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Geithain Schneller Internetzugang fehlt
Region Geithain Schneller Internetzugang fehlt
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14:55 19.05.2015
Schnelles Internet? André Jungnickel braucht es, hat es aber nicht. Quelle: Peter Krischunas

Dazu fehlt das Geld.

"Selbst auf mancher Südseeinsel wäre die Internetverbindung schneller als hier in Beucha", meint André Jungnickel. Seit Jahren fordern die Einwohner des Bad Lausicker Ortsteiles Steinbach, zu dem Beucha gehört, den Anschluss an eine bessere Breitbandversorgung. Vier Informationsveranstaltungen fanden statt. Doch getan habe sich nichts, sagt Initiator Jungnickel. Auch Gerhard Eidam, der als Breitbandberater im Auftrag der Kurstadt 2012 eine Bedarfs- und Verfügbarkeitsanalyse für die gesamte Gemeinde erstellte, ist verwundert. "Die Folgebeauftragung zur Prozessfortsetzung blieb aus", so der Bornaer. Eine Anfrage im Januar 2013 blieb unbeantwortet, ein im Februar nachfolgendes Gespräch mit Bauamtsleiter Wolfgang Günther bestätigte den Abbruch. "Seitdem ist Funkstille", sagt der Diplom-Ingenieur.

Günther bestätigt das. "Die Kosten für die Umsetzung wären zu hoch für die Stadt", sagt der Amtsleiter. André Jungnickel spricht vielen Bürgern aus der Seele - nicht nur aus Beucha, denn auch die übrigen Ortsteile stehen auf der langen Leine -, wenn er meint: "Vor allem Selbstständige und Unternehmer können durch das langsame Internet nicht ihr volles Potenzial ausschöpfen." 1995 gründete der 44-Jährige gemeinsam mit seinem Bruder Udo Jungnickel in Geithain ein Computerunternehmen. Die Pläne, in Beucha einen weiteren Servicestützpunkt zur eröffnen, mussten mangels ausreichender Breitbandversorgung nun endgültig begraben werden. Auch instabile Verbindungen sind laut dem Beuchaer ein Problem. Er war kürzlich selbst sechs Monate betroffen. Die Länge des Kupferkabels zwischen Beucha und der Vermittlungsstelle in Bad Lausick stelle den physikalischen Grenzfall dar, bei dem langsames DSL überhaupt noch möglich ist. "Wenn da nicht jeder Kontakt in den zahlreichen Muffen perfekt in Ordnung ist, kommt es zu permanenten Verbindungsabbrüchen", so Jungnickel. In seiner Studie hat Eidam erklärt, dass in den Bad Lausicker Ortsteilen und Teilen der Kurstadt eine wesentliche Verbesserung der Breitbandversorgung möglich wäre. Als selbstständiger Breitbandberater fertigte er seit 2009 für zahlreiche Kommunen Bedarfs- und Verfügbarkeitsstudien an. Nicht jeder begonnene Prozess konnte bis zur Errichtung einer besseren Breitband-Infrastruktur fortgesetzt werden. Die Gründe sind laut Eidam verschieden. In der Kurstadt gehe es schlicht ums Geld, wie Bauamtsleiter Wolfgang Günther gegenüber der LVZ erklärt. "Die Beauftragung für die Analyse war eh schon eine schwere Geburt im Stadtrat", so der Amtsleiter. "Einige Stadträte fragten sich: Wieso sollen wir die private Wirtschaft fördern?" Da die Realisierung des schnelleren Breitbandnetzes für die Stadt schlichtweg zu teuer ist, musste man das Vorhaben vorerst aussetzen. "Im Doppelhaushaltsplan für 2013/14 sind die Mittel nicht eingeplant", so Günther. Was danach geschieht, könne er heute noch nicht beurteilen.

Mittlerweile haben sich laut Eidam allerdings auch die Rahmenbedingungen geändert. Die Förderperiode "ILE/2011" sei abgelaufen und seit Juli 2013 gibt es eine neue Förderrichtlinie. "Wenn die Stadt Bad Lausick Interesse an Informationen dazu hat, stehe ich bereit", so Gerhard Eidam.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.01.2014
Peter Krischunas

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