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Geithain Simulierter Waldbrand im Colditzer Forst: 250 Einsatzkräfte proben den Ernstfall
Region Geithain Simulierter Waldbrand im Colditzer Forst: 250 Einsatzkräfte proben den Ernstfall
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11:52 25.04.2016
Zur Unterstützung der Brandbekämpfungsmaßnahmen muss eine Feuerschneise geschlagen werden.   Quelle: Andreas Döring
Colditz/Bad Lausick

 Zu einer groß angelegten Katastrophenschutz-Übung im Colditzer Forst rückten am Samstagvomittag zahlreiche Feuerwehren des Landkreises, das Technische Hilfswerk und zwei Katastrophenschutz-Züge aus. Das Szenario: Ein Waldbrand greift um sich. Um ihn wirkungsvoll bekämpfen zu können, muss Löschwasser von einer alten Tongrube herangeführt werden, die zwei Kilometer entfernt liegt. Außerdem sind mehrere Bäche anzustauen. Da mehrere Waldarbeiter vermisst werden, kommt eine Rettungshundestaffel zum Einsatz. In die Übung, die bis zum Mittag andauerte und die durch das Feuerwehrtechnische Zentrum und durch das DRK unterstützt wurde, waren rund 250 Personen eingebunden.

Ein Waldbrand stellt besonders extreme Anforderungen an die Einsatzkräfte. Erst recht, wenn Menschenleben akut bedroht ist. Um für den Ernstfall gewappnet zu sein, inszenierten Feuerwehr, Katastrophenschutz-Züge, THW, Hundestaffel und Mitarbeiter des Staatsbetriebes Sachsenfort ein Inferno rund um Colditz.

„Wir üben eine Situation, die wirklich eintreten kann“, sagte Andreas Padberg, Leiter des Sachsenforst-Bezirks Leipzig. Der Waldbrand nahe des Weißen Steins bei Thierbaum im Sommer 2014 habe gezeigt, wie wichtig es sei, dass die Feuerwehren genaue Ortskenntnis besäßen und konzentriert vorgingen. Die Übung des Landkreises sei deshalb eine hervorragende Ergänzung zu den jährlichen Rettungsübungen des Staatsbetriebes: „Und man sieht, es läuft sehr koordiniert.“

Die Feuerwehren Hausdorf und Erlbach begannen kurz vor halb neun jenseits des bei Ausflüglern beliebten B-Flügels mit dem Löschen eines simulierten, mit viel Kunstnebel verbundenen Brandes im Unterholz, der auf eine Hütte überzugreifen drohte. Da weder das Wasser der Tanklöschfahrzeuge noch des nahen Löschteiches ausreichten, bauten die Wehren Bad Lausick, Machern, Gerichshain und Thierbaum eine Schlauchtrasse quer durch den Forst auf. Sie zapften die Junghansgrube an, ein in der Nähe von Ebersbach gelegenes altes Tonloch. Kameraden aus Tanndorf installierten zudem Sperren in mehreren Bächen, um Löschwasser bereitzustellen.

An der Hirschallee fällten Kameraden aus Schönbach, Leisenau und Ebersbach Kiefern; die Feuerschneise sollte die Flammen stoppen. „Eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, wie sich zeigte“, sagte Carola Schneider, die das Brand- und Katastrophenschutzamt des Landkreises leitet. Hier sehe sie weiteren Ausbildungsbedarf. Dabei werde man auch den Biege-Simulator von Sachsenforst nutzen, bei dem das Schneiden von unter Spannung stehendem Holz trainiert werden könne.

Ihren ersten Kastastrophenschutz-Einsatz absolvierte die Rettungshundestaffel Landkreis Leipzig. Aufgabe der drei Teams: Mit ihren Hunden vermeintlich vermisste und verletzte Waldarbeiter finden und dem Rettungsdienst übergeben. „Eine gute Hand-in-Hand-Arbeit“, lautete das Fazit von Ausbildungsleiterin Katrin Madela.

Vor unerwartet große Schwierigkeiten stellte sumpfiges Gelände das Technische Hilfswerk. Die Ortsverbände Borna und Grimma hatten die Aufgabe, einen 30 Meter langen Steg zu erneuern. „Die Zeit hat dafür nicht gereicht“, sagte Schneider. Bei einem zweiten Einsatz würden beide Verbände den Steg fertigstellen - denn der soll künftig Spaziergängern die trockene Passage ermöglichen.

„Bei der Kommunikation gab es ein paar Probleme, aber das ist nicht neu im Colditzer Forst“, meinte Kreisbrandmeister Niels Adam. Es zeige sich, dass die aus den Wehren Colditz und Bad Lausick neu gebildete Führungsgruppe – sie war auf dem Pappelparkplatz in der B 176 stationiert - funktioniere: „Dieses interkommunale Zusammenspiel ist sehr wichtig.“ Das bestätigte der Colditzer Bürgermeister Matthias Schmiedel, der mit Gerald Lehne, dem 1. Beigeordneten des Landkreises die Übung unmittelbar verfolgte: „Wenn man gemeinsam übt, merkt man, wo es noch Schwächen gibt, und kann sie abstellen.“ Wie Carola Schneider zog Lars Schneider, der die gesamte Übung konzipierte, ein grundsätzlich positives Fazit: „Es hat geklappt, die Einsatzkräfte haben sich ins Zeug gelegt.“

Von Ekkehard Schulreich

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