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Schutz vor Überschwemmungen hat Priorität

Schutz vor Überschwemmungen hat Priorität

Flößberg. Wie geht es weiter mit Flößberg? Welche Prioritäten sollten zur Dorfentwicklung gesetzt werden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Bürgerversammlung am Montagabend im Landgasthof Heß.

Frohburgs Bürgermeister Wolfgang Hiensch (56, BuW) legte dazu seine Ideen und Überlegungen dar.

Von Thomas Lang

"Wir brauchen schnellstens abgestimmte tragfähige Konzepte für Prioritäten in Flößberg. Wobei tragfähig heißt: fachlich kompetent und von der Mehrheit der Bürger mitgetragen", umriss Hiensch die Aufgabe. Denn die Zeit dränge, weil die Stadt gerade den Flächennutzungsplan überarbeite, ab kommendem Jahr neue Förderperioden beginnen und man ausreichend Vorbereitungs-, Planungs- und Entscheidungsvorlauf brauche.

Es müsse etwas getan werden, um das Gerätehaus zu erhalten, zu sichern und als zentralen Ort für kommunale Aufgaben im Ortsteil zu entwickeln, steht für Hiensch in Flößberg an erster Stelle. Dabei geht es zunächst um einen besseren Schutz vor Überschwemmungen, sowohl dieses Gebäudes als auch der angrenzenden Festwiese und der Wassergasse. Die Situation der vergangenen Tage bewies das erneut. Dem Problem beizukommen und die Gefahren weitgehend auszuschalten, sei aber nicht so einfach. Die Situation müsse komplex betrachtet werden. "Deshalb müssen das gesamte Wassereinzugsgebiet des verrohrten Grabens untersucht und Maßnahmen der Wasserrückhaltung gefunden werden", so Frohburgs Stadtoberhaupt. Denn der verrohrte Bach nehme das Oberflächenwasser von einem sehr großen Teilgebiet der Gemarkung Flößberg auf. "Dieses reicht zum Teil weit über die alte Bahnlinie zwischen B 176 und S 11 heran. Auch das Regenwasser von bebauten Grundstücken und Überläufe von Kleinkläranlagen fließen in den Graben. Hieraus ergeben sich Verknüpfungspunkte mit dem Abwasserbeseitigungskonzept des AZV Espenhain", benannte Hiensch.

Dabei böten in Flößberg eigentlich der sogenannte Badeteich, den die Stadt an einen Fischereiwirtschaftsbetrieb verpachtete, als auch der Teich unterhalb dieses Gewässers eine große Rückhaltekapazität. Doch das letztgenannte Gewässer stehe in privatem Eigentum und sei seit Jahren vollkommen verlandet und vermüllt, so dass er diese Aufgabe im Moment nicht mehr erfüllen könne. Ob die Verrohrung von dort bis zur Einleitstelle in die Eula ausreichend bemessen ist, um das Wasser auf dem Einzugsgebiet ohne Rückstau abzuleiten, bedarf einer hydrologischen Untersuchung durch einen Fachplaner. Eine solche wurde jüngst vom Stadtrat beauftragt. Geprüft werden solle zugleich, ob auf der dann trockenen Festwiese nicht ein Teil als Vorbehaltsfläche für einen Kita-Neubau in den Plan aufgenommen werden solle. Auch Überlegungen, ob der Jugendclub perspektivisch in den Komplex des Gerätehauses der Feuerwehr mit einziehen könne, seien anzustellen.

Ein zweiter wichtiger Punkt ist für Hiensch der Erhalt des Sportplatzes mit Turnhalle. Hier werde derzeit der Sanierungs- und Modernisierungsbedarf ermittelt. Auch für den kommunalen Straßenbau gelte es, Planungsvorlauf zu schaffen, um bereit zu sein, falls wieder eine Förderung anstehe. Unter anderem seien dabei die Ortsverbindungsstraßen nach Trebishain und Beucha sowie Nebenstraßen der Straße des Friedens zu favorisieren.

Anschließend konnten die Bürger ihre Fragen und Probleme loswerden. Unter anderem ging es dabei um Befürchtungen, dass die Durchlassfähigkeit des geplanten Ersatzneubaus einer Brücke über die Eula nicht ausreichend sei, um Hochwassergefahren zu bannen. Auch die erteilte Genehmigung von Gülle-Rückhaltebecken in Flößberg durch das Landratsamt trotz massiver Bürgerproteste und Unterschriftensammlungen kam zur Sprache und löste Unverständnis aus. Zahlreiche junge Leute bewegt dagegen das noch nicht gelöste Problem der Schülerbeförderung nach Frohburg.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.06.2013

Thlang

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