Sächsischen Landesmeisterschaft im Schottischen Fünfkampf in Prießnitz setzte sich ein Akteur der Gastgeber-Familie durch: Martin Tim Kuhne sicherte sich den Siegerkranz vor Stefan Kolitsch und Oliver Kläring.

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Stefan Altner von den Kleinpösnaer Dudelsäcken bei der Disziplin Weights for Distance, bei dem ein 12,5-Kilogramm-Gewicht geschleudert werden muss.

Quelle: Jens Paul Taubert

Viele Zuschauer verfolgten das Kräftemessen der zwölf stärksten Athleten aus dem Freistaat. Das Wetter hielt beinahe durch. Nur der Gewicht-Hochwurf musste wegen des einsetzenden Regens abgebrochen werden.

„Manchmal, da juckt es noch in der Hand", sagte Sebastian Schneider, als er vorgestern Nachmittag am Rand der Kuhne’schen Wiese, der idyllischen Prießnitzer Meisterschaftsstätte, stand. Der Grimmaer pflegte selbst über mehrere Jahre die schottischen Wettkampf-Disziplinen, war bei den Games in Machern und Bad Lausick dabei, ehe die Zeit dafür nicht mehr reichte. Andreas Krause aus Rötha drückte einem der Athleten besonders die Daumen: seinem Sohn Tobias, der erst vor ein paar Monaten diesen Sport für sich entdeckte. „Das ist mal was anderes, gut für die Muskeln und eine interessante Freizeitbeschäftigung", meinte der Vater. „Hier zählt die Einzelleistung", hob Hans-Wolf Zurbrügg aus Borna hervor. Das sei für ihn, der früher boxte, entscheidend.

„Ich drücke allen hier die Daumen", gab sich Michael Horn generös, am Kilt, dem schottischen Rock, als Mann vom Fach zu erkennen. Antreten durfte der Thüringer nicht, schließlich handelte es sich um die sächsische Meisterschaft. An den Start gingen dagegen Ronny und Marco Schneider vom Clan The Vikings Döbernitz. „Im guten Mittelfeld dabei sein", gab Ronny Schneider als Ziel aus.

„Wir haben uns gefreut, dass wir uns qualifizieren können. Eigentlich ist nach den Spielen in Trebsen ja Schluss", sagte Stefan Altner, Clan Chief der Dudelsäcke Kleinpösna. Erwartungen? – „Uns liegen eigentlich mehr die Mannschaftswettkämpfe", ergänzte Mitstreiter Martin Kupfer. Auf jeden Fall aber biete Prießnitz einen schönen Saisonausklang: „Und beim Weidefest hier sind wir eigentlich jedes Jahr dabei."

Apropos Weidefest: Gastgeber Lutz Kuhne machte sich und der Familie mit der Ausrichtung der Meisterschaft ein großes Geschenk. Vor 20 Jahren nämlich begründete er in Prießnitz seine Zucht Schottischer Hochlandrinder. „Damals haben wir uns in Schottland umgeschaut, haben Games und Feste erlebt, sind selbst reingewachsen", sagte er. Vor 13 Jahren lud er beim Weidefest erstmals zu schottischen Wettkämpfen ein. „Das hat damals hier noch gar keiner gekannt. Aber es passt wunderbar hierher." Und dass Sohn Martin Tim Kuhne bei diesem Heim-Spiel zu Meisterehren gelangte, setzte dem Erfolg die Krone auf.

Steinstoßen, Gewichtweitwurf, Hammerweitwurf, Baumstamm-Überschlag und Gewichthochwurf standen vorgestern auf der Agenda; Punkt fünf fiel dem einsetzenden Regen zum Opfer. Der Stimmung tat das wenig Abbruch. „Das Starterfeld ist stark", meinte Oliver Kläring vom Clan der Berserker aus Krostitz. Dass ihm das Steinstoßen besonders liegt, kann nicht verwundern, trainierte er doch über Jahre als Kugelstoßer im Leistungszentrum Leipzig. In Prießnitz kam er in der Gesamtwertung auf Platz drei und folgte damit Stefan Kolitsch von den Saxonia Bravehearts aus der Nähe von Leisnig.

Nicht nur wegen des Sports, auch wegen der Tiere war Dieter Mallasch aus Zedtlitz gekommen. „Einige stehen ja bei uns auf der Weide", sagte er und wollte den Betrieb der Kuhnes kennenlernen. Aus Querfurt war Theresa Fischer angereist, um Familie Kuhne als Geschäftspartnerin zum Firmenjubiläum zu gratulieren, aber auch um sich die Wettkämpfe anzuschauen: „So etwas erlebt man ja nicht jeden Tag." An die Wettkämpfe schloss sich am Abend das traditionelle Fischerfest an.

Ekkehard Schulreich

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