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Geithain Seit 50 Jahren Korbmachermeister
Region Geithain Seit 50 Jahren Korbmachermeister
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11:49 03.01.2013
Bei vielen Gelegenheiten, wie hier beim Töpfermarkt in Kohren-Sahlis, zeigt Korbmacher Martin Winkler sein Handwerk. Quelle: Jens Paul Taubert
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Jahnshain

Korbmacher ist dabei der inzwischen 74-Jährige schon viel länger, im Grunde seit sechs Jahrzehnten. Was bei seiner Familiengeschichte kein Wunder ist. Urgroßvater, Großvater und Vater frönten bereits diesem Beruf. Schon als Kind schaute Winkler ihnen oft bei der Arbeit zu, half auch schon mal bei bestimmten Handgriffen. „Aber es ist nicht so, dass mich meine Vorfahren gezwungen hätten, Korbmacher zu werden. Ich wollte das aus eigenem Willen. Wobei man ja im Alter von 14 Jahren in dieser Beziehung kaum eigene Vorstellungen hat“, sinniert er. Bereut hat er diesen Schritt bis heute nicht. „Es ist ein schöner und vielseitiger Beruf, wenn auch inzwischen wirtschaftlich ein schwieriges Metier“, so der Senior, der vielen von Handwerker-, Töpfer- oder Kunstmärkten bekannt sein dürfte. Nachdem er bei Korbmachermeister Berndt in Niedersteinbach drei Jahre in die Lehre ging und danach in dessen Werkstatt als Geselle arbeitete, machte Winkler 1962 seine Meisterprüfung. „Als Meisterstücke musste ich damals einen Reisekorb, einen Sessel, eine Schale und ein Rohrgeflecht anfertigen“, weiß er noch jetzt ganz genau. Und mit Beginn des Jahres 1963 richtete er sich in einem Nebengebäude seines angestammten Wohnhauses in Jahnshain die Werkstatt ein. Wie viele Stücke dabei in all diesen Jahren unter seinen Händen entstanden – von Wäschekörben über Tische, Stühle, jeder Menge Tragekörbe bis zu Wandschmuck und Lampen – kann er nicht benennen. Zugute kam ihm bei der knappen Materialzuteilung zu DDR-Zeiten, dass er selbst Weiden anbaute. „Das brachte mir viele Kunden“, schmunzelt er. Damals war der Korbmacher ein sehr gefragter Beruf, gab es allein im Bezirk Leipzig 20 bis 25 Kollegen. Inzwischen ist Winkler neben Heiner Aurich in Flößberg in unseren Gefilden allein auf weiter Flur. Zu seinen außergewöhnlichsten Produkten zählt er dabei die Mitte der 90er Jahre hergestellte Kajüte für ein Schilfboot, mit dem ein Bornaer übers Mittelmeer schippern wollte. Die war immerhin 3,40 Meter lang und 1,75 Meter hoch, passte kaum in die Werkstatt.

Thomas Lang

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