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Schüler-Projekte im Landkreis: Anne-Frank-Ausstellung zieht nach Borna um

Jugendmanagement Schüler-Projekte im Landkreis: Anne-Frank-Ausstellung zieht nach Borna um

Mehr Raum zur Entfaltung haben die Mitarbeiter des Flexiblem Jugendmanagements in Bad Lausick. Sie sitzen seit ein paar Tagen in der Marktpassage. Im neuen Umfeld lassen sich neue und bewährte Pläne für und mit den Jugendlichen im Landkreis besser umsetzen.

Die Dirtbiker auf der alten Bad Lausicker Rollschuhbahn.

Quelle: Jugendmanagement

Bad Lausick. In die Mitte der Stadt umgezogen ist das Flexible Jugendmanagement des Landkreises Leipzig in Bad Lausick: Das Büro von Cornelia Klingner, Andreas Rauhut und Markus Richter – und für UIlrike Läbe, die sich in Elternzeit befindet – findet sich seit ein paar Tagen in der Marktpassage, die gegenüber des Rathauses zur Badstraße führt. Unter dem Dach des Awo-Kinder- und Jugendhauses an der Turnerstraße, wo sich auch die Geschäftsstelle des Kinder- und Jugendringes befindet, sei es einfach zu eng geworden, begründet Klingner den Umzug. Der bringe neben etwas mehr Platz auch einen schon jetzt spürbaren Vorteil: „Hier kommen viele auch junge Leute durch. Wir werden gut wahrgenommen.“ Demnächst werde es eine kleine Einweihungsparty geben, um auf das neue Büro, seine Unterstützungsangebote und die hier entwickelten Projekte aufmerksam zu machen.

Eines dieser Projekte ist die Dirtbike-Piste, die Jugendliche auf der alten Rollschuhbahn an der Glastener Straße in Bad Lausick anlegten. Im vergangenen Jahr in Betrieb genommen, stehen jetzt Erweiterungen und Modellierungen der Geländestrecke an. „Einen ersten Arbeitseinsatz gab es in diesem Jahr bereits. Am Freitag und Sonnabend ist ein weiterer geplant“, sagt Klingner. Genutzt werde die Piste von einer Gruppe Heranwachsender, die vor allem aus Bad Lausick, aber auch aus Geithain stammen und die hier ihr Hobby gemeinsam pflegten. Weitere Interessenten seien immer gern gesehen – und Leute, die beim nächsten Einsatz kräftig mit anpacken. Los geht der am Freitag ab 16 Uhr, am Sonnabend ab 10 Uhr. Die gute Nachricht: Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung unterstützt das Vorhaben zum zweiten Mal mit 1000 Euro.

Mit der Rollschuhbahn verbunden ist eines der beiden Geschichtsprojekte, bei der Jugendliche mit der Sächsischen Jugendstiftung kooperieren. Sie wollen die Historie der Anlage aufdecken und zum Rollsport, in dem die Kurstadt einst stark war, recherchieren. „Ältere haben uns schon einiges darüber erzählt und auch Fotos gegeben“, so Klingner. Fortgesetzt wird zudem das Geschichtsprojekt, das Oberschüler aus Kitzscher betreuen: Sie befragen Zeitzeugen zum KZ-Außenlager im Flößberger Wald.

Die Anne-Frank-Ausstellung, die vor drei Jahren im Frohburger Schloss große Resonanz fand, soll ab September im Goldenen Stern in Borna zu sehen sein. „Wie in Frohburg werden Schüler durch die Schau führen“, sagt Andreas Rauhut. Dabei kooperiere man mit Dinterschule und Gymnasium Am Breiten Teich in Borna gleichermaßen. Die Schau des Berliner Anne-Frank-Zentrums sei um aktuelle Aspekte von Flucht und Diskriminierung erweitert worden.

Brücken aus der Vergangenheit in die Gegenwart zu bauen, unterstützen das Flexible Jugendmanagement und dessen Träger Kinder- und Jugendring zudem in Grimma und Frohburg. In der Muldestadt spürten Heranwachsende dem Schicksal von Tauba Schnorr nach, die von den Nazis deportiert wurde. Am 6. Mai, 9 Uhr, verlegen sie mit dem Künstler Gunter Demnig vor dem Haus Karl-Marx-Straße 25 einen Stolperstein. Am selben Tag, 11 Uhr, wird in der Frohburger Bahnhofstraße 11 den im vergangenen Jahr verlegten Steinen ein vierter hinzugefügt. „Wir tauschen zudem die Steine vom vergangenen Jahr aus, weil sie schon mehrfach geschädigt und geschändet wurden“, so Rauhut.

Federführend eingebunden ist das Jugendmanagement in den Aufbau eines Jugendfonds, der Demokratie fördernde Projekte junger Menschen unterstützen will und der von Bund, Land und Landkreis mit Geld ausgestattet wird. „Wir begleiten die Jugendgruppe, die die nötige Förderrichtlinie entwickelt, und den gesamten Prozess“, sagt Cornelia Klingner. Eine Jugend-Jury werde entscheiden, wer Geld aus diesem Fonds erhalte. Sie rechne damit, dass Mitte/Ende Juni die ersten Projekte daraus bezuschusst werden könnten.

Personelle Unterstützung im neuen Büro erfährt das Jugendmanagement zeitweise durch Felix Wenzel. Der Grimmaer absolviert beim Kinder- und Jugendring ein Freiwilliges Politisches Jahr, erarbeitet ein Infoheft über den Ring, unterstützt aber auch Veranstaltungen wie das Begegnungsprojekt Borderless, das an Schulen der Region das Thema Flüchtlinge aufgreift.

Kontakt: www.fjm-lkleipzig.de, Mail: info@fjm-lkleipzig.de, Telefon: 034345/559736, Cornelia Klingner (0177/4303076), Andreas Rauhut (0177/5085009), Markus Richter (01578/3571698)

Von Ekkehard Schulreich

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