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Geithain Stadtrat Frohburg: Knatsch ums Ja-Wort im Schloss Flößberg
Region Geithain Stadtrat Frohburg: Knatsch ums Ja-Wort im Schloss Flößberg
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00:21 16.10.2017
Im August wurde das Schloss Flößberg nach aufwendiger Sanierung eingeweiht. Nun darf dort auch geheiratet werden. Quelle: Ingo Sell
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Frohburg

Im Flößberger Rosenschloss darf Ja gesagt werden. Der Frohburger Stadtrat beschloss am Donnerstagabend einstimmig, dass dort Eheschließungen stattfinden dürfen. Doch im Vorfeld gab es Knatsch um diese Entscheidung.

Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) hielt die Beschlussvorlage zur Ratssitzung etwas verdrießlich in den Händen. In solch einer Vorlage stellt die Verwaltung den Sachverhalt dar, der dann vom Stadtrat entschieden werden soll, in diesem Fall lautete das Thema „Eheschließungen im Rosenschloss“. Wenn er nicht im Urlaub gewesen wäre, würde die Vorlage anders aussehen, monierte der Stadtchef, „das klingt ja so, als wenn wir das ablehnen“.

Offensichtlich gibt es im Rathaus Mitarbeiter, die es für keine gute Idee halten, einen sechsten Ort für Trauungen in der Kleinstadt samt Ortsteilen zu eröffnen. Ein Einwand ist zum Beispiel, dass es sich um einen privaten Eigentümer handelt, die anderen Hochzeitsorte sind in kommunaler Hand. Auch habe das Standesamt Bedenken, dass die Zahl der Trauungen zurück gehen könnte, heißt es in der Vorlage. Beispiel: Wenn eine Eheschließung im Rosenschloss angemeldet und zugesagt wird, könnten an dem Tag keine vier oder fünf Brautpaare im beliebten Schwindsaal heiraten, die dies später anmelden – das sei personell nicht zu stemmen. Derzeit gibt es zwei Standesbeamtinnen, ein weiterer Mitarbeiter soll demnächst dazu kommen, so Hiensch. Rund hundert Paare heiraten derzeit pro Jahr in Frohburg.

Die Verliebten haben in der Tat eine reiche und schöne Auswahl, wo sie Ja sagen wollen: Festsaal im Rathaus, Schloss Frohburg, Hoffmann’sche Sammlung in Kohren-Sahlis, Schwindsaal in Rüdigsdorf, Burg Gnandstein – und nun auch das Rosenschloss in Flößberg. Um letzteres wird schon seit langem diskutiert. Der Bürgermeister hält die Bedingungen dort für ausgezeichnet und warb im Stadtrat für das Ja zu diesem sechsten Trauungsort. Mit Erfolg: Der Beschluss ging einstimmig durch.

400 Jahre nach der Teilung des Flößberger Rittergutes in einen oberen und einen unteren Teil erstrahlt das Schloss des oberen nach jahrelanger aufwendiger und liebevoller Sanierung heute in neuem alten Glanz. Die in Thüringen ansässige Familie Römhild hatte die leer stehende Immobilie, in der bis 1997 eine Grundschule untergebracht war, erworben. Unter dem Namen Rosenschloss wird sie seit diesem Sommer für große Familienfeiern, Unternehmens-Events und auch Hochzeitsfeste vermietet – mit dem aktuellen Stadtratsbeschluss können die Brautpaare nun dort auch heiraten.

Termine für Trauungen im nächsten Jahr nimmt das Standesamt Frohburg ab 1. November persönlich oder telefonisch entgegen. Kontakt: Standesamt, Markt 13-15, Tel. 034348 / 805-19 oder 805-69.

Von Claudia Carell

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