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Saufkumpan tödlich verletzt: 27-Jähriger muss in Haft

Saufkumpan tödlich verletzt: 27-Jähriger muss in Haft

Der 27-Jährige Maik T. ist am Montag vom Landgericht Leipzig wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt worden.

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Maik T. (rechts) im Gerichtssaal.

Gnandstein/Leipzig. Der alkoholabhängige Bornaer wird die Haftstrafe in einer Entziehungsanstalt antreten. Die Schwurgerichtskammer unter Vorsitz von Richter Hans Jagenlauf sah es als erwiesen an, dass T. im September vergangenen Jahres einen 51-Jährigen in dessen Wohnung mit einem Schlagring geschlagen und tödlich verletzt hatte.

Dem Ereignis am späten Abend des 28. September war ein längerer Streit zwischen T. und dem späteren Opfer Uwe G. vorausgegangen. Der 51-Jährige lebte in einer Zweckgemeinschaft mit der heute 98-Jährigen Melanie L. zusammen. Für T., der ein „angespanntes Verhältnis zu seiner leiblichen Mutter" hatte, wie der Sachverständige Heinrich Jansen begutachtete, war L. „wie eine Ersatzoma", erzählte der geständige Angeklagte dem Gericht. T. beschuldigte G. immer wieder, sich nicht ausreichend um die demenzkranke Frau zu kümmern und es nur auf ihr Geld abgesehen zu haben. Auch G. hatte ein erhebliches Alkoholproblem - zum Todeszeitpunkt hatte er 4,1 Promille intus. G. soll nach Angaben des Angeklagten die Frau am Vortag der Tat beschimpft und gestoßen haben, wobei diese sich verletzt haben soll und ambulant behandelt wurde.

In der Folge stritten sich T. und G. stundenlang über das Verhalten des 51-Jährigen, der nach Aussagen des Ordnungsamtes Geithain - so berichtete Kriminaloberkommissar Sascha B. als Zeuge vor Gericht - „sich um die Frau kümmerte", so B. weiter. Wie der Angeklagte dem Gericht erzählte, kannte er Uwe G. und Melanie L. seit sieben Jahren. „Ich habe mit ihr regelmäßig Mensch-ärgere-Dich-nicht gespielt, ihr vorgelesen und ihr im Alltag geholfen", erzählte der vorbestrafte T. in der Hauptverhandlung.

Als die beiden Männer - unter Einfluss reichlicher Mengen Alkohol - in der Gnandsteiner Gaststätte „Zum Tonkrug" debattierten, seien sie friedlich wieder nach Hause gegangen, wie eine vorgeladene Kellnerin berichtet hatte. In der Wohnung sei die Situation schließlich eskaliert, als G. die demente Frau und T. verspottete. „Leichenfledderer" habe er T. beschimpft, als der der verwirrten Frau helfen wollte. „Da bin ich stocksauer geworden und habe ihm eine gegeben", so T. - zwei Faustschläge ins Gesicht. Danach weitere sechs oder sieben Hiebe mit einem Schlagring gegen den Körper. G. sei zusammengesackt. T. ist ins Bett gegangen. „Es hat mir keine Ruhe gelassen. Ich bin wieder aufgestanden und habe nachgesehen. Da lag er da. Ohne Puls. Und kalt", beschrieb der arbeitslose Förderschüler die Szenerie. Er hat einen Notruf abgesetzt, Rettungswagen und Polizei angefordert.

Ihm sei erst während der Beschuldigtenvernehmung auf dem Revier bewusst geworden, was er angerichtet hat, erinnerten sich die vernehmenden Beamten. T. ist von Beginn an bei seinen Erklärungen geblieben, „die sich im Ermittlungsverfahren auch als glaubhaft herausstellten", resümierte Staatsanwältin Claudia Laube.

Wie das gerichtsmedizinische Gutachten ergeben hatte, sind die Schläge für den Tod Uwe G.s zwar ursächlich. „Mindestens drei Einflüsse, die nicht auf das Handeln des Angeklagten zurückzuführen sind, begünstigten den Tod aber eindeutig", verdeutlichte der Sachverständige Karsten Hedrich. Das Opfer litt an einer Leberzirrhose, stand mit 4,1 Promille erheblich unter Alkoholeinfluss und hatte durch eine Magen-OP eine Narbenbildung an der Bauchdecke. Die sei unter den Schlägen gerissen, woraufhin das Opfer innerlich verblutete. „Ein gesunder 50-Jähriger hätte die Schläge mit hoher Wahrscheinlichkeit überlebt", so Hedrich.

Umstände, die für den Angeklagten sprachen. Weswegen die Kammer den nahezu übereinstimmenden Strafanträgen von Staatsanwältin Laube, die auch den Verstoß gegen das Waffengesetz zum Bestandteil der Anklage gemacht hatte, und Verteidiger Malte Heise folgte. Maik T., der seit Ende September in Untersuchungshaft sitzt, wird jetzt in eine Entziehungsanstalt kommen, wo er eine Therapie antritt. Ob er die durchsteht, „wird an Ihnen liegen", redete Vorsitzender Hans Jagenlauf dem 27-Jährigen ins Gewissen. Mehrere Entgiftungskuren in der Vergangenheit hatte T. abgebrochen. „Ich will etwas ändern", versicherte T. dem Gericht. Das Urteil ist rechtskräftig.

Thomas Lieb

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