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Schnelles Internet für ganz Frohburg: Studie im Stadtrat vorgestellt

Markterkundungsverfahren Schnelles Internet für ganz Frohburg: Studie im Stadtrat vorgestellt

Schlange stehen die Investoren nicht, aber es gibt sie: Vier Unternehmen möchten den Frohburgern leistungsfähige Datenwege ins Internet ebnen. So jedenfalls lauten die Zusicherungen. Bis Ende 2019 könnte damit im Grunde jeder schnell und gut am Netz sein. Wie sich die Absichten in reale Investitionen umsetzen lassen, sollen jetzt Gespräche klären.

Glasfaserkabel zur Übertragung von Hochgeschwindigkeitsinternet. Frohburg will schnelles Internet für alle im Stadtgebiet und den Ortsteilen.

Quelle: dpa

Frohburg. Die gute Nachricht: Vier Unternehmen haben Bereitschaft signalisiert, in den Auf- und Ausbau des Breitband-Netzes in Frohburg und den Ortsteilen zu investieren – und diese Investitionen innerhalb von drei Jahren abzuschließen. Das jedenfalls ergab das Markterkundungsverfahren, das die Kommune in Auftrag gab. Dessen Ergebnisse stellte der Sachverständige Ralf Berger am Donnerstagabend im Stadtrat vor. Es stieß nicht nur bei den Parlamentariern auf Interesse, sondern ebenso bei Einwohnern, die auf dem Besucherrang Platz genommen hatten. Einziger Makel bei all dem Positiven: Was passiert, wenn ein Unternehmen seine Zusage nicht hielte? Auf diese Frage gab (und gibt) es keine substanzielle Antwort.

Fünf regionale, deutschlandweit und international aktive Unternehmen beteiligten sich an der Studie, mit der Frohburg den Ausbau leistungsfähiger Internet-Verbindungen endlich voranbringen will, nachdem die Telekommunikationswirtschaft aus eigenem Antrieb heraus bisher nur in manchen Bereichen des Stadtgebietes hervorragende oder zumindest zufriedenstellende Lösungen zu schaffen bereit war. Vielerorts hadern Private wie Firmen deshalb mit dem Ausbau-Stand. Jetzt soll den viel zitierten Kräften des Marktes auf die Sprünge geholfen werden.

Im Zuge des Erkundungsverfahrens, sagte Ralf Berger, geschäftsführender Gesellschafter der Innoka GmbH Lauchhammer, hätten vier Anbieter zugesagt, „bis spätestens Ende 2019“ in den Frohburger Netzausbau zu investieren, und zwar so, dass mindestens 30 Mbit/s an Datenvolumen verfügbar seien. Nicht alle diese Interessenten hätten dabei das gesamte Stadtgebiet im Blick; bei manchen gebe es Überschneidungen. Stünden alle zu ihrem Wort, blieben der Studie zufolge nur wenige Bereiche offen, um die sich Frohburg – gestützt auf Fördermittel von Bund und Land – selbst kümmern müsste: in dem Sinne, dass sie den Unternehmen Fördergeld und Eigenmittel zur Schließung der klaffenden Wirtschaftlichkeitslücke bereit stellte. Hieße: Günstigenfalls kaum mehr als 20 000 oder 30 000 Euro müsste die Stadt zuschießen, um für das gesamte Territorium leistungsstarkes Internet anzubahnen.

„Sie haben vier Karten auf der Hand. Ob es alles Trümpfe sind, weiß ich nicht – aber lassen sie uns das Spiel beginnen“, sagte Berger an die Adresse der Stadträte. Er beantwortete damit zugleich die Frage von Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW): Was kann die Stadt tun, wenn einer der Investoren die Kommune drei Jahre nur hinhält und dieses Feld für die Konkurrenz lediglich blockiert? – Nicht viel, so Berger, aber: „Wir werden versuchen, in den Gesprächen, die wir jetzt mit allen führen, die Verbindlichkeit zu erhöhen.“

„Was wird denn aus dem Glasfaser-Netz, wenn in ein paar Jahren alles über Funk läuft“, wollte Egbert Korndörfer (Freie Wähler) wissen. Ein Szenario, dem Berger eine klare Absage erteilte. Ohne Glasfaser werde es in der Zukunft mitnichten gehen. LTE zähle zudem laut Definition der Förderbehörden nicht zu den NGA, den Netzwerken der nächsten Generation, auf die man abzielen müsse: „LTE ist kein Festnetz-Ersatz.“ Das rief Widerspruch bei den Gästen hervor: „Im ländlichen Raum ist LTE das Schnellste, was es zurzeit gibt. Und die Technik funktioniert tadellos.“ Das wollte Berger nicht in Abrede stellen; für den jetzt anstehenden Netzausbau aber setze man auf Kabellösungen.

Die Stadt und Innoka würden jetzt mit den vier potenziellen Investoren Gespräche führen, um die Ernsthaftigkeit ihrer Absichten zu hinterfragen, Varianten und Zeitpläne zu koordinieren, sagte Ralf Berger. Danach sei es am Stadtrat zu entscheiden, für welche Gebiete man Fördermittel benötige, um den Ausbau der Netze auch hier zu stimulieren.

Von Ekkehard Schulreich

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