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Geithain Stadtsanierung Bad Lausick: Jetzt liegen moderatere Zahlen auf dem Tisch
Region Geithain Stadtsanierung Bad Lausick: Jetzt liegen moderatere Zahlen auf dem Tisch
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10:49 28.03.2012
Der Streit hat ein Ende: Interessengemeinschaft und Bürgermeister präsentierten deutlich niedrigere Sanierungsbeträge. Quelle: Ekkehard Schulreich
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Bad Lausick

Die Wertsteigerung des ursprünglichen Gutachtens wurde neu berechnet. Die Zahlen liegen nun im Schnitt um ein Drittel niedriger. Erkämpft haben das in einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossene Bürger. Das Ergebnis wurde am Dienstagabend präsentiert.

Wie anders war die Atmosphäre, obwohl der Ort - der Saal des Kurhauses - derselbe war: Wie vor sieben Monaten waren mehr als 100 Bad Lausicker gekommen, um zu erfahren, welche Summen sie als Sanierungsausgleichsbetrag an die Kommune zahlen sollen. War die Stimmung im Sommer aufgeheizt bis aggressiv, schien sie nun beinahe feierlich. Die Bereitschaft, sich an einen Tisch zu setzen, nach einer Lösung nicht nur zu suchen, sondern sie auch rechtssicher zu machen, das würdigte Susann Mühler, eine der Initiatoren der in einer Interessengemeinschaft (IG) zusammengeschlossenen rund 60 Grundstückseigentümer. Gutachterausschuss, Bürgerschaft und letztlich Stadtverwaltung und Stadtrat hätten erreicht, die Belastung für die Eigentümer deutlich zu vermindern. „Wer allerdings hoffte, wir würden die Beträge auf Null bringen, den müssen wir enttäuschen", sagte sie.

Das Ergebnis überrascht dennoch, geschuldet vor allem einer im überarbeiteten Gutachten viel präziseren Erfassung der Situation vor dem Sanierungsbeginn eingangs der neunziger Jahre. Dazu hatten die IG intensiv recherchiert und Fotograf und Stadtgeschichtler Wolfgang Müller eine Fotodokumentation zur Verfügung gestellt. Zudem ging es um die Berücksichtigung weiterer Faktoren wie Verkehrslage und verschiedener Beeinträchtigungen. „Das neue Gesamtgutachten liegt uns noch nicht vor", sagte Bürgermeister Josef Eisenmann (CDU). Aber die Zahlen hatte er bereits und projizierte sie groß an die Saalwand.

Für das von Straße der Einheit und August-Bebel-Straße umschlossene Quartier sind demnach pro Quadratmeter nicht mehr 6,78 Euro zu zahlen, sondern nur 3,92 Euro. Im Quartier nördlich des Untermarktes ermäßigt sich der Betrag von 3,13 auf 2,29 Euro, nordöstlich der Stadthausstraße von 5,07 auf 3,47 Euro - um nur drei Beispiele zu nennen. Wer eine freiwillige Ablösevereinbarung unterschreibt und bis Jahresende zahlt, dem gewährt die Kommune außerdem 20 Prozent Nachlass. Der Stadtrat will auf der Sitzung am 19. April die neuen Zahlen beschließen. Danach sollen die Ablösevereinbarungen verschickt werden. Wer dann Bedarf an einem individuellen Gespräche habe, könne sich melden, so der Bürgermeister.

Die Bad Lausicker hatten dem Verein Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN), den sie erst als Rückenstärker ins Boot geholt, mit dem sie sich inzwischen aber überworfen hatten, symbolisch den Stuhl vor die Saaltür gestellt. Eine VDGN-Warnung vor denkbarer Bestechlichkeit wies IG-Aktivist Frank Müller zurück: „Der Bürgermeister hat uns nicht mal einen Kaffee angeboten." Dass man den VDGN-Kurs der Konfrontation nicht mittrage, sei richtig: „Wer das nicht akzeptiert, kann auf den Bescheid warten und dagegen klagen."

Ekkehard Schulreich

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