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Geithain Stadt setzt für verwaisten Gasthof Flößberg auf einen Käufer
Region Geithain Stadt setzt für verwaisten Gasthof Flößberg auf einen Käufer
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07:00 15.12.2016
Ein vorweihnachtliches Bild aus jener Zeit, da Ingrid und Albrecht Heß als Pächter den Flößberger Gasthof betrieben. Quelle: Andreas Döring
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Ffrohburg/Flößberg

Abgelehnt hat es der Frohburger Stadtrat, den leer stehenden Flößberger Gasthof einer Pegauerin per Erbbaurechtsvertrag zu überlassen. Die Frau, die in Neukirchen die „Zeche II“ betreibt, hatte der Stadt den Abschluss eines solchen Vertrages über zehn Jahre oder einen monatlichen Mietvertrag vorgeschlagen. Das Wirts-Ehepaar Heß hatte den Betrieb des Gasthofes altersbedingt im Frühjahr dieses Jahres eingestellt. Schon zuvor hatte sich die Stadt Frohburg als Eigentümer der denkmalgeschützten Immobilie auf die Suche nach einem Käufer gemacht, bisher aber ohne zählbaren Erfolg. Der Mindestkaufpreis liegt bei 82 000 Euro.

„Wir wollen ein Nutzungs- und Finanzierungskonzept sehen. Daran scheitern die meisten“, sagt Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW). Es geht der Kommune mitnichten darum, das Objekt möglichst schnell loszuschlagen. Vielmehr wolle man sicherstellen, dass der Erwerber aus Haus und Grundstück auch etwas mache. Bisher habe es mit mehreren Interessenten Besichtigungstermine gegeben, aber nichts Handfestes im Sinne der Stadt. Das, sagte Hiensch, treffe aus seiner Sicht auch auf die Pegauer Offerte zu: „Die Antragstellerin hat kein schlüssiges Nutzungskonzept und keinen Liquiditätsnachweis vorgelegt.“ Sie habe auf Nachfrage erklärt, auch nichts nachreichen zu wollen. Ein Erbbaurechtsvertrag über lediglich zehn Jahre führe zudem nicht ans Ziel, so Hiensch. Wenn Erbaupacht, dann für 25 Jahre mindestens.

Der Ortschaftsrat von Eulatal hatte ebenfalls die vorgelegten Unterlagen als nicht ausreichend erachtet. „Aus Flößberger Sicht wäre es wichtig, dass es mit dem Gasthof bald weitergeht“, meinte Heiner Aurich (CDU). Allerdings gebe das aktuelle Angebot wenig Anlass zu der Hoffnung, dass die Erwartungen der Flößberger in Erfüllung gingen.

Der Bürgermeister sagte, es bestehe kein Grund, schnellst möglich zu verkaufen. Die Immobilie befinde sich unmittelbar an der Ortsdurchfahrt der Bundesstraße 176, dem Autobahn-Zubringer nach Bad Lausick. Außerdem gehöre zum Gebäude ein attraktives Grundstück. Er gehe davon aus, dass der Gasthof Potenzial habe und dass sich ein geeigneter Nutzer finde. Dass Geduld mitunter zum Ziel führe, zeigten verschiedene Beispiele in der Stadt und den Ortsteilen, etwa die Benndorfer Orangerie, die letztlich ein Investor saniert und zu einem Schmuckstück gemacht habe.

Was Wolfgang Hiensch mit Blick auf den Flößberger Gasthof sagte, trifft ebenso auf das Gebäude des Frohburger Bahnhofes zu. Auch für das sucht die Kommune einen Investor mit Ideen, Kapital und einen Faible für die Wiederbelebung historischer Bausubstanz, um ein das Stadtbild prägendes Haus mit Geschichte zu erhalten.

Von Ekkehard Schulreich

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