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Geithain Sechs Wochenstunden weniger für Schulsozialarbeit in Geithain
Region Geithain Sechs Wochenstunden weniger für Schulsozialarbeit in Geithain
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16:32 13.10.2010
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. Das betreffe alle 13 derzeit vorhandenen Vollzeitstellen für Schulsozialarbeit im Landkreis, so Matthias Heinz, Geschäftsführer der Kindervereinigung Leipzig, in deren Regie das Projekt in Geithain läuft. Schulsozialarbeiterin ist hier seit Juni Carolin Fischer. „Für Gespräche mit Schülern und Eltern bleibt angesichts der Reduzierung dann weniger Zeit", befürchtet Matthias Heinz. Die vom Kreistag jetzt verabschiedete Jugendhilfeplanung ab 2011 sehe vor, unter anderem diese Stelle von Vollzeit auf dann 34 Stunden zu kürzen.„Diese Reduzierung ist keine gute Lösung", erklärt Geithains Bürgermeisterin Romy Bauer (CDU) auf LVZ-Nachfrage. Das Thema werde in der Haushaltsdiskussion der Stadt für 2011 eine Rolle spielen, kündigt sie an.

Für Carolin Fischer beginnt am Montag zunächst wieder der Schulalltag nach den Herbstferien. „Schulsozialarbeit hat mich schon immer fasziniert", sagt die 28-jährige Diplomsozialarbeiterin und -sozialpädagogin. Der berufliche Neustart nach der Babypause im Juni in Geithain brachte ihr quasi den Traumjob. Die Wechselburgerin hat an der Fachhochschule in Jena studiert, arbeitete dann – ebenfalls sehr gern – zwei Jahre in der Jugendberufshilfe. Ihre Freizeit verbringt Carolin Fischer mit ihren Kindern, die Tochter ist ein Jahr alt. Der siebenjährige Sohn geht seit August in die 1. Klasse. „Jetzt weiß ich auch, wie es ist, Mutter eines Schulkindes zu sein", lächelt die junge Frau.

Die Tür ihres Zimmers 103 in der Schule steht offen, wenn sie da ist und die Kinder und Jugendlichen kommen. Der Kontakt zu Schülern, Lehrern, Schulleitung sei gut. Die Schulsozialarbeiterin sieht sich stets als Vermittler – zwischen Eltern und Schülern, Lehrern und Schülern, bei Schülern untereinander. Jedes Gespräch sei freiwillig und komplett vertraulich – auch den Eltern und Lehrern gegenüber, hebt sie hervor. „Das Oberste, was man in meiner Arbeit haben muss, ist das Vertrauen der Klienten – ob Kinder oder Eltern."

Sie kann jeweils ihre professionelle Sicht auf das Thema einbringen, kann Kontakte vermitteln, beispielsweise zur Suchtberatung, zur sozialpädagogischen Familienhilfe oder Erziehungsberatungsstellen. Teilweise begleitet sie Schüler oder Eltern dann sogar. Fischer: „Es gibt zahlreiche kostenlose Angebote zur Unterstützung von Eltern. Ich kann die Schwellenangst ein Stück abbauen."

In den 5. Klassen gibt die Schulsozialarbeiterin jeweils eine Wochenstunde in „Sozialem Lernen" – bei Bedarf auch in anderen Klassenstufen. Die Gemeinschaftsschüler stellen in diesen Stunden Klassenregeln auf, beschäftigen sich mit dem Thema Toleranz und damit, welcher Lerntyp sie eigentlich sind.

Im Dezember soll ein Gesundheitsprojekt für die Achtklässler starten, das die Schulsozialarbeiterin und die Klasselehrer gemeinsam auf die Beine stellen. Ab Januar nimmt Carolin Fischer an einer Weiterbildung für Streitschlichter teil, um dadurch noch professioneller wirken zu können.

Großes Projekt ist derzeit die Sanierung eines Zimmers in der ehemaligen Hausmeisterwohnung, die der Schulclub nutzt. Mit großem Einsatz hat Tobias Duschinski den Putz abgehakt, er absolvierte ein Praktikum nach Abschluss der 10. Klasse und vor Beginn seines Freiwilligen Sozialen Jahres. Der Raum war verschimmelt, die Rathendorfer Firma Espig brachte kostenlos Spezialputz auf. Nun ist noch Unterstützung bei der Beschaffung von Farbe gesucht. Wenn der Raum einmal fertig ist, können ihn die jüngeren Clubbesucher aus der 5. und 6. Klasse für Brettspiele und zum Basteln nutzen. „Großer Wunsch der Clubbesucher ist ein neuer Tischkicker", erzählt die Schulsozialarbeiterin. Den wegen Altersschwäche außer Dienst gestellten zu ersetzen, wird ohne Unterstützung aber nicht möglich sein.

In der Vorwoche lud der Schulclub im Rahmen der Herbstferien Gemeinschaftsschüler zu Veranstaltungen ein. In den Sommerferien stellte Carolin Fischer ein Programm für die ersten und letzten beiden Ferienwochen auf die Beine. Renner war übrigens eine Schneeballschlacht – Clubbesucher hatten im Februar große Schneebälle eingefroren.

Kontakt zur Schulsozialarbeit über Telefon 0176/51 65 41 01 oder über die Schule.

Inge Engelhardt

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