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Geithain Sanierung des Herrenhauses Prießnitz mit Tücken
Region Geithain Sanierung des Herrenhauses Prießnitz mit Tücken
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13:10 20.09.2012
Im Dachstuhl des Herrenhauses in Prießnitz: Statiker Thomas Schubach, Matthias Mönch von Denkmalbau Ettersburg und Bauleiter Hendrik Wiczorek (v.l.) betrachten die Schäden, die größer als geahnt sind. Quelle: Jens Paul Taubert
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Soll der Gebäudekomplex doch in mehreren Teilmaßnahmen in diesem und im nächsten Jahr saniert werden. Mit der Dachsanierung begann ein erster Schritt. Aber das nicht ohne Probleme. Die Schäden sind größer als erwartet. Das Dach des Herrenhauses und das bestehende Gebäude der Kita „Kinderland“ sollen saniert werden, um das Haus weiterhin optimal für die Kinderbetreuung nutzen, gleichzeitig bauliche und brandschutztechnische Auflagen zu erfüllen zu können. Da die Dächer mit asbesthaltigen Materialien gedeckt waren, werden diese im Zuge der Arbeiten ersetzt. So war und ist der Plan. Im Juli 2011 wurden das Investitionskonzept beschlossen und zugleich fixiert, Haushaltmittel in Höhe von über 760 000 Euro im Etat 2012 einzuplanen, um die Sache bewältigen zu können. Dabei gliedern sich die Ausgaben in drei Teile: die Dachsanierung des Herrenhauses im Rittergut Prießnitz, die Modernisierung der dort untergebrachten Kita und die Instandsetzung und den Umbau eines Teilbereichs im Erdgeschoss des Schlosses Prießnitz. Letzteres soll als Übergangslösung dienen, ist demzufolge als Erstes nötig. Reichlich ein Jahr später verkompliziert sich allerdings die Situation. Denn die Schäden am Dachstuhl des Ritterguts Prießnitz sind weit größer als zuvor gedacht. „Die Dachsanierung stellt sich als Fass ohne Boden heraus. Das war allerdings vorher nicht absehbar“, musste Hiensch Anfang September im Stadtratsrund konstatieren. Er informierte das Gremium über einen zwischenzeitlichen Dringlichkeitsentscheid des Technischen Ausschusses zur Erneuerung des Dachreiters. Damit mussten im Haushalt 32 500 Euro zusätzlich eingeplant werden. „Doch es gab dafür keine fachlich vertretbare Alternative“, so Hiensch. Eine Verzögerung der Entscheidung hätte eventuell zu einer Bauunterbrechung und weiteren Mehrkosten für die Gerüststandzeiten geführt. Erst nachdem ab Mitte August die vorhandene Dacheindeckung am Herrenhaus Prießnitz abgenommen war, wurden die gewaltigen Schäden am Dachreiter und dessen Unterbau festgestellt, zudem ein umfangreicher Schwammbefall. „Ausgehend vom Schadensbild und dem Gutachten muss der gesamte Dachreiter nun zum Großteil neu hergestellt und aufgebaut werden, bevor die Dachsanierung weitergeführt werden kann“, so das Stadtoberhaupt. Das bedeute, dass nun statt mit knapp 88 000 Euro Kosten mit über 120 000 Euro im Haushaltsplan gerechnet werden muss. Nach dem Dringlichkeitsbeschluss des Technischen Ausschusses zum Dachreiter kam jedoch die nächste Hiobsbotschaft. Nach Freilegung der Balkenköpfe und der Auflager des Dachtragwerkes auf dem Mauerwerk wurde festgestellt, dass auch dort der Schadensumfang an den Holzbalken deutlich höher als vermutet ist. Es kommen damit nochmals über 22 000 Euro Mehrkosten auf die Stadt zu, die im gerade beschlossenen Haushaltplan 2012 noch nicht eingeplant sind. Die Stadtverwaltung bemüht sich derzeit um zusätzliche Fördermittel. Nach einer inzwischen erfolgten Abstimmung mit dem Amt für Ländliche Entwicklung wurde eine zusätzliche Förderung noch für 2012 in Aussicht gestellt. Und nicht nur Hiensch wünscht sich: „Hoffentlich gibt es im Baufortgang nicht noch mehr solch unangenehmer Überraschungen.“

Thomas Lang

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