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Geithain Sport im Landkreis Leipzig – Zeit, dass sich was ändert
Region Geithain Sport im Landkreis Leipzig – Zeit, dass sich was ändert
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11:08 14.04.2016
Die neue Sporthalle in Borna Nord. Quelle: Guenther Hunger
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Landkreis Leipzig


Von insgesamt 113 Sporthallen sind 58 nicht behindertengerecht. 65 stammen aus der Zeit vor 1990, dem Jahr der Wiedervereinigung. Die Autoren der Studie sprechen deshalb von einem „Sanierungsstau bei einem Teil der Hallen“, bei denen es sich vor allem um Gebäude handelt, die von Vereinen genutzt werden. Bei 16 Turnhallen im Landkreis Leipzig bestehe „dringender Veränderungsbedarf“. Die Kommunen im Landkreis Leipzig liegen der Untersuchung zufolge unter den Orientierungswerten des „Goldenen Plans Ost“. Positiv wird der Anstieg der Zahl der Sportvereine bewertet. Die nahm zwischen 2009 und 2014 um 20 zu, so dass Ende vorletzten Jahres 338 Sportvereine gezählt wurden. Dabei handelt es sich in der Mehrzahl (208) um Einsparten-Vereine.

Interesse an Ballsportarten und Laufen sinkt

Auffällig ist zudem deren Altersstruktur. So haben die Sportvereine im Landkreis mit 7804 im Altersbereich zwischen sieben und 14 Jahren die höchsten Mitgliederzahlen. Vergleichbar ist das nur mit den älteren organisierten Sportlern. In der Altersgruppe über 60 Jahre wurden 6899 Vereinsmitglieder gezählt. Die wenigsten organisierten Sportler gibt es in den Altersgruppen 15 bis 18 Jahre (2379) und 19 bis 26 Jahre (3179). Das scheint logisch, weil junge Leute nach Beendigung ihrer Schule oftmals ihren Heimatort verlassen und sich damit auch von ihrem Sportverein verabschieden.

Die Erhebung unter den Sportvereinen ergibt, dass dort die Anforderungen an ehrenamtliche Trainer und Funktionäre sowie die Abwanderung von Jugendlichen als die größten Probleme gesehen werden. Negativ wird auch das veränderte Nutzungsverhalten nebst geringerem Interesse am Sport im Verein sowie die mangelnde Zeit von Berufstätigen betrachtet.

Die Autoren der Untersuchung empfehlen zur Sicherung der Arbeit von Sportvereinen im Landkreis Leipzig deshalb, eine angemessene Finanzierung von Trainern und die bessere Anerkennung von deren Arbeit im Verein sowie darüber hinaus in der Kommune. Generell solle das Ehrenamt materiell und finanziell, aber auch ideell besser gewürdigt werden. Vorhandene Sporteinrichtungen müssten saniert und erneuert werden, um die Attraktivität insgesamt zu erhöhen. Zugleich warnen die Autoren vor Kostenerhöhungen, womit Nutzungsgebühren ebenso gemeint sind wie Pachten und Abführungen an die Verbände. Bundesweit und auch im Landkreis Leipzig sei zu beobachten, dass das Interesse an den Ballsportarten und dem Laufen sinke. Hingegen stünden Gymnastik und der Gesundheitssport hoch im Kurs.

Mehrfachnutzung von Sportstätten angeregt

Mit Blick auf Sportangebote im ländlichen Raum raten die Verfasser der Untersuchung zum Angebot alternativer Bewegungsräume oder auch der Mehrfachnutzung von Sportstätten. Es solle ein Übungsleiterpool geschaffen werden, und Vereine könnten Schnupperangebote machen. Zudem sei die Bildung von „Interessengemeinschaften Sport“ in den Kommunen denkbar.

Bei der Untersuchung waren neben Experten 20 Sportvereine im Landkreis Leipzig befragt worden. Die Untersuchungen waren in fünf Beratungen diskutiert worden, an denen 191 Vertreter von Vereinen und Gemeinden teilnahmen.

Von Nikos Natsidis

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