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Seelsorge in der Rehabilitation

Seelsorge in der Rehabilitation

Seelsorge in den sächsischen Kur- und Reha-Kliniken sind sein Fachgebiet: Pfarrer Rainer Zaumseil wurde gestern Nachmittag in der Bad Lausicker Kilianskirche in dieses Amt eingeführt.

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Pfarrer Rainer Zaumseil (vorn) ist am Sonntag von Superintendent Matthias Weismann (r.) in der Bad Lausicker Kilianskirche in sein Amt eingeführt worden.

Quelle: Jens Paul Taubert

Bad Lausick/Kitzscher. Für Bad Lausick ist dieses Feld bisher wenig bestellt, für den 50-Jährigen dagegen vertraut - er hat es bisher bereits beackert, vom Staatsbad Bad Elster aus.

Andachten gibt es in Bad Lausick in der Medianklinik wie in der Sachsenklinik seit einiger Zeit. Der Glastener Holzschnitzer Andreas Zwalina hat für beide Andachtsräume in den Kliniken extra aus Nussbaumholz kleine Kreuze gefertigt, die das Symbol des grünenden Baums zeigen. Rainer Zaumseil, neuer Pfarrer für die Kur- und Reha-Kliniken nicht nur in Bad Lausick, wird seine Kollegen hier und in anderen Regionen unterstützen. Vor allem geht es ihm darum, einen Stamm von Ehrenamtlichen aufzubauen und auszubilden, die sich künftig intensiver als bisher um seelsorgerische Belange kümmern, vor allem in den Kureinrichtungen, aber auch in Alten- und Pflegeheimen.„Durch meine Arbeit soll ich mich im Grunde selbst überflüssig machen", sagt der 50-Jährige und lacht. Zaumseil, Mitglied der Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens und ehrenamtlicher Geschäftsführer eines diakonischen Altenpflegeheimes im heimatlichen Vogtland, bekleidet eine von einem knappen Dutzend Stellen, die die Landeskirche befristet bis Ende 2015 schuf. Ihr Ziel: Bereiche besser abzudecken, für die bisher zu wenig Kraft blieb - und sie so zu stärken, dass sie nach 2015 vor allem vom Ehrenamt getragen und ausgefüllt werden können. Seelsorge, die Ermutigung, aber auch Begleitung meint, gewinnt gerade in der Rehabilitation wachsende Bedeutung. „Die Liegezeiten in den Krankenhäusern werden immer kürzer, die Menschen zügiger in Reha-Kliniken überwiesen. Das Bild hat sich grundsätzlich gewandelt", sagt Rainer Zaumseil. Die Seelsorge, die hier zu leisten sei, ähnele in vielem der in den Krankenhäusern - mit dem Unterschied, dass Letztere vertraglich geregelt und abgesichert sei. Menschen auf ihrem Weg aus der Krankheit, in ihrem neuen Leben mit einer Erkrankung zu stärken, sei eine elementare Aufgabe.Die kennt der gebürtige Vogtländer aus zwei Jahrzehnten beruflicher Gemeindepraxis. Dabei war dieser berufliche Weg so gar nicht vorgezeichnet. Aus einer Dachdecker-Familie stammend, lernte der junge Mann Heizungsmonteur. Zum Studium delegierte ihn sein Betrieb nicht, weil er nicht bereit war, drei Jahre zur Armee zu gehen; für ihn kam nur das Bausoldaten-Dasein infrage. Praxis in der Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung, schließlich ein Theologiestudium, 1991 die erste Pfarrstelle in Markneukirchen/Landwüst. Qualifikationen in der Seelsorge, seit 2010 Aufbau dieser speziellen ehrenamtlichen Arbeit in den Staatsbädern Bad Elster und Bad Brambach.„In dieser Zeit war ich auch in Bad Lausick. Und jetzt betreue ich von hier aus andere Kurorte zwischen Nordsachsen und dem Erzgebirge mit", sagt Zaumseil. „Man muss nicht alles neu erfinden", sagt er. Aber einander finden. Darauf wird er die nächsten Monate intensiv verwenden, um vielleicht schon ab dem Herbst Ehrenamtliche verschiedener Professionen, verschiedenen Alters, kirchlich gebunden oder nicht, auszubilden in puncto Seelsorge.Parallel dazu ist er in den Kliniken zu Gast, ist Ansprechpartner der Patienten, wenn er gebraucht wird: „Zu meiner ersten Andacht vergangene Woche in der Medianklinik waren mehr Menschen da als in den vogtländischen Kliniken."

Ekkehard Schulreich

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