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Silver findet Anna: Personenspürhunde proben im Benndorfer Maislabyrinth

DLRG-Rettungshundestaffel Silver findet Anna: Personenspürhunde proben im Benndorfer Maislabyrinth

Eine Person finden in einem vier Hektar großen Maisfeld, zwischen übermannshohen Pflanzen? Für Silver ist das nicht wirklich ein Problem, auch nicht für seine Kollegen. Der Personenspürhund trainierte mit anderen Rettungshunden der neuen Leipziger DLRG-Staffel jetzt im Benndorfer Labyrinth.

Gefunden: Silver, von Lisa Kallmeyer aus Halle (hinten) an einer sieben Meter langen Leine geführt, hat Anna Hoffmann im Labyrinth entdeckt.
 

Quelle: Jens Paul Taubert

Frohburg/Benndorf.  Mantrailer im Maislabyrinth: Als so ungewöhnlichen wie hervorragenden Trainingsplatz für ihre Personenspürhunde entdeckten die Mitglieder der Leipziger Staffel der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) die Irrwege, die Landwirt Tobias Karte nahe Benndorf Jahr für Jahr im Mais anlegt. Für Besucher auf zwei Beinen; für Hunde ist dieser Dschungel aus Fragen der Sicherheit üblicherweise tabu. Für die erst im Sommer gegründete Rettungshundestaffel indes machte der Landwirt jetzt gern eine Ausnahme – zur Freude auch des regulären Labyrinth-Publikums, das sich von der Einsatzfreude und den Fähigkeiten der speziell ausgebildeten Hunde verschiedener Rassen überzeugen konnte.

„In so einem Feld verteilen sich die Gerüche völlig anders“, beschrieb Einsatzführer Jürgen Kapp die besondere Herausforderung für die Tiere, die darauf geeicht sind, dem individuellen Geruch einer zu suchenden Person zu folgen. „Würde ein Einsatzleiter hören, diese Person könnte im Mais verborgen sein, stünden ihm die Haare zu Berge.“ Denn erheblich sei die Möglichkeit der Ablenkung durch andere olfaktorische Eindrücke, etwa Schwarzwild-Gerüche. Gerade deshalb sei einen solche Übung so wichtig.

Gezielte Suche nach einer Person

„Unsere Hunde suchen gezielt eine Person. Flächenhunde statt dessen würden jeden anzeigen“, erläuterte Ellen Ernesti aus Dessau den maßgeblichen Unterschied. Angefordert werden die sieben Ehrenamtlichen der Staffel, die sich aus der in Halle schon länger bestehenden im Juli herauslöste, zum Beispiel wenn Kinder vermisst werden oder – häufiger – Ältere aus Pflegeheimen. Dann braucht es ein Kleidungsstück oder ähnliches als Geruchsträger, und schon beginnt die Suche an jenem Ort, an dem der Vermisste sich zuletzt aufhielt.

Für Anna Hoffmann ist diese Arbeit mit dem Hund faszinierend. „Es beeindruckt, dass man ihn zu so wichtigen Zwecken einsetzen kann. Ihn dabei zu führen, macht Spaß“, sagte sie. Der Hund, ergänzte Ernesti, „lässt einen teilhaben an seiner Welt, das ist großartig“. Und das motiviere die Hundeführer, die im Berufsleben Wissenschaftlerin oder Veterinärin, Rettungsassistent oder Richterin sind, einen erheblichen Teil ihrer Freizeit in die Ausbildung der Tiere und in Einsätze zu investieren.

Maislabyrinth lädt noch bis Sonntag ein

In Kartes vier Hektar großem Maisschlag kamen die Hunde verschiedener Rassen gut zurecht. Die Personen, die sich tief drinnen verbargen, wurden gefunden. Für den Landwirt, der sein Labyrinth am 24. September zum letzten Mal öffnet und dann häckselt, war die Übung eine neue Facette einer vielgestaltigen Labyrinth-Nutzung – um Kindergeburtstage oder Schulanfänge zu feiern, um Heiratsanträge zu machen oder eine Foto-Session im weißen Kleid. Vor ein paar Jahren schlüpfte hier sogar das Sommer-Dschungel-Camp eines TV-Senders unter. Die Grundschule Kohren-Sahlis rückte gleich komplett an, um einen besonderen Wandertag zu erleben. Für die zu Ende gehende Saison, in der es nicht nur um das Finden des Weges zu den Wissenstationen ging, sondern auch um ein Landwirtschafts-Thema – Laufenten als Nacktschnecken-Vertilger nämlich -, zieht Karte ein positives Fazit: „Ich bin zufrieden. Besucher kamen nicht nur aus der Region, sondern auch von weiter und weit her.“ Für die nächste hat er, wen wundert’s, bereits Ideen.

www.DLRG-Leipzig.de

Von Ekkehard Schulreich

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