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Schüler aus Bad Lausick und Künstler Gunter Demnig verlegen Stolperstein

Erinnerung an Max Lohmann Schüler aus Bad Lausick und Künstler Gunter Demnig verlegen Stolperstein

Vor dem Haus in der Reichersdorfer Straße 1 in Bad Lausick erinnert seit Montag ein Stolperstein an den von den Nationalsozialisten verfolgten Sozialdemokraten Max Lohmann. Schüler der Werner-Seelenbinder-Oberschule hatten zum Schicksal des Bad Lausickers recherchiert.

Künstler Gunter Demnig (Mitte) verlegt gemeinsam mit Schülern und Henry Lewkowitz (links) den Stolperstein für Max Lohmann.

Quelle: Julia Tonne

Bad Lausick. Vergessen, unbekannt – und doch ein wichtiger Teil der Stadtgeschichte: Vor dem Haus in der Reichersdorfer Straße 1 in Bad Lausick erinnert seit Montag ein Stolperstein an den von den Nationalsozialisten verfolgten Sozialdemokraten Max Lohmann. Schüler der Bad Lausicker Werner-Seelenbinder-Oberschule haben ein zweites Mal mit dem Verein Erich-Zeigner-Haus und dem Kölner Künstler Gunter Demnig zusammengearbeitet, um die Opfer des NS-Regimes nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Im vergangenen Jahr hatte sich die damalige zehnte Klasse erstmals mit dem Kunst- und Geschichtsprojekt auseinandergesetzt und über Monate hinweg das Schicksal der ermordeten jüdischen Familie Hirsch recherchiert. „Diesmal sollte eine andere Gruppe Menschen, die während des Nationalsozialismus’ verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben worden sind, in den Mittelpunkt gerückt werden“, begründet Henry Lewkowitz, Geschäftsführer des Erich-Zeigner-Hauses, die Fokussierung auf Max Lohmann.

Dieser war 1938 aufgrund seiner „staatsfeindlichen Gesinnung“ verhaftet und im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert worden. Zwar ließ man ihn 1940 frei, „der Sozialdemokrat aber blieb weiterhin unter polizeilicher Kontrolle“, wie Anja Maria Naumann, Sprecherin der jetzigen zehnten Klasse, erzählte. In Polizeiakten aus damaliger Zeit waren Lewkowitz und die Schüler um Geschichtslehrerin Anke Schneider fündig geworden. Den Ergebnissen war eine Suche vorausgegangen, die die Jugendlichen unter anderem ins Staatsarchiv, zum Geschichtsverein und in die jüdische Synagoge führte. Anschließend entstand ein Flyer, mit dem die Schüler um Spenden warben, um den Stolperstein finanzieren zu können.

Das Lesen der Inschrift ist eine Verbeugung vor den Verfolgten des NS-Regimes

Das Lesen der Inschrift ist eine Verbeugung vor den Verfolgten des NS-Regimes.

Quelle: Julia Tonne

Der Stein für Max Lohmann ist europaweit einer von mittlerweile etwa 61 000. Im Jahr 1992 kam Demnig auf die Idee, die Stolpersteine – Gedenktafeln aus Beton und Messing – vor den zuletzt freigewählten Wohnorten der Verfolgten des NS-Regimes zu verlegen. „Jeder Stolperstein markiert einen Tatort, denn dort, wo er verlegt wird, wurden Menschen aus ihrem Leben gerissen“, erklärte der Künstler. Das Bücken, um die Inschriften lesen zu können, solle eine symbolische Verbeugung vor den Menschen darstellen. Demnig selbst, so sagte er am Montag, habe mit Beginn des Projektes nicht mit dem großen Interesse gerechnet. In 21 Ländern gebe es inzwischen die Stolpersteine – und ein Ende sei noch lange nicht in Sicht. Zustimmung erfährt er damit weltweit, das zeigt sich auch daran, das bisher lediglich 600 Stolpersteine mutwillig entfernt worden seien. Auch wenn das 600 zu viel seien.

Bad Lausick wird der Kölner wohl im nächsten Jahr erneut einen Besuch abstatten, denn die zukünftige zehnte Klasse der Oberschule wird weiter recherchieren, damit Opfer der Nationalsozialisten nicht in Vergessenheit geraten.

Von Julia Tonne

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