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Schulen von Borna bis Geithain stellen sich vielen interessierten Besuchern vor

Tage der offenen Tür Schulen von Borna bis Geithain stellen sich vielen interessierten Besuchern vor

Zahlreiche Schulen der Region luden am Wochenende zum Tag der offenen Tür ein. Viele Besucher erkundigten sich in Geithain zur geplanten International Primary School. In allen Bildungseinrichtungen informierten sich Kinder und Eltern. Streiflichter aus Borna, Geithain, Kitzscher, Böhlen, Frohburg, Regis und Groitzsch am Montag in der LVZ.

Beim Tag der offenen Tür an der Dinter-Oberschule Borna hat sich auch die DaZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) vorgestellt, (von li.): Anxhela Lamaj (16) aus Albanien, Sina Lorenz (12) aus Deutschland, Mohammad Nour Tatari (16) aus Syrien.

Quelle: Andreas Döring

Borna/Geithain. Die Pausenklingel ist an diesem Tag längst verstummt. Trotzdem herrscht am Freitagabend volles Haus in der Dinter-Oberschule von Borna. In syrischer Sprache hat Mohammad Nour (16) einen Willkommensgruß an die Tafel geschrieben. Die 12-jährige Sina hat ihm nachgeeifert in ihrer Muttersprache – albanisch. Auf der Schulbank lockt süßes Gebäck, hergestellt nach Rezepten aus der Heimat der Schüler.

Wie in der Daz-Klasse, in der Deutsch als Zweitsprache – Daz – gelehrt wird, herrscht auch in den Fachkabinetten, im Nebengebäude, in dem Bastel-, Sprach- und Antiaggressionskurse vorgestellt werden, in der Aula und in der Turnhalle eine schöpferische Atmosphäre. Am Tag der offenen Tür, an dem Eltern ihren Kindern über die Schulter schauen können, aber auch die potenziellen Fünftklässler schon mal Platz nehmen, sind Schüler und Lehrer auf Fragen eingestellt. Zu Lerninhalten, zur Prüfungsvorbereitung, zum gesellschaftlichen Leben an der Schule. Schulleiter Frank Ziermann, der durch das Schulhaus geht und bereit steht, Fragen zu beantworten, ist kaum gefordert. „Die Schüler machen die Schule“, stellt er zufrieden fest. 417 werden derzeit im Wissen fürs Leben unterrichtet.

Aufgrund ihres guten Rufes hat die Dinterschule ein Einzugsgebiet, das über Borna hinausreicht. Auch aus Neukieritzsch, Dreiskau-Muckern, Oelzschau und Pötschau kommen Kinder zum Unterricht. Neben dem Lehrplan punktet die Schule mit Ganztagsangeboten, die nicht nur durch Freizeitbeschäftigung, sondern auch durch Hilfe für Lernschwache Kinder geprägt ist. Die Berufsorientierungsmesse, die am Samstag, 30. Januar, von 9 bis 13 Uhr, stattfindet, kann Türen für die Zeit nach der Schule öffnen.

Internationales Gymnasium und Internationales Wirtschaftsgymnasium Geithain öffneten am Sonnabend ebenfalls ihre Türen für alle Interessenten. Anders als in Vorjahren teilten beide etablierte Schulen die Aufmerksamkeit – nicht ungern – mit einem Projekt, das im Sommer unter dem selben Dach an den Start geht: die International Primary School Geithain (die LVZ berichtete). Ein Vorhaben, dem Wieland Bauer aus Syhra durchaus aufgeschlossen gegenüber stand: „Mit Englisch so früh wie möglich zu beginnen, ohne die Kinder zu überfordern, halte ich für gut.“ An diesem Tag ging es aber vor allem um seinen Ältesten Lennox Petermann, den Drittklässler. „Der soll definitiv in der Nähe aufs Gymnasium gehen, deshalb sind wir heute hier.“

Die neue Grundschule mit englischsprachiger Ausrichtung finde Aufmerksamkeit, freute sich Susann Gattermann, die die Einrichtung leiten wird und die über Programm und Modalitäten informierte. „Etwas aufzubauen, hat mir schon in Stollberg Freude gemacht“, sagte sie mit Blick auf die dortige Grundschule des Trägers Saxony International School. Die Klassenstärke liege bei maximal 22 Köpfen; das Schulgeld betrage 150 Mark im Monat, erklärte sie.

Ihren Eindruck vom vergangenen Jahr überprüfen wollte Lene Hendriock aus Geithain. Die Viertklässlerin der Paul-Guenther-Schule, die sich mit ihrer Mutter Kathrin umschaute, könnte sich einen Wechsel hierher gut vorstellen: „Was ich gesehen habe, hat mir sehr gut gefallen.“

Für Sandra und Steffen Frommherz aus Hopfgarten war das Geithainer Gymnasium eine Station neben mehreren anderen. Ihr Ziel: Für Tochter Nike, die die 3. Klasse in Frankenhain besucht, eine weiterführende Schule zu finden, die sie überzeugt: „Solide Bildung ist wichtig, damit man im Leben vorankommt.“ Mit dem Schulhaus in Geithain verbinden beide angenehme Erinnerungen: Sie lernten vor Jahren selbst hier. Zu den Ehemaligen, die sich am Sonnabend sehen ließen, gehörte Candida Helbig aus Geithain. 2012 machte sie am Internationalen Wirtschaftsgymnasium Geithain ihr Abitur: „Wir treffen uns hier als Klasse regelmäßig wieder“, erklärte sie.

Spanisch-Lehrerin Nicole Schmuck bestätigte das Interesse vieler Eltern und Schüler nicht nur an Englisch, sondern auch an Spanisch: „Für sie ist das ein wichtiges Kriterium bei der Schulwahl“, bestätigte die Pädagogin. Doch nicht nur um Sprachen ging es am Sonnabend. Die Besucher gewannen ebenso Einblicke in den fächerverbindenden Unterricht, erlebten Schulband und Tänzer. Und konnten sich in zwei Runden über Profile und Anforderungen beider Gymnasien informieren.

 

Von Birgit Schöppenthau und Ekkehard Schulreich

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