Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Geithain Schüler könnten von Cancrin ehren
Region Geithain Schüler könnten von Cancrin ehren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:05 20.05.2015
Neuer Chef des Geithainer Heimatvereins: Bernd Richter Quelle: Jens Paul Taubert

Das schlägt Bernd Richter, der neue Vorsitzende des Geithainer Heimatvereins, vor.

Am Morgen des 18. Juni 1953 fuhr Eberhard von Cancrin mit dem Zug zu seiner Schicht im Kohlebunker der Brikettfabrik Espenhain. Am Abend kam er nicht zurück, und erst am 8. August erhielt Ruth von Cancrin die Mitteilung, ihr Mann sei am 18. Juni verstorben, die Urne mit seiner Asche könne abgeholt werden. "Ich vermute, mein Mann hat zu viel gesagt, er war impulsiv", erzählte Ruth von Cancrin am 17. Juni 2010, als erstmals eine Gedenkveranstaltung an dem Haus in der Bahnhofstraße stattfand, wo sie mit ihrem Mann und den Kindern damals gelebt hatte. Seit 1996 erinnert dort eine Gedenktafel an den Geithainer.

Bernd Richter hat Bürgermeisterin Romy Bauer (CDU) nun vorgeschlagen, dass Schulen doch künftig eine Ehrung oder Kranzniederlegung für Eberhard von Cancrin jeweils in ihre Regie nehmen könnten. "Ich denke, das ist eine gute Idee", erklärte die Stadtchefin im Stadtrat. "Schön, wäre auch, wenn Schüler dazu vielleicht weiter forschen könnten", schlägt der 68-Jährige weiterhin vor.

Gottfried Senf, der frühere Vorsitzende des Geithainer Heimatvereins, hat zum Leben und den Umständen des Todes von Eberhard von Cancrin geforscht. Der Volksaufstand in der DDR jährt sich im Juni zum 60. Mal. Aus diesem Anlass wird der Geithainer einen öffentlichen Vortrag zum Thema halten. Wie der Heimatverein erfahren hat, arbeitet Freia Klier an einem Film über die Ereignisse 1953 in Leipzig. "Das wäre schön, wenn der in Geithain gezeigt werden könnte. Das interessiert sicher viele", erklärt Richter.

Er hatte im Januar mit sechs anderen Vereinsmitgliedern für den Vorstand kandidiert, das Gremium hatte ihn nach dem Votum der Mitglieder zu ihrem Vorsitzenden gewählt und ihm ihre Unterstützung erklärt. Gottfried Senf, 76 Jahre alt, hatte nicht erneut für den Vorstand kandiert. "Wir sind sehr dankbar für sein langjähriges Engagement an der Spitze des Vereins", betont sein Nachfolger im Namen der Mitglieder. Der Verein freue sich, dass sich Senf weiter mit einbringe.

Auch künftig möchte der Heimatver.ein zu fünf bis sechs Vorträgen im Jahr einladen, größtenteils von Referenten aus den eigenen Reihen gehalten. So wird Thomas Arnold im April einen Vortrag "1263 - Schicksalsjahr der Sächsischen Landesgeschichte" halten. Doch auch Gäste sind natürlich gern gesehen. So stellt Marco Köhler aus Greifenhain am 27. März kleine Geschichten aus der Vergangenheit der Region vor. "Er war schon voriges Jahr zu Gast und sein Vortrag ist sehr gut angekommen", berichtet Bernd Richter

Exkursionen sollen künftig weniger in die Ferne führen, da die meisten Mitglieder schon älter sind. Im Mai geht es beispielsweise mit dem Kohrener Landexpress auf eine Rundfahrt durch das Kohrener Land. Hinzu kommen kleinere gesellige Veranstaltungen wie die Faschings- und die Weihnachtsfeier, eventuell noch ein Herbst- oder Sommerfest.

Unter dem Dach des Heimatvereins arbeiten weiterhin die Fachgruppe Numismatik sowie die Trachtengruppe. Letztere kann 2014 auf ihr zwanzigjähriges Bestehen zurückblicken. Dazu soll es gemeinsam mit dem Heimatmuseum eine Sonderausstellung geben. "Denn die Trachtengruppe ist sachsenweit bekannt und hat oft am Tag der Sachsen teilgenommen", hebt Richter hervor.

Der Verein hat derzeit 63 Mitstreiter. Hauptsächlich würden Vereinsmitglieder neue Interessenten im Familien- und Bekanntenkreis gewinnen, andere würden über bestimmte Themen den Kontakt zur Heimatgeschichte und dem Verein finden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.03.2013

Engelhardt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zum Schlafen geht Silvia Czub - in den Keller. Dort, im betonbewehrten Untergeschoss ihres erst rohbaufertigen Einfamilienhauses in Steinbach verbrachte sie, dick eingemummelt, auch die kältesten Nächte des zu Ende gehenden Winters.

20.05.2015

Den Frühling und den Sommer nach Grimma holen, das will der Glastener Maler Manfred Fahrnländer. An den April-Wochenenden zeigt er in der Grimmaer Georgenkapelle seine Bilder, Blumenbilder, großformatige, farbensatte Aquarelle vor allem.

20.05.2015

Flößberg. Familie Erwin Engler, in der Straße des Friedens 11a in Flößberg wohnend, ist sauer: Ihnen war im vorigen Jahr von Stadtverwaltung und Baubetrieb versprochen worden, dass ihre Straße - oder richtiger: der bessere Feldweg - zu ihrem Haus und Grundstück ausgebessert werde, wenn der grundhafte Ausbau des parallel verlaufenden Aufbauwegs abgeschlossen sei.

20.05.2015
Anzeige