Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Geithain Sie lassen Ulanen en miniature wie anno 1897 vor das Geithainer Stadttor ziehen
Region Geithain Sie lassen Ulanen en miniature wie anno 1897 vor das Geithainer Stadttor ziehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 12.06.2016
Martin Rohn (links) und Falk Mäder mit dem Ulanen-Diorama, das demnächst an das Geithainer Heimatmuseum übergeben werden soll. Quelle: Jens Paul Taubert
Anzeige
Geithain

Als die Geithainer Ulanen 1897 die Stadt gen Leipzig verließen, war das ein Ereignis. Festgehalten ist der Auszug der berittenen Soldaten durch das Stadttor auf einer historischen Ansichtskarte. Demnächst ist die Szene als Diorama im Heimatmuseum zu sehen: Die neue Kreativwerkstatt der Fortbildungsakademie der Wirtschaft gGmbH (FAW) stellte sich der Herausforderung, ein Schaubild mit der Stadtsilhouette und unzähligen kleinen Figuren zu gestalten. Was darüber hinaus hier entsteht, lässt Kinderherzen schneller schlagen: Steckenpferde, große Memorys, Kisten mit Kostümen und für Schätze. Davon profitieren nicht nur Kindereinrichtungen des Leipziger Südraums. Das Museum Schloss Frohburg beispielsweise erhält Ausstattungen für sein Historien-Picknick im Park am 17. Juli.

Exakt fünf Haare hat der Pinsel, mit dem Martin Rohn unter der beleuchteten Lupe Ulanen und Pferde ein miniature bemalt. Das aus Holz gefügte Diorama, das das Geithainer Stadttor, Zollhaus, Nikolaikirche und die geschlossene Bebauung der umgebenden Bürgerhäuser zeigt, ist bereits fertig. Jetzt arbeiten Rohn und sein Kollege Falk Mäder an den Figuren. Beide sind wie die übrigen vier Mitstreiter seit Längerem ohne Job; das Jobcenter des Landkreises Leipzig hat sie in diese neue Maßnahme der FAW vermittelt. Ein halbes Jahr, bis Juli, können sie hier tätig sein. Martin Rohn, der sich seit seiner Jugend mit Geschichte und Dioramen – von der Antike bis zum amerikanischen Bürgerkrieg – beschäftigt, sieht sich hier an der richtigen Stelle: „Das passt für mich. Das ist schon immer mein Hobby.“

Am Nachbartisch bemalt Marlen Bierbaum Sperrholztafeln mit dem Frohburger Schlossgeist King Frobi: ein Memory, das auf dem Boden ausgelegt wird und das beim großen Picknick erstmals zum Einsatz kommen soll. „Das macht sehr viel Spaß“, sagt sie. Marcel Große ist dabei, eine alte Holzkiste herzurichten. Sie soll Spielzeuge oder Schätze aufnehmen. Vor Kurzem brachten er und seine Kollegen auf Zeit Steckenpferde und anderes in die Kindertagesstätte Regis-Breitingen: „Die Mädchen und Jungen waren äußerst angetan und wollten gleich noch einmal nachbestellen.“

Nicht nur Spielzeuge entstehen in den Räumen, in denen die FAW im Geithainer Neubaugebiet seit vielen Jahren ansässig ist, sondern – mindestens ebenso wichtig – Erfolgserlebnisse. „Über praktische Tätigkeit Anerkennung finden“, so beschreibt Koordinatorin Ines Westphal ein Ziel solcher landläufig als Ein-Euro-Job genannten Maßnahmen. Langzeitarbeitslose zumindest für ein halbes Jahr in Beschäftigung und Gemeinschaft zu bringen, sei wichtig. Die Nähwerkstatt im selben Haus leiste genau das seit Langem. Um ein Angebot für andere Neigungen zu unterbreiten, hat seit Jahresbeginn besagte Kreativwerkstatt Premiere. Westphal: „Alles, was hier entsteht, erhalten Kindergärten, Schulen oder öffentliche Einrichtungen, und sie müssen dafür nichts bezahlen.“ So seien Kisten mit Kostümen zum Verkleiden oder mit knuddeligen Früchten aus Filz für Kaufmannsläden bei Kindern sehr beliebt.

Das Diorama für das Geithainer Heimatmuseum sei eine besondere Herausforderung. Im Juli soll es übergeben werden. Dann endet der erste Durchgang der Werkstatt. Ob es einen zweiten, gar dritten geben wird, liegt in der Entscheidung des Jobcenters. Dass es eine schöne und nützliche Zeit für sie war und ist, darüber herrscht Einigkeit bei den fünf Männern und der einen Frau, die aktuell dabei sind. Ines Westphal: „Wir haben inzwischen so viele Bestellungen. Die abzuarbeiten, schaffen wir gar nicht bis dahin.“ Eine Fortführung wäre auch deshalb schön. Dann könnten sich auch weitere Einrichtungen mit ihren Wünschen melden.

Von Ekkehard Schulreich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sonne, Strand und mehr: Das alles hat die zweite Auflage des Borna City Beach ab Sonnabend zu bieten. Die Bornaer Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft sowie die Städtischen Werke organisieren mit Partnern neben der besonderen Volleyball-Gelegenheit auch Public Viewing von der Fußball-Europameisterschaft. Zudem gibt es Cocktails und Burger.

10.06.2016

„Anstrengung lohnt sich“, haben am Donnerstagnachmittag wieder Absolventen der Hauptschulen im Landkreis Leipzig erfahren. Unter diesem Motto fand in der Aula der „Roten Schule“, Außenstelle des Beruflichen Schulzentrums Grimma, zum mittlerweile vierten Mal eine Feierstunde für sie statt.

10.06.2016

Älter als 95 Jahre wird die Hopfgartener Freiwillige Feuerwehr nicht: Der Frohburger Stadtrat entschied, die Wehr aufzulösen und Frankenhain anzugliedern. Ob die Hopfgartener Kameraden diesen Weg mitgehen, ist offen. Kern-Argument für die Schließung: das fehlende Gerätehaus.

10.06.2016
Anzeige