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Sanierung der Greifenhainer Kirche: Lebendiger Kalender wirbt um Spenden

Weihnachtsaktion Sanierung der Greifenhainer Kirche: Lebendiger Kalender wirbt um Spenden

Die Doppelspitze der Greifenhainer Kirche ist ein Wahrzeichen. Doch Balkenwerk und Eindeckung der Türme sind marode. Mit einem Lebendigen Adventskalender will die Kirchgemeinde Spenden sammeln. Für die erste „Weihnacht auf den Höfen“ laden Greifenhainer in ihr ländliches Zuhause ein.

Martina Kipping in Greifenhain mit dem Kirchenfenster-Puzzle, das als Spendenbarometer dient.

Quelle: Jens Paul Taubert

Frohburg/Greifenhain. Die Zwillingstürme der Greifenhainer Kirche, weithin sichtbar, sind eine Landmarke. Doch sie sind in Gefahr: Das Gebälk ist marode. Es gerät in Schwingung, wenn die Glocken läuten. Starker Wind reißt immer wieder Schiefertafeln herunter. Eine Sanierung ist dringend geboten. Sie kostet 350.000 Euro, mindestens. Mit „Weihnachten auf den Höfen“, einem erstmals veranstalteten lebendigen Adventskalender, will die Kirchgemeinde das längst begonnene Spendensammeln intensivieren. Und sie hofft auf Förderung, ohne die alle Bemühungen vergeblich sein würden.

„Wenn es stürmt, fangen die Schiefer des Turms an zu rutschen. Und wenn einer rutscht, folgen andere nach“, beschreibt Martina Kipping das Problem. Von ihrem Küchenfenster aus hat die Gemeindepädagogin die Greifenhainer Kirche unmittelbar vor Augen. Die in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts umgebaute Kirche ist spätromanischen Ursprungs. Vor einem Jahrzehnt bereits hatte das Dorf Geld zusammengetragen, um dank Förderung Dachstuhl und Dach des Kirchenschiffs instandzusetzen. Dieses neue Dach droht durch die vom Turm fallenden Platten erneut Schaden zu nehmen.

„Ursache sind die Nägel, die bei der letzten Sanierung des Turmes verwendet wurden“, erklärt Johannes Fischer vom Kirchspiel Frohburg und vom Greifenhainer Ortskirchenrat. Damals, in den Siebzigerjahren, wurden zum Teil Stifte aus Zink eingesetzt; die sind korrodiert. Doch das Problem, sagt Fischer, gehe tiefer: Das hölzerne Tragwerk der Spitzen müsse ausgebessert werden – und vor allem gelte es zu verhindern, dass die Bewegung des Glockenstuhls beim Läuten weiterhin auf die Konstruktion der Türme übertragen werde. Die Kirchgemeinde setze auf Unterstützung durch die Landeskirche und auf Förderung aus dem Leader-Programm: „Wenn dieses Geld nicht käme, könnten wir nicht beginnen.“ Die Signale aus dem Bezirkskirchenamt seien aber positiv; günstigstenfalls wäre ein Baustart im Sommer 2016 denkbar – sofern es den Greifenhainern gelingt, die unverzichtbaren Eigenmittel aufzubringen.

Bei der MDR-Sendung „Mach dich ran“ hatte sich ein Greifenhainer Team im Sommer dem Wettstreit um 40.000 Euro Unterstützung gestellt, hatte sogar die Endrunde erreicht, musste sich dann aber Marbach geschlagen geben (die LVZ berichtete). „Es ist schön, wenn sich Menschen für eine solche Sache zusammentun“, sagt Martina Kipping. Das sei noch wichtiger als der Wettbewerbssieg. Deshalb habe man kürzlich alle, die sich auf ihre Weise eingebracht hatten, zu einer Dankeschön-Runde eingeladen – obwohl oder gerade weil der eine oder andere noch damit hadere, dass man die große Summe für die Kirchenreparatur nicht habe erringen können.

Aus Nenkersdorf abgeschaut und für Greifenhain weiterentwickelt ist die Idee eines lebendigen Adventskalenders. Sechs Familien, die auf großen Bauernhöfen wohnen, laden – beginnend ab 28. November – jeweils an einem Spätnachmittag Interessenten aus Dorf und Kirchspiel ein: zu weihnachtlicher Musik, einem Psalm, einer individuell gestalteten besinnlichen halben Stunde, einem abschließenden gemeinsamen Essen. Verbunden damit die Bitte an die Gäste, eine Spende zu geben.

Die Termine sind mittwochs und sonnabends, der vorletzte am 16. Dezember im Pfarrhaus mit dem Kirchenchor ist dann auch für eine breitere Öffentlichkeit bestimmt. Am vierten Advent, 17 Uhr, folgt in der Kirche das Weihnachtsspiel mit Pfarrer Thomas Wawerka und der Jungen Gemeinde.

Ein Spendenbarometer an der Kirchenfassade – ein großes Kirchenfenster-Puzzle, Erinnerung an den Fernseh-Auftritt – zeigt an, wie das Spendenaufkommen wächst. In den zurückliegenden vier Wochen, sagt Kipping, seien bereits rund 13.000 Euro zusammengekommen. Eine stolze Summe, die hoffen lasse und motiviere.

Von Ekkehard Schulreich

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