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Geithain Schlossweihnachtpremiere in Flößberg erwärmt Herzen
Region Geithain Schlossweihnachtpremiere in Flößberg erwärmt Herzen
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16:43 20.12.2009
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„Wir hatten uns ja Winter gewünscht. Aber ganz so frostig brauchte es nun auch nicht zu sein“, versuchte sich Wolfgang Bautz vom Verein Geschichtswerkstatt – als Mönch gekleidet – in Bewegung zu halten. Etwas besser hatten es Annett und Heinz Lehning von der örtlichen Feuerwehr. Als Edelmann und -frau daherkommend, hatten sie die Feuerzangenbowle in ihrer Obhut, konnten sich wenigstens etwas am Feuerchen unter dem Kessel wärmen. Ingolf Starostzik von der Mittelaltergruppe „Corbita Popolus zu Flügelsberg“ tauschte als Ritter dasKettenhemd gegen einen wärmenden Umhang. „Sonst wirst du hier zum Eisblock“, nannte er den Grund. 

 

Flößberg. Eine Premiere steht am Sonnabend in Flößberg ins Haus: Die erste historische Schlossweihnacht soll ab 14 Uhr gefeiert werden. Organisiert von der Geschichtswerkstatt gestalten Vereine, Gewerbetreibende und Institutionen das Fest mit. 

 

Derweil hielt sich Messerschmiedemeister Uwe Pech dadurch warm, dass er wie ein Berserker auf dem Amboss handgeschmiedete Nägel herstellte. Rosita Dietrich als Nonne am Stand der „königlich-sächsischen Jäger“ versuchte es ab und an mit einer wärmenden inneren Ölung durch von ihr angebotene Nonnenhäubchen (Zimtlikör mit Schlagsahne). Und Günter Friedrich und seine Mitstreiter – in Bäckertracht, als seien sie gerade einem Märchenfilm entstiegen – heizten den Ofen kräftig, in dem Kinder Plätzchen backen konnten. So hielt sich jeder auf seine Weise ein bisschen warm.

Gäste strömten dennoch unentwegt und waren angetan. „Ich finde es wunderbar, wenn sich Leute engagieren, um anderen eine Freude zu machen“, so die Flößbergerin Sarah Meißner. Roy Sömisch aus Guben – zu Besuch hier – sah das nicht anders: „Toll, was in so einem kleinen Dorf auf die Beine gestellt wird.“  Eva Hammer wusste gar nicht, wohin zuerst: „Das ist wirklich wie im Mittelalter hier, mal etwas ganz Neues.“ Auch Doreen Etzold aus Großdeuben bereute ihr Kommen nicht. „Es ist ein schönes Flair und wohl für jeden etwas dabei.“

Denn während draußen um die Gunst für Mutz- oder Wildschweinbraten, Glühwein oder Schokowunder, Met oder Räucherfisch geworben wurde, führten im Zelt die Steppkes der örtlichen Kita ihr Programm auf, sang der Kirchenchor, gab es Musik aller Art, konnten Kinder beim Team des Korbmachers Aurich basteln und flechten, kam der Weihnachtsmann... „Schön hier. Passt in die Vorweihnachtszeit“, so Helmut Malik aus Kitzscher. Klar ist deshalb: 2010 wird es eine Neuauflage geben. „Dann können Besucher bestimmt auch einen Blick in das fertig sanierte Schloss werfen. Vielleicht ist es da auch etwas wärmer“, hoffte am Abend ein zitternder, doch glücklicher Stefan Walter, Chef der Geschichtswerkstatt.

 

 

Thomas Lang

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