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Geithain Schule in Frankenhain wird von Erstklässlern überrannt
Region Geithain Schule in Frankenhain wird von Erstklässlern überrannt
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00:21 28.10.2017
Der Schulbus bringt die Kinder aus den umliegenden Orten in die Grundschule Frankenhain. Quelle: Jens Paul Taubert
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Frohburg/Frankenhain

Mehr Schüler als Platz für sie: Im Sommer nächsten Jahren wollen in Frankenhain mehr Erstklässler in die Grundschule als diese über Kapazität verfügt. Was nach Jahren sinkender Schülerzahlen mancher als Luxusproblem abzutun geneigt ist, stellt die Stadt Frohburg und die Grundschule allerdings vor eine tatsächliche Herausforderung. „Nach dem aktuellen Stand wären zum Schuljahr 2018/19 insgesamt 38 Kinder im Grundschulbezirk Frankenhain einzuschulen“, sagt Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW). Das bedeute nach dem Klassenteiler von 28 Schülern auf jeden Fall zwei 1. Klassen. Doch die Schule sei einzügig und auf mehr auch nicht ausgelegt.

Schon seit zwei Jahren wüssten Stadtverwaltung und Schule von diesem denkbaren Szenario. Man habe die Entwicklung aber zunächst lediglich beobachtet, so Hiensch: „Da Eltern auch außerhalb ihres Schulbezirkes ihre Kinder an staatlichen oder freien Grundschulen anmelden können, Zu- und Wegzüge sowie Rückstellungen vom Schulbesuch nicht vorhersehbar sind, war zunächst abzuwarten, wie viele Kinder tatsächlich für das besagte Schuljahr an der Grundschule Frankenhain angemeldet werden.“ Mit der verbindlichen Anmeldung aber habe man nun Gewissheit, dass es eng werde.

Sorgen machen müssten sich die Elternhäuser aber nicht. „Mit den uns jetzt konkret bekannten Anmeldungen geht die Stadtverwaltung Frohburg nun in die Planung, wie dieser Situation begegnet werden kann.“ Dabei beziehe man neben Schul- und Hortleitung den Stadtrat und die Bildungsagentur ein. „Jedes Kind wird einen Schulplatz bekommen, und es sind auch keine Losverfahren geplant“, sagt Hiensch und widerspricht in Letzterem ausdrücklich Mutmaßungen, die inzwischen kursierten. Bis zu elf der 38 angemeldeten Kinder würden vielleicht gar nicht im Sommer 2018 in Frankenhain eingeschult. Einige Eltern wollten ihre Sprösslinge tatsächlich außerhalb des Grundschulbezirks Frankenhain beschulen lassen; andere dächten darüber nach, ihr Kind zurückzustellen. Ungeachtet dessen seien allen Eltern nach Sächsischem Schulgesetz verpflichtet gewesen, ihre Kinder termingetreu in ihrem jeweiligen Schulbezirk anzumelden.

Sollten es in der Tat elf Kinder weniger als diese 38 sein, „wird die Einzügigkeit problemlos eingehalten. Da die Verfahren zur Rückstellung vom Schulbesuch und mitunter auch die Bewilligung eines Schulplatzes an einer anderen Grundschule noch bis ins Frühjahr 2018 hinein dauern können, wird sich die Stadt Frohburg hierauf natürlich nicht ausruhen und alternative Lösungen vorbereiten.“ Bei alldem dürfte aber ein Lösungsansatz zur erneuten Einführung einer dauerhaften Zweizügigkeit für die Frankenhainer Grundschule kaum ernsthaft in Erwägung gezogen werden können, so Hiensch: „Nach den jetzigen Einwohnerzahlen stellt das Schuljahr 2018/ 2019 eine Spitze bei den Einschülern dar. Schon ab dem Schuljahr 2019/ 2020 sinken die Einschüler-Zahlen wieder soweit, dass die Klassenobergrenze von 28 nicht überschritten werden dürfte.“

„Wir haben leider nur vier Klassenzimmer. Deshalb gäbe es gar keine Möglichkeit, eine zweite 1. Klasse aufzumachen“, sagt Schulleiter Jörg Schulze und verhehlt nicht, dass er das sehr bedauert: „Es ist schade um jedes Kind, das gerne bei uns lernen würde, sich nun aber anders entscheiden muss.“ Zum Beispiel für eines der privaten Bildungsangebote in der Region. Die Grundschule selbst habe auf dieses ganze Verfahren, das unter den Eltern durchaus für Unruhe sorge, keinen Einfluss; das zu steuern, sei Sache des Schulträgers, der Stadt Frohburg.

Von Ekkehard Schulreich

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