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Geithain Stadt hofft auf eine Million für das Freibad
Region Geithain Stadt hofft auf eine Million für das Freibad
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05:09 20.09.2018
Der Geithainer Freibad-Chef Uwe Krause blickt zurück auf eine überragende Saison. Aber er weiß: Investiert werden muss eine Menge Geld. Quelle: André Kehrer
Geithain

Ein halbes Jahrhundert nach der Errichtung des Freibades und knapp zwei Jahrzehnte nach dessen grundsätzlichem Umbau muss Geithain in diese Freizeit-Oase erneut massiv investieren: Knapp 2,3 Millionen Euro würde ein großer Wurf kosten, der die Instandsetzung der Becken, Sportanlagen und Spielattraktionen und eine Aufwertung des gesamten Areals umfasst. Vorstellbar sei sogar eine Beheizung, um das Bad länger nutzen zu können, so Bürgermeister Frank Rudolph (UWG).

Großer Wurf nur mit Fördergeld möglich

Das zu finanzieren, sei nur möglich, wenn die Kommune in ein spezielles Förderprogramm des Bundes gelange. Und selbst dann wäre die auf mehrere Jahre aufgeteilte Investition ein Kraftakt. Der Stadtrat beschloss einhellig, es zumindest zu versuchen.

Viele Geithainer haben das Bad mit gebaut

Uwe Krause ist mit dem Geithainer Freibad verbunden, seit es neben dem Oberfürstenteich errichtet wurde. Viele Geithainer packten in den Jahren 1967 bis 1969 beim Bau an, und Krause, Jugendlicher damals, hielt dem Bad seither die Treue – seit vielen Jahren als der Mann, der im Auftrag des Betreibers Oewa dafür sorgt, dass sich Saison für Saison die Besucher hier wohlfühlen. Sein Büro schmücken Fotografien, die den Menschenauflauf 1969 zeigen: Die Einweihung des Bades war ein Großereignis weit über die Grenzen der damaligen Kreisstadt hinaus. Und bis heute ist es nicht nur für viele Geithainer eine gefragte Adresse.

Erheblicher Instandsetzungsstau

„Wenn wir das Bad erhalten wollen, müssen wir etwas tun. Der seit dem Umbau 1999 entstandene Instandsetzungsstau ist erheblich“, warb Rudolph. Das Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Sportstätten biete jetzt die Möglichkeit einer 45-prozentigen Förderung. „Der Antrag ist eingereicht. Ende November wissen wir, ob wir im Programm bleiben.“ Sei das der Fall, müsse man danach „noch mal reden, weil die Eigenmittel, die wir brauchen, erheblich sind“.

„Bundesprogramm ist passable Möglichkeit“

Um Investitionen in das Bad komme man aber so oder so nicht herum. Für Freibäder gebe es seit vielen Jahren keine spezielle Förderung mehr, sagte Kerstin Jesierski vom Bauamt der Stadt: „Freibäder zu unterhalten, gilt als Freiwilligkeitsleistung.“ Deshalb sei das aktuelle Bundesprogramm eine passable Möglichkeit, einen erheblichen Teil der Investition abzudecken.

„Es ist wichtig, dass wir das angehen. Auf alle Fälle. Aber die Investitionen, die wir in der Narsdorfer Schule planen, zahlen wir auch nicht aus der Portokasse“, sagte Steffen Harzendorf (Freie Wähler) mit Blick auf das Vorhaben, das große Schulgebäude dort zu reaktivieren und für 3,5 Millionen Euro zu einem Campus für Bildung und Kinderbetreuung auszubauen.

„Das Bad unbedingt erhalten“

„Wir müssen das Bad unbedingt erhalten und deshalb etwas tun“, unterstützte das Ulrich Böhme (Linke). Zustimmung kam auch von Gabriele Sporbert (CDU). Ihr Fraktionskollege André Brendemühl wollte wissen, was denn die unbedingt nötige Beseitigung der Schäden an den Becken minimal kosten würde. Rudolph bezifferte das, vorsichtig geschätzt, auf mehrere Hunderttausend Euro. Bei dem ins Auge gefassten großen Projekt müsste die Stadt sogar knapp 1,3 Millionen Euro bereitstellen.

Die Kommune hatte in den vergangenen Monaten bereits das Dach des Betriebsgebäudes neu eingedeckt, Küche und Büro saniert, den Spielplatz vergrößert, eine zusätzliche Rutsche angeschafft. Noch in diesem Herbst möchte der Bürgermeister den auslaufenden Betreiber-Vertrag mit der Oewa GmbH verlängern.

Von Ekkehard Schulreich

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