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Geithain Schottischer Sport in Prießnitz: "Kein Ballett, das ist pure Kraft"
Region Geithain Schottischer Sport in Prießnitz: "Kein Ballett, das ist pure Kraft"
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17:25 09.11.2014
Sieht leicht aus, ist es aber nicht: Martin Kuhne (links) und Tom Walther stemmen 135 Kilogramm. Quelle: kube

Wenn der Baumstamm, 3,50 Meter lang, 40 Kilogramm schwer, nach einem Überschlag in der Luft auf der Zwölf zum Liegen kommt, dann hat Andreas Kuhne alles richtig gemacht. Machte er gestern Nachmittag selbstredend vor Publikum, auch wenn es nicht um einen Wettkampf ging. Noch größer war das Staunen der Zuschauer, als mit einem sechs Meter langen 80-Kilo-Stamm hantiert wurde, als wäre gar nicht viel dabei. Dass es das allerdings ist und dass die Frauen und Männer von Mac Gregor intensiv für ihre sportlichen Erfolge trainieren müssen, das machte Martin Kuhne, unter anderem zum dritten Mal in Folge sächsisch-thüringischer Landesmeister, deutlich, der als Moderator die klassischen Disziplinen vorstellte: Baumstammwurf, Gewichtweitwurf, Gewichthochwurf, Hammerwurf, Steinstoßen.

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Nicht nur zuschauen sollten die Leute, sondern sich auch mal ausprobieren. "Können wir ja mal versuchen", sagte René Badstube aus Thräna. "Der Martin spielt bei uns im Verein Fußball." Er selbst habe sich bei aller Sympathie schon aus Zeitgründen zwischen zwei Sportarten entscheiden müssen - für das runde Leder. Einen unmittelbaren Eindruck vom Schotten-Sport verschaffte sich Lucas aus dem Erzgebirge bei den Kinder-Highland-Games am Rand des Festgeländes. Und kam nach Steinstoßen und Gewichtweitwurf prompt zu dem Ergebnis, dass zuschauen weitaus leichter ist.

Erst seit diesem Jahr gehört Maria Walther zu den Athletinnen von Mac Gregor. "Beim ersten Wettkampf schaffte ich gleich einen zweiten Platz. Das ist etwas anderes, kein Ballett, das ist pure Kraft", sagt die junge Frau aus Adorf im Erzgebirge, die es liebt, "den Männern mal die Stirn zu bieten" und die nicht nur mehrmals in der Woche dafür im Fitnessstudio trainiert, sondern sonntags den erheblichen Weg bis Prießnitz gern in Kauf nimmt - auch des Zusammenhalts im Clan wegen. Dass beides - sportliche Leistung und das Miteinander - die schottischen Wettkämpfe so reizvoll machten, bestätigte Michael Felber, der die Frauen und Männer als Coach begleitet und selbst regelmäßig mittrainiert: "das ist ein Sport, den kann man von jung bis alt machen."

Zu den helfenden Händen am Rand der Arena zählt sich Andreas Ziegelt aus Windischleuba: "Ich bin jedes Jahr als Wettkampfrichter bei den Weidefesten dabei." Michael Scholz aus Nöthenitz, mit den Clan-Gründern der Familie Kuhne seit langem befreundet, kam vorgestern als Zuschauer: "Bei den ersten Highland-Games war ich hier aber selber noch aktiv." Cindy Götz aus Chemnitz und ihre Familie haben vor allem ein Faible für Mittelalter-Märkte. "Eine meiner Arbeitskolleginnen trainiert hier. Sie hat uns eingeladen", sagte sie und war durchaus beeindruckt von dem Prießnitzer Geschehen. Was ganz im Sinn von Martin Kuhne und seinen Mitstreitern war: "Einfach zu zeigen, wie unser Alltag auf dem Platz aussieht." Das zu vertiefen, war am Abend am hoch lodernden Lagerfeuer noch ausreichend Gelegenheit.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.11.2014

Ekkehard Schulreich

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