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Stadtsanierung Bad Lausick: Interessengemeinschaft und VDGN entzweien sich

Stadtsanierung Bad Lausick: Interessengemeinschaft und VDGN entzweien sich

Im Streit um die Summen, die Grundstückseigentümer im Sanierungsgebiet Innenstadt zahlen sollen, deutet sich endlich ein Konsens an. Andererseits droht sich die Gemeinschaft der Eigentümer zu spalten: Die Bad Lausicker Interessengemeinschaft und der VDGN, den die als Unterstützer ins Boot holte, haben mindestens Kommunikationsprobleme.

Bad Lausick. Der Konflikt kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

Wolfgang Loth, Dieter Nitzsche und Susann Mühler gehören zu jenen Grundstückseigentümern im Bad Lausicker Stadtzentrum, die den Protest und Widerstand gegen drohende Sanierungsbeträge im vergangenen Jahr aufgriffen und in Bahnen lenkten: Eine Interessengemeinschaft entstand, die großen Zulauf bekam. Sie suchte trotz allerlei Widrigkeiten den Gesprächsfaden mit Rathausspitze und Stadtrat aufzunehmen. Als fachliche Rückendeckung und um mehr Gewicht in Verhandlungen zu erreichen, holte die Initiative den VDGN ins Boot, den Verband Deutscher Grundstücksnutzer. Mehrere Dutzend Betroffene wurden im Spätsommer Mitglied dieses Vereins. Doch inzwischen hat sich das Verhältnis zwischen Initiative und VDGN abgekühlt, ist eine Ernüchterung eingetreten - die im Gegensatz steht zu dem, was seither im Dialog mit Stadt und Gutachterausschuss des Landkreises erreicht wurde.

In „mühevoller Kleinarbeit" habe die Initiative in den vergangenen Monaten für eine Präzisierung des Gutachtens und der Bodenwertsentwicklung gewirkt, schreiben Loth, Nitzsche und Mühler in einem Brief an VDGN-Chef Peter Ohm: An vielen dieser Gespräche habe dessen Verein jedoch nicht teilgenommen - und habe damit keinen Anteil an den bisher erzielten Ergebnissen. „Für uns Betroffene öffnet der konstruktive Kontakt zur Gutachterin die Tür aus einer bedrohlichen Situation." Zudem habe der Bad Lausicker Bürgermeister Josef Eisenmann (CDU) zugesichert, die von der Gutachterin errechneten möglichen Abschläge voll zu akzeptieren. Gesondert und detailliert betrachtet wurden etwa sanierungsbedingte Veränderungen, die Verkehrsbelastung, der Straßenzustand. Das seien Punkte, die für die Initiative zählten.

An einem „Schlagabtausch von Fachwissen im Verwaltungs- und Baurecht" und an Rechtsstreitigkeiten mit der Stadt, wie es offensichtlich dem VDGN vorschwebe, habe die Gemeinschaft keinesfalls Interesse. „Der Großteil der Menschen, die wir vertreten, ist darauf angewiesen, vorzeitige einvernehmliche Abschläge mit der Kommune auszuhandeln." Die drei Initiatoren verbitten sich daher „weitere ungewollte Einmischungen" durch den in Berlin ansässigen Verein.

„Vorrangig geht es jetzt darum, die Verhandlungsergebnisse mit der Stadt so zu sichern, dass sie nicht manipuliert werden können, und deren Umsetzung durchzusetzen", meinte VDGN-Vorsitzender Peter Ohm. Er schrieb Bad Lausicker Eigentümern, die Mitglied des Vereins sind, jetzt einen Brief. In der Tat sei in den zurückliegenden Monaten „nicht alles so gelaufen, wie es hätte laufen können". Dass die Interessengemeinschaft allerdings Mitstreiter aufgefordert habe, dem VDGN den Rücken zu kehren, überrasche ihn, so Ohm: „Zurecht wird sich die Stadt nun die Frage stellen, wer legitimiert ist, für die Interessengemeinschaft zu handeln." Um spitzzüngig nachzulegen: „Zu oft mussten wir schon erleben, dass die Verwaltungen versucht haben, die Verhandlungsführer mit Sonderkonditionen zu ködern." Die Begründer der Interessengemeinschaft lesen das als Vorwurf, käuflich zu sein. Wolfgang Loth: „Das ist doch ein starkes Stück."

Der VDGN, schreibt Peter Ohm weiter, werde seinen Mitgliedern auch künftig zur Seite stehen. Über das Wie „möchten wir mit Ihnen auf einer Veranstaltung diskutieren. Eine Einladung dazu wird Ihnen gesondert zugehen." Dass eine solche Einladung Wolfgang Loth, Dieter Nitzsche und Susann Mühler einschließt, bezweifeln die: „Dieses Schreiben des Vorsitzenden haben wir bis heute nicht erhalten. "

Ekkehard Schulreich

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