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Geithain Schnelles Internet in Geithain und Frohburg dauert’s
Region Geithain Schnelles Internet in Geithain und Frohburg dauert’s
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05:01 19.05.2018
Glasfaserkabel macht schnelles Internet möglich. Quelle: dpa
Bad Lausick/Geithain/Frohburg

Mehr als 2500 Bad Lausicker Haushalte und Firmen haben jetzt Zugang zu schnellem Internet. Möglich machte das die Deutsche Telekom, die in der Kernstadt und in Ortsteilen zehn Kilometer Glasfaserkabel neu verlegte, zehn Verteiler aufstellte und mit Technik ausrüstete. Während man sich in der Kurstadt am Ziel wähnt, ist die Situation in den Nachbarkommunen Geithain und Frohburg nicht so komfortabel.

Keine Informationen für die Bürger

Zwar will die Telekom auch hier – neben anderen Anbietern – in den Netzausbau investieren. Doch wo, wann und in welcher Weise, behält der Konzern für sich. „Wir haben den Bürgermeistern unsere Ausbaupläne vorgestellt“, sagt Pressesprecher Georg von Wagner. Diese Informationen seien interner Natur. Das Informationsbedürfnis der Bürgerschaft habe hinter den Marktinteressen des Unternehmens zurückzustehen: „Was wir in den nächsten zwei Jahren machen, geht keinen was an.“

Bad Lausick: „Für die nächsten Jahre gerüstet“

Für Michael Hultsch (parteilos), den Bad Lausicker Bürgermeister, ist dieses Thema gegessen. „Wir gehören jetzt zu den wenigen Kommunen, in denen der Ausbau so weit abgeschlossen ist.“ Investiert hätten neben der Telekom das saarländische Unternehmen Inexio und die Grimmaer Drahtlos DSL GmbH. Flächendeckend gebe es zwischen Stockheim und Thierbaum Bandbreiten bis 100 MBit: „Damit sind wir für die nächsten Jahre gerüstet.“ Schnelles Internet sei für Unternehmen wie Private von große Bedeutung.

Geithain: Alles verschiebt sich immer weiter nach hinten

Gerade weil das so sei, könne er nicht verstehen, warum der seit Jahren beschworene Ausbau nur schwerfällig vorankomme, sagt der Geithainer Bürgermeister Frank Rudolph (UWG): „Wir haben die Aussage, dass die Telekom ab dem Herbst in Narsdorf, Ossa und Dölitzsch investiert. Wir gehen davon aus, dass diese Termine gehalten werden.“ Rathendorf sei einem Gespräch im Februar zufolge erst 2019 an der Reihe, Bruchheim nicht eher. Was darüber hinaus nötig sei, hänge von Förderungen ab.

Parallel dazu entwickele jetzt der Landkreis Aktivitäten, um den Ausbau zumindest in Teilen selbst zu stemmen. Rudolph bezweifelt, dass das originäre Aufgabe einer Kreisverwaltung sei. Vor allem aber ärgert ihn, „dass sich alles immer weiter nach hinten verschiebt. Das können die Leute nicht verstehen.“

Frohburg: Situation ist unbefriedigend

In Frohburg mit seinen seit der Eingliederung von Kohren-Sahlis inzwischen 33 Ortsteilen sind mehrere Anbieter mit dem Breitband-Ausbau befasst. Die Telekom wolle bis Ende 2019 den Ausbau in Teilen der Kernstadt, in Benndorf, Bubendorf, Schönau, Nenkersdorf, Streitwald, Greifenhain, Eschefeld, Prießnitz, Hopfgarten, Elbisbach und Ottenhain zum Abschluss bringen, hatte die Stadtverwaltung vor Monaten informiert.

Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) nannte vor dem Stadtrat im April die Situation unbefriedigend. Das betreffe mangelnde Termintreue – etwa bei Inexio, die sich für mehrere Ortsteile bei der Bundesnetzagentur hatte eintragen lassen –, aber auch den schleppenden Ausbau insgesamt. „Bürger beschweren sich, aber jede Kritik an der Stadt muss ich zurückweisen.“

Telekom: Wirtschaftlichkeit ist entscheidend

„Die Wirtschaftlichkeit ist das Entscheidende“, erläutert Georg von Wagner die unternehmerische Sicht. Gerade auf dem Land sei die oft ein Problem, weil mit hohem technischem Aufwand viel weniger Kunden angebunden werden könnten als in einer Stadt.

Dort, wo es sogenannte Wirtschaftlichkeitslücken gebe, könnten Kommunen Fördergelder akquirieren, um sie zu schließen und doch einen Ausbau möglich zu machen. Das hält von Wagner für ein probates Mittel. Wenn der Staat die Breitband-Versorgung als Teil der Daseinsvorsorge betrachte, müsse er auch dort unterstützen, „wo es der Markt nicht selbst regelt“.

Erst Mitte des Monats informierte die Deutsche Telekom, 140 000 weitere Haushalte in 145 Städten und Gemeinden mit Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s angeschlossen zu haben.

„Wir bauen nicht nur Datenautobahnen zwischen den großen Metropolen und Ballungsräumen, sondern unser Netz geht auch in die ländlichen Regionen. Nur wir sind beim Breitbandausbau flächendeckend unterwegs“, benennt Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, die Philosophie: „Unsere Ausbauprojekte reichen von Zehntausenden Haushalten bis zu einer Hand voll. Für uns zählt jeder Anschluss.“

Von Ekkehard Schulreich

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