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Schüler könnten von Cancrin ehren

Schüler könnten von Cancrin ehren

Schulen könnten künftig jeweils die Ehrung des Geithainers Eberhard von Cancrin organisieren, der im Zusammenhang mit dem Aufstand vom 17. Juni 1953 ums Leben kam.

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Neuer Chef des Geithainer Heimatvereins: Bernd Richter

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain. Das schlägt Bernd Richter, der neue Vorsitzende des Geithainer Heimatvereins, vor.

Am Morgen des 18. Juni 1953 fuhr Eberhard von Cancrin mit dem Zug zu seiner Schicht im Kohlebunker der Brikettfabrik Espenhain. Am Abend kam er nicht zurück, und erst am 8. August erhielt Ruth von Cancrin die Mitteilung, ihr Mann sei am 18. Juni verstorben, die Urne mit seiner Asche könne abgeholt werden. "Ich vermute, mein Mann hat zu viel gesagt, er war impulsiv", erzählte Ruth von Cancrin am 17. Juni 2010, als erstmals eine Gedenkveranstaltung an dem Haus in der Bahnhofstraße stattfand, wo sie mit ihrem Mann und den Kindern damals gelebt hatte. Seit 1996 erinnert dort eine Gedenktafel an den Geithainer.

Bernd Richter hat Bürgermeisterin Romy Bauer (CDU) nun vorgeschlagen, dass Schulen doch künftig eine Ehrung oder Kranzniederlegung für Eberhard von Cancrin jeweils in ihre Regie nehmen könnten. "Ich denke, das ist eine gute Idee", erklärte die Stadtchefin im Stadtrat. "Schön, wäre auch, wenn Schüler dazu vielleicht weiter forschen könnten", schlägt der 68-Jährige weiterhin vor.

Gottfried Senf, der frühere Vorsitzende des Geithainer Heimatvereins, hat zum Leben und den Umständen des Todes von Eberhard von Cancrin geforscht. Der Volksaufstand in der DDR jährt sich im Juni zum 60. Mal. Aus diesem Anlass wird der Geithainer einen öffentlichen Vortrag zum Thema halten. Wie der Heimatverein erfahren hat, arbeitet Freia Klier an einem Film über die Ereignisse 1953 in Leipzig. "Das wäre schön, wenn der in Geithain gezeigt werden könnte. Das interessiert sicher viele", erklärt Richter.

Er hatte im Januar mit sechs anderen Vereinsmitgliedern für den Vorstand kandidiert, das Gremium hatte ihn nach dem Votum der Mitglieder zu ihrem Vorsitzenden gewählt und ihm ihre Unterstützung erklärt. Gottfried Senf, 76 Jahre alt, hatte nicht erneut für den Vorstand kandiert. "Wir sind sehr dankbar für sein langjähriges Engagement an der Spitze des Vereins", betont sein Nachfolger im Namen der Mitglieder. Der Verein freue sich, dass sich Senf weiter mit einbringe.

Auch künftig möchte der Heimatver.ein zu fünf bis sechs Vorträgen im Jahr einladen, größtenteils von Referenten aus den eigenen Reihen gehalten. So wird Thomas Arnold im April einen Vortrag "1263 - Schicksalsjahr der Sächsischen Landesgeschichte" halten. Doch auch Gäste sind natürlich gern gesehen. So stellt Marco Köhler aus Greifenhain am 27. März kleine Geschichten aus der Vergangenheit der Region vor. "Er war schon voriges Jahr zu Gast und sein Vortrag ist sehr gut angekommen", berichtet Bernd Richter

Exkursionen sollen künftig weniger in die Ferne führen, da die meisten Mitglieder schon älter sind. Im Mai geht es beispielsweise mit dem Kohrener Landexpress auf eine Rundfahrt durch das Kohrener Land. Hinzu kommen kleinere gesellige Veranstaltungen wie die Faschings- und die Weihnachtsfeier, eventuell noch ein Herbst- oder Sommerfest.

Unter dem Dach des Heimatvereins arbeiten weiterhin die Fachgruppe Numismatik sowie die Trachtengruppe. Letztere kann 2014 auf ihr zwanzigjähriges Bestehen zurückblicken. Dazu soll es gemeinsam mit dem Heimatmuseum eine Sonderausstellung geben. "Denn die Trachtengruppe ist sachsenweit bekannt und hat oft am Tag der Sachsen teilgenommen", hebt Richter hervor.

Der Verein hat derzeit 63 Mitstreiter. Hauptsächlich würden Vereinsmitglieder neue Interessenten im Familien- und Bekanntenkreis gewinnen, andere würden über bestimmte Themen den Kontakt zur Heimatgeschichte und dem Verein finden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.03.2013

Engelhardt

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