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Geithain Stadtsanierung in Kohren-Sahlis: 67 Projekte umgesetzt – mehr ging nicht
Region Geithain Stadtsanierung in Kohren-Sahlis: 67 Projekte umgesetzt – mehr ging nicht
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09:56 04.04.2016
Auch an der Kohrener Kirche St. Gangolf konnten Arbeiten durchgeführt werden. Quelle: Jens Paul Taubert
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Kohren-Sahlis

Alle Wunschträume erfüllten sich nicht, doch der Erfolg der Stadtsanierung seit dem Beginn der Neunzigerjahre ist im Bild von Kohren-Sahlis unübersehbar: Das Gros der Straßen wurde erneuert, zahlreiche Fassaden und Gebäude saniert. Allerdings erlaubte es die seit vielen Jahren schon angespannte Haushaltlage der Stadt nicht, den ursprünglich ins Auge gefassten Förderrahmen von 9,2 Millionen Euro auch nur annähernd auszuschöpfen. Am Ende sind es lediglich rund 3,8 Millionen Euro, die in mehr als zwei Jahrzehnten investiert werden konnten. Geld, das von Bund, Land und Kommune zur Verfügung gestellt wurde. Der Stadtrat hob auf seiner jüngsten Sitzung das Sanierungsgebiet „Um den Markt“ förmlich auf. Dieser Schlussstrich bedeutet, dass jene rund 40 Grundstückseigentümer, die bisher keinen Sanierungsbeitrag leisteten, dieses Geld demnächst überweisen müssen.

Schon 1990 hatte die Stadt die Nutzung von Fördertöpfen für die Stadtsanierung ins Auge gefasst. Sie holte den Sanierungsträger DSK ins Boot, der den ganzen Prozess steuerte und fachlich begleitete. 1991 wurde die Stadt ins Programm aufgenommen, fünf Jahre später trat die Satzung in Kraft, die ein Gebiet von 24 Hektar betraf. Intensiv investiert wurde vor allem zwischen 1993 und 1998. Vom Fördergeld profitierten Private, die öffentliche Hand, aber auch die Kirchgemeinde. „Allerdings wurden die Vorhaben ab 2003 auf das Minimale eingedampft“, sagte DSK-Projektleiter Thomas Straßburger, als er im Stadtrat seinen Abschlussbericht vorstellte. Der Kommune sei es immer schwerer gefallen, die erforderlichen Eigenmitteln aufzubringen. Dennoch sei das Programm für Kohren-Sahlis erfolgreich gewesen. Immerhin sei es gelungen, 67 Maßnahmen umzusetzen. „Mit jedem Euro an Eigenmitteln haben sie zwei Euro Förderung generiert“, sagte Straßburger. Und weitere private Investitionen in drei- bis fünffacher Höhe ausgelöst. Das Geschaffene komme den hier Lebenden zugute, habe aber gleichzeitig auch einen Ausbau der touristischen Infrastruktur ermöglicht.

„Das Stadtbild ist deutlich attraktiver als in den Neunzigerjahren“, so Straßburgers Fazit. Die Städtebau-Förderung habe daran einen maßgeblichen Anteil. Für die Sicherung der Kohrener Burgtürmen, die Sanierung des Rathauses, für die Kindertagesstätte, die Bibliothek und den Bauhof bezog die Stadt selbst 458 000 Euro aus dem Programm. Knapp zwei Dutzend privater Vorhaben wurden mit 405 000 Euro bezuschusst. Davon profitierte auch das Kirchspiel Kohrener Land und konnte an der Kirche St. Gangolf Arbeiten durchführen. Der Löwenanteil von zwei Millionen Euro floss allerdings in den Straßen- und Brückenbau. Bürgermeister Siegmund Mohaupt (CDU) teilte die Bilanz des Sanierungsträgers und dankte Straßburger für die konstruktive Arbeit über diesen langen Zeitraum.

Die Eigentümer aller im Sanierungsgebiet liegenden Grundstücke, so sieht es der Gesetzgeber vor, werden im Nachhinein anteilig zur Finanzierung dieser Verbesserungen herangezogen. Vier Fünftel der Betreffenden zahlten diesen Beitrag bereits und nutzten dabei angebotene Nachlässe. Für die verbleibenden 40 Parzellen wurden Wertgutachten erstellt, die die rechtliche Grundlage der Bescheide sind. Die Stadt rechnet mit einem Erlös von 34 000 Euro; bisher wurden 172 000 Euro an Sanierungsbeiträgen gezahlt.

Von Ekkehard Schulreich

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