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Geithain Stadtrat kritisiert Verwaltung in Sachen Hochwasser
Region Geithain Stadtrat kritisiert Verwaltung in Sachen Hochwasser
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12:39 18.07.2012
Immer wieder kommt es in Geithain bei Starkregen zu Überflutungen. Hier muss sich nach Ansicht des Stadtrats etwas tun. Quelle: Inge Engelhardt
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Geithain

Der Ärger darüber wächst, und er entlud sich vorgestern im Stadtrat – mit massiver Kritik an der Verwaltung, der Abgeordnete Untätigkeit vorwarfen. „Der Sportplatz wird jedes Mal geflutet. Und die Verwaltung tut nichts. Sie schaut zu“, machte Lutz Löffler (CDU) vorgestern Abend seinem Unmut Luft. Er ließ Fotos herumgehen, die die Aschenbahn des Henning-Frenzel-Stadions und Teile des Rasens im Wasser zeigen. Mit einer halben Million Euro Steuermitteln habe man das Stadion vor Jahren saniert – „Mit Flutmitteln!“, warf Uli Böhme (Linke) ein –; eine Öffnung des verrohrten Bachlaufs hätte das Landratsamt aber zu verhindern gewusst. Deshalb der Rückstau. „Da ist die Chefin gefragt, sich mal ins Zeug zu legen“, sagte Löffler an die Adresse von Bürgermeisterin Romy Bauer (CDU). Sie solle nicht immer nur den Standpunkt der Behörde weiterreichen, sondern für Geithainer Interessen kämpfen, gern auch mit anwaltlichem Beistand. Der Kritik schloss sich Mario Frommhold (CDU) an. „Das Altdorf wird geopfert“, sagte er mit Blick auf die jüngsten Überschwemmungen. Der Überflutungskanal funktioniere nicht; Anlieger hätten das Wasser und die Fäkalien mit unappetitlicher Regelmäßigkeit in ihren Gärten und Kellern. „Das System funktioniert nur mit dem Hochwasserschutz, doch der wird nicht umgesetzt“, sagte Frommhold: „Da muss die Verwaltung mal das Zepter in die Hand nehmen und moderieren.“ Es könne doch nicht sein, dass man, bloß weil man sich schon vor Jahren nicht über Grundstücksfragen habe einigen können, die Sache auf sich beruhen lasse. Vor allem jene, die den Autobahnbau zu verantworten haben, in der Pflicht sah stattdessen Gabriele Sporbert (CDU). Der Ossabach trete schon jetzt nach starken Güssen über das Ufer, sorge vor allem in Theusdorf für Schäden. Wenn erst die Überläufe mehrerer Staubecken entlang der A 72 in Betrieb seien und zusätzliches Wasser in den Bach abschlügen, würden in dem Ortsteil nicht nur Gärten, sondern auch Häuser baden gehen. Bürgermeisterin Romy Bauer verwies auf die Berechnungen der Planer und äußerte die Hoffnung, dass die damit richtig lägen. Auf ein grundsätzliches Problem wies Ludbert Schmuck (WVWV) hin: „Bürger, die wirklich in Not sind, haben keinen Ansprechpartner.“ Nach dem letzten starken Guss sei die Verwaltung nicht erreichbar, die Feuerwehr aber im Einsatz gewesen. Wer Sandsäcke habe ordern wollen, sah alt aus. „Unsere Bürger zahlen Steuern. Sie haben ein Recht auf Hilfe“, sagte Schmuck. Dass es an den Wochenenden kritisch sei, räumte Bauer ein: Es gebe im Rathaus keinen Bereitschaftsdienst.

Ekkehard Schulreich

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