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Schnelles DSL für Bad Lausicker Ortsteile? Oft Fehlanzeige

Schnelles DSL für Bad Lausicker Ortsteile? Oft Fehlanzeige

Bad Lausick. Schnelle Datenwege via Internet: Was vielerorts längst Standard ist, die Bad Lausicker Ortsteile sind mit dieser modernen Kommunikationsmöglichkeit in sehr unterschiedlichem Maße bestückt.

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„Das, was anliegt in Ballendorf, kann man vergessen", sagt Ortsvorsteher Hans-Günther Fischer. Allenfalls gemächlich könne man sich im WordWideWeb bewegen, der Datenfluss sei inakzeptabel. Der Ortschaftsrat will diesen Zustand nicht länger hinnehmen und hat drahtlose Varianten ins Auge gefasst – entweder mit der Deutschen Telekom oder aber mit dem privaten regionalen Anbieter Drahtlos DSL GmbH. „Letzterer ist bereits an einige aus dem Dorf herangetreten", sagt Fischer. Bis zur nächsten Sitzung wolle man erfragen, wie groß das Interesse der Bad Lausicker an einem schnellen Anschluss sei.

„Etliche Gewerbetreibende bei uns sind auf ein schnelles Internet angewiesen, haben es aber nicht", bestätigt Dietmar Mandry aus Glasten. Es müssten doch ausreichend Interessenten vorhanden sein, damit sich die Installation lohne, ist der stellvertretende Ortsvorsteher überzeugt. Kürzlich sei eine Familie, die ein Haus im Ort kaufen wollte, abgesprungen wegen dieses Problems: Der Mann sei beruflich auf schnelle Internetverbindungen angewiesen.

Akut ist die Sache für Jörg Wiedemann nicht. Allerdings bestätigt der Geschäftsführer der Morgenstern Lackieranlagen GmbH in Steinbach: „Wir kommen mit dem, was anliegt, geradeso hin." Ab 20 Uhr aber, wenn alle ins Netz gingen, falle die Übertragungsrate ab. Weil Anfragen und Angebote immer stärker via Internet abgewickelt würden, brauche das Unternehmen stabile und ausgebaute Kommunikationswege: „ Da muss künftig auf jeden Fall etwas getan werden."

Eine Sicht, die Frank Schindler von der gleichnamigen Zimmerei in Lauterbach bestätigt. Noch nutze er das Internet nicht pausenlos, doch immer öfter würden etwa Zeichnungen auf diesem Wege versandt. „Im Augenblick reicht, was von der Telekom anliegt", sagt er. Und meint damit: Um zukunftsfähig zu sein, ist es zu wenig.

In Thierbaum, dem kleinsten Bad Lausicker Ortsteil, sind diese Sorgen und Wünsche Geschichte. Gemeinsam mit besagter Drahtlos DSL GmbH haben die Thierbaumer ein leistungsstarkes Ortsnetz aufgebaut. Abgestrahlt werden die Signale von einem Sender, der sich auf dem Dach des Dorfgemeinschaftshauses befindet. „Das funktioniert. Mir sind keine gegenteiligen Äußerungen bekannt", sagt Ortsvorsteher Gerhard Köpping. Er selbst brauche das schnelle Internet Tag für Tag, denn er betreibt ein Ingenieurbüro. Unverzichtbar ist dieser Zugang auch für den bekannten Tierfotografen Harald Lange, der am Rand des Dorfes lebt und der seine voluminösen Bilddateien natürlich auf diesem Wege in die Welt schickt.

Der Branchenriese Deutsche Telekom sieht sich nicht zwingend in der Verantwortung, schnelle Datennetze bis in alle Ortsteile aufzubauen. „Sie kann nur Abhilfe schaffen, wenn im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens Unternehmen zur Angabe von Angeboten an die Kommune gebeten werden", sagt Sprecher Georg von Wagner auf LVZ-Nachfrage. Die Kommune könne im Zuge dessen Fördermittel nutzen, um mögliche „Wirtschaftlichkeitslücken" zu schließen. Für von Wagner ist die Frage, ob und wann die Deutsche Telekom in den Bad Lausicker Ortsteilen aktiv wird, hinreichend beantwortet.

Per Mitteilungsblatt hatte die Verwaltung nicht repräsentativ das Interesse in den Ortsteilen abgefragt. Der Rücklauf liege zwischen zwei und 20 Prozent, sagt Bauamtsleiter Wolfgang Günther. Hoch sei er in Glasten und Lauterbach gewesen. Auch bei Nutzung von Fördermitteln müsse die Stadt an die 20 000 Euro investieren. Das aber habe der Technische Ausschuss im Juni abgelehnt: Das nämlich sei nicht Sache der Kommune, sondern der Telekommunikationsunternehmen. „Infrastruktur ist wichtig, aber wir können doch nicht Unternehmen bezuschussen, die global auf dem Kapitalmarkt tätig sind", sagt Bürgermeister Josef Eisenmann. Die Bundesregierung versteigere einerseits Lizenzen mit der Maßgabe, die Breitbandversorgung auf dem Land sicherzustellen, andererseits sollen Kommunen Firmen sponsern: „Das beißt sich." Die Stadt habe schon mal ein Kostenangebot der Telekom für Lauterbach gehabt: „Das war jenseits von gut und böse."

Ekkehard Schulreich

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