Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Geithain Saniertes Depot und Löschfahrzeug für Prießnitzer Wehr
Region Geithain Saniertes Depot und Löschfahrzeug für Prießnitzer Wehr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:02 07.05.2018
Fast fabrikneu: Die Prießnitzer Feuerwehr freut sich über das TSF-WS 800, das vorher in Bennewitz Dienst tat, sich aber in hervorragendem Zustand befindet. Quelle: Andreas Döring
Frohburg/Prießnitz

Nicht nur unter ein neues Dach, sondern unter ein wieder aufgebautes barockes kam jetzt die Freiwillige Feuerwehr Prießnitz. Binnen eines Jahres sanierte die Stadt Frohburg das Depot auf dem Gelände des Rittergutes. Im Rahmen des bundesweiten Tages der Städtebauförderung wurde am Sonnabend nicht nur auf die Jahrzehnt-Baustelle Rittergut und Schloss Prießnitz eingeladen.

Die gut besuchte Veranstaltung wurde zugleich genutzt, um das Gerätehaus, ein neu beschafftes Fahrzeug und Ausbildungskoffer für die Jugendwehr zu übergeben.

1750 Euro der Sparkassen-Umweltstiftung machen es möglich: Die Anschaffung von Ausbildungskoffern für die Kinder- und Jugendfeuerwehr Prießnitz, die auch von allen anderen Ortswehren der Stadt Frohburg zur Ausbildung der jüngsten Brandschützer genutzt werden können, hier (v. li.): Valentina, Paula, Charlotta, Simon und Laura von der Prießnitzer Kinder- und Jugendwehr. Quelle: Andreas Döring

Ende der Sechzigerjahre hatte die LPG, die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, die das einstige Rittergut nutzte, ein marodes und durch Brand geschädigtes Barockdach eines Gutsflügels abgebrochen. Sie ersetzte es durch ein das Bild des historischen Ensembles beeinträchtigendes Flachdach.

Feuerwehr zog in ehemalige Traktorenhalle

In diese Traktorenhalle zog, als sie entbehrlich wurde, 1996 die Feuerwehr ein, denn die BVVG, die Bodenverwertungs- und -Verwaltungsgesellschaft, hatte der Gemeinde Eulatal den Gutskomplex zugeschlagen. „Hier einzuziehen war sinnvoller, als unser kleines Gerätehaus am Teich zu sanieren“, erinnert sich Wehrleiter Stefan Jungnitz.

Das alte Gerätehaus ist längst zu einem Eigenheim umgebaut. Nun enden für die Ehrenamtlichen der Feuerwehr die eher prekären Verhältnisse in der Halle. Vor dem Haus neu aufgestellt wurde die Steinskulptur eines Feuerwehrmanns, die Kamerad Wolfgang Schmidt vor anderthalb Jahrzehnten gestaltete.

Gruppenbild der Prießnitzer Wehr mit Jugend- und Kinderfeuerwehr, vorn die Ausbildungskoffer, die durch Förderung der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig angeschafft werden konnten, rechts die Skulptur. Quelle: privat

Die Herrichtung des Depots ist Teil der mit umfangreicher Förderung realisierten Sanierung von Schloss und Rittergut, die noch bis in das nächste Jahrzehnt hineinreicht. Das nach historischem Vorbild erneuerte Dachgeschoss soll künftig Museumsgüter des Landkreises aufnehmen.

Im Erdgeschoss wurden Sanitär- und Schulungsräume für die Feuerwehr mit Hilfe von Fachförderung auf einen modernen Standard gebracht. Zudem wurde ein zweites Tor eingebaut, um nicht mit den beiden untergestellten Fahrzeugen aufwendig rangieren zu müssen.

Freude über das Entstandene

„Wir freuen uns sehr über das, was entstanden ist“, so Jungnitz. Der bisher genutzte, 38 Jahre alte Mercedes-Transporter konnte jetzt ausgemustert werden; er wird veräußert. An seine Stelle rückte ein MAN-Löschfahrzeug mit nur 7000 Kilometern auf dem Tacho, das vorher in Bennewitz Dienst tat.

Fahrzeug hat jetzt 800 Liter Wasser an Bord

„Das hat 800 Liter Wasser an Bord, was wir vorher nicht hatten. Das macht mich ein bisschen ruhiger“, so der Wehrleiter. Denn so sei eine sofortige Brandbekämpfung auch dort möglich, wo erst eine Schlauchtrasse aufgebaut werden müsse.

Sturmschäden und Ölspuren im Vordergrund

Wobei die Zahl der Brände eher rückläufig sei. Im Schnitt realisierten die Prießnitzer zehn Einsätze im Jahr, sagt Jungnitz. Zunehmend gehe es um die Beseitigung von Sturmschäden oder Ölspuren. Die Wehr, die aus 24 Aktiven und neun Alterskameraden besteht, betreut darüber hinaus für den Gefahrgutzug Süd des Katastrophenschutzes ein Fahrzeug, das vor allem bei Gefahrgut-Unfällen zum Einsatz kommt, landkreisweit und mitunter darüber hinaus, insgesamt aber eher selten.

Engagiert sind die Prießnitzer auch in der Nachwuchs-Arbeit: Die Jugendwehr zählt 14 Mitstreiter; 18 sind es bei der Kinderfeuerwehr „Kleine Feuerritter“. Übergeben wurden am Sonnabend zwei Brandschutzkoffer für den Feuerwehr-Nachwuchs. Unterstützt wurde die Anschaffung dank einer Förderung durch die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig.

Zahlreich Gäste in Prießnitz

Zur Übergabe des Gerätehauses und des Löschfahrzeuges waren zahlreiche Ehrengäste anwesend, so Frohburgs Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW), Bürgermeister Bernd Laqua (parteilos) der Gemeinde Bennewitz, Kreisbrandmeister Niels Adam sowie die Verantwortliche für Kinder in der Feuerwehr des Landes Sachsen, Heike Vetter.

Mit dabei waren ebenso Frohburgs Stadtwehrleiter Heiko Mühling und sein Stellvertreter Christopher Martin sowie Anni Ludwig als zuständige Sachbearbeiterin für Feuerwehren der Stadt Frohburg. Weiterhin waren zahlreiche Besucher und Gäste der Ortsfeuerwehren der Stadt Frohburg und der Ortswehr Bennewitz vertreten.

Von Ekkehard Schulreich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die nur provisorisch hergerichtete Kreisstraße in Gnandstein muss endlich gebaut werden. Doch der Kompromiss, den noch der Kohren-Sahliser Stadtrat fand, gilt offenbar nicht mehr.

07.05.2018

Lebendige Kontakte zwischen Kohren-Sahlis und der italienischen Stadt Montottone gibt es seit 20 Jahren – ein Grund zum Feiern. Längst geht es nicht nur um eine Zusammenarbeit von Verwaltungen, es sind Freundschaften entstanden.

06.05.2018

Der Töpfermarkt findet am 12. und 13. Mai statt. 40 Töpfereien und Kunsthandwerker haben ihr Kommen zugesagt. Der Topfmarktverein freut sich auf viele Besucher, es gibt ein breites kulturelles Angebot.

06.05.2018